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Kein Geld für den IWF aus den USA

Die Amerikaner wollen Europa nicht helfen, und auch aus anderen Schwellenländern kommen keine positiven Signale bezüglich Geld für den IWF. Offen zeigen sich dagegen aber China und Japan.

Während der Schuldenkrise können die Europäer wohl nicht auf eine finanzielle Hilfe seitens der USA hoffen. Es gab einmal Beteuerungen des US-Präsidenten Obama, dass man den Europäern helfen wolle, wo man nur könne. Heute ist es aber so, dass sich das Land weigert, sich an der Aufstockung der Mittel des IWF zu beteiligen.

Wenn man hier über eine Aufstockung redet, dann geht es konkret um 500 oder auch 600 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 469 Milliarden Euro. Timothy Geithner, der US-Finanzminister sagte dem Währungsfonds, dass die USA keinerlei Geld zur Verfügung stellen werden, das dann genutzt wird, um den wackeligen Schuldensünder in Europa zu helfen.

Irgendwie ist diese Antwort auch verständlich, stecken die USA doch selbst in massiven finanziellen Problemen. Allein die Neuverschuldung jedes Jahr liegt höher als das Defizit in der Euro-Zone. Wenn man dann noch bedenkt, dass im Herbst die Präsidentenwahlen anstehen ist es wohl verständlich, dass Obama nicht vorher mit Forderungen bezüglich Geld für Europa vor den Kongress treten will. Das wäre dann wirklich ein gefundenes Fressen für die Republikaner in der Opposition.

Auch bei den Schwellenländern ist es nicht so, dass sie sonderlich offen sind. China zeigt kein Signal, und in Brasilien ist es so, dass man dort erst sehen möchte, dass Europa die Zusage an den IWF erhöht, bevor sie ihre Zustimmung geben. Hier sollen von den benötigten 500 Milliarden Dollar etwa 200 Milliarden aus der EU kommen. Außerdem kommt noch die Forderung dazu, dass die Europäer nun endlich auch einmal die eigenen Pläne in die Tat umsetzen sollen.

Bereits seit einigen Monaten wird schon darüber diskutiert, dass die Mittel des IWF erhöht werden sollen. Und ebenfalls seit Monaten konnte man hier keine Einigung erzielen. Auch die Forderung der IWF-Chefin Lagarde ändert nichts daran. Es sieht auch so aus, als ob die Chefin auch bei den Schwellenländern unter Druck geraten könnte, und zwar wegen ihrer pro-europäischen Haltung.

Die unterbrochenen Gespräche zwischen Griechenland und den privaten Gläubigern sind wiederaufgenommen worden bezüglich der freiwilligen Umschuldung des Landes, dennoch gibt es bisher nur sehr geringe Fortschritte zu verzeichnen. Spätestens am kommenden Montag will dann der Finanzminister Griechenlands, Venizelos, den Europäern das Ergebnis mitteilen. Einer Einigung müssen noch die EU und auch der IWF zustimmen, das ist die Voraussetzung für das zweite Hilfspaket für Griechenland.

Ein möglicher Deal könnte so aussehen, dass die Griechen ihre alten Anleihen austauschen in neuere, die einen geringeren Wert haben. Somit will man einen Schuldenschnitt von 50 Prozent erreichen. Eine zusätzliche Minderung der Belastung für das Land soll durch eine möglichst lange Laufzeit der ganz neuen Bonds ermöglicht werden. Außerdem will man dafür auch einen sehr niedrigen Zinssatz erreichen. Allerdings scheint es so zu sein, dass sich beide Seiten momentan noch darum streiten, wie hoch dieser Zinssatz sein soll. Aus Verhandlungskreisen heißt es, dass die Deutschen für eine Laufzeit von dreißig Jahren einen Zinscoupon wollen von rund drei Prozent. Bis vor kurzem war von den Banken noch 4 Prozent verlangt worden. Es scheint hier mehrere Vorschläge für einen Kompromiss zu geben.

Dennoch ist es so, dass sich bei so einigen der privaten Investoren auch ein Widerstand regt gegen diese erzwungene sogenannte freiwillige Beteiligung. Diese Investoren sind hauptsächlich US-Hedgefonds. In der „New York Times“ wird sogar von Hedgefonds-Managern berichtet, die ihre Eigentumsrechte einklagen wollen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Ein Manager wird hier zitiert, dass es nicht sein könne, dass Angela Merkel darüber entscheide, wer denn Verluste erleidet. In der EU ist es so, dass Eigentumsrechte als Menschenrechte gelten.

Und zudem gibt es auch gleich wieder neuen Druck seitens der Ratingagenturen. Jetzt kündigte auch Fitch, die kleinste der drei großen Ratingagenturen an, dass einigen Ländern der Verlust der Bonitätsnote droht, die sie bisher gehabt haben. Auf der Beobachtungsliste von Fitch befinden sich Belgien, Spanien, Italien, Slowenien, Irland und auch Zypern. Allerdings verfügt keines dieser Länder mehr über eine Top-Bonität.

Anscheinend ist es den Märkten momentan sowieso egal, welche Herabstufungen durchgeführt werden, das zeigt die Auktion von Frankreich am gestrigen Donnerstag, in der es dem Land absolut problemlos gelang, seine Anleihen zu platzieren. Auch bei Spanien lief es sehr gut. Auch bei den langfristigen Anleihen sanken für Spanien die Zinsen. Dies wird als gutes Zeichen gewertet, denn offensichtlich sind die Banken bereit, die Liquiditätsspritze der EZB auch anzulegen, und zwar in Spanien.

 

Bildquelle: Rainer Sturm  / pixelio.de

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