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Börse in Japan wird angetrieben von der Entscheidung der japanischen Notenbank

Die Bank of Japan, die japanische Notenbank, hat sich gerade entschieden, die eigene Geldpolitik noch weiter als bisher schon zu lockern, und die Reaktionen darauf folgen auch sofort. An der Börse in Japan fand ein wahres Kursfeuerwerk statt. Zum ersten Mal seit rund fünf Jahren ist es dem Nikkei-Index wieder gelungen, die Marke von 13.000 Punkten zu überspringen. Verlierer dagegen ist der Yen, dieser geht auf Talfahrt durch die Geldflut, die jetzt befürchtet wird.

Gefallen ist auch die Rendite von den japanischen Bonds, und zwar auf ein absolutes Rekordtief. Getrieben wurde dies durch die Aussicht darauf, dass Staatsanleihen aufgekauft werden sollen. Stefan Worrall, Experte bei Credit Suisse, sagte, dass dies der größte Tag sei in seiner Karriere. Diese Euphorie ist aber nur innerhalb von Japan zu spüren, in anderen Ländern ist man eher beunruhigt, der Grund dafür ist der Yen, der kräftig fällt. Zur gleichen Zeit trennten sich auch in Seoul Investoren aus dem Ausland von ihren Papieren aufgrund der Krise, die momentan die koreanische Halbinsel in Atem hält.

Der MSCI-Index, der zuständig ist für die asiatischen Börsen ganz außerhalb von Japan, musste 1,31 Prozent abgeben. Nachgeben musste auch der Index der Börse in Südkorea, hier waren es 1,65 Prozent weniger. Durch die starke Ausweitung von den Anleihekäufe hat es die Bank of Japan geschafft, den Yen in den Keller zu schicken, zum Teil fiel die Währung zum Dollar auf ein Dreieinhalb-Jahres-Tief, das bei 97,06 Yen liegt.

Dieser günstigere Wechselkurs hat auch wieder eine Wirkung, dadurch steigt die Wettbewerbsfähigkeit an von den Exporteuren Japans, und das wiederum schürt Sorgen sowohl in Südkorea als auch in anderen Staaten Asiens. Sie befürchten, dass die eigenen Unternehmen dadurch in das Hintertreffen geraten könnten.

Bis zum Ende des Jahres 2014 plant die BoJ, die Geldbasis zu verdoppeln. Diese setzt sich zusammen sowohl aus dem Bargeld als auch aus den Einlagen von den Banken, die bei der Notenbank liegen. Dazu will sie dann noch in einem Zeitraum von zwei Jahren umgerechnet 1,4 Billionen Dollar hineinschießen in die Wirtschaft. Dies soll in erster Linie durch Staatsanleihen-Ankäufe stattfinden, aber auch durch den Ankauf von Immobilienfonds und börsengehandelten Indexfonds.

Geschlossen hat der Nikkei-Index mit einem Plus von 1,58 Prozent, das bedeutet 12.833 Punkte. Der Topix konnte 2,74 Prozent gewinnen und erreicht 1066 Punkte. Zu den absolut größten Gewinnern an der japanischen Börse zählen die Immobilienaktien, diese konnten einen Kursanstieg verbuchen von beinahe 12 Prozent. Gefragt waren aber auch die Aktien der Banken, denn diese dürften wohl am meisten profitieren von der kommenden Geldflut.

Auch an den Anleihemärkten konnten die Kurse ansteigen, dies gilt ganz besonders für die Papiere, die lange Laufzeiten aufweisen. In Zukunft will die japanische Notenbank auch Anleihen aufkaufen mit Laufzeiten, die bis zu 40 Jahren gehen. Nach dieser Entscheidung fielen auch gleich die Renditen der Papiere Japans mit Laufzeiten von zwanzig und dreißig Jahren.

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