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Angeblich steht Spanien kurz vor der Antragstellung

Für eine sehr lange Zeit hat das Land Spanien gezögert, unklar war, ob man wirklich ganz unter den Rettungsschirm schlüpfen wollte. Doch nun soll angeblich eine Entscheidung dafür gefallen sein. Skeptisch sieht dies die deutsche Bundesregierung, seitens der Euro-Investoren werden allerdings recht große Hoffnungen gesetzt auf den Hilfsantrag.

Den Angaben von ranghohen EU-Diplomaten nach will Spanien nun wohl doch nach recht langem Zögern den Schritt wagen und ganz unter den Rettungsschirm schlüpfen. Aber nun ist es Deutschland, das dies bremst. Am Montag hatte eine europäische hochrangige Quelle gesagt, dass die Spanier zunächst zwar gezögert hätten, aber nun bereit seien, die Hilfe zu beantragen. Dieser Sinneswandel wurde zudem noch von drei weiteren Diplomaten bestätigt. Demnach ist es so, dass Spanien schon am kommenden Wochenende diesen Antrag stellen könnte auf das volle Hilfsprogramm, um den Haushalt zu sanieren. Dies würde dann noch vor dem üblichen Euro-Finanzminister-Treffen stattfinden, welches für den Montag angesetzt ist in Luxemburg.

Bereits vorher hatte das Land Hilfen zugesagt bekommen, um den maroden Bankensektor zu sanieren. Bis zu 100 Milliarden Euro wurden dafür zugesagt. Die Reformauflagen, die damit verbunden sind, beziehen sich allerdings nur auf den Bankenbereich. Zuletzt hatte noch Bundesfinanzminister Schäuble die Reformbemühungen Spaniens gewürdigt und zudem erklärt, dass das Land kein weiteres Hilfsprogramm benötigen werde.

Dennoch verschärft sich die Lage des verschuldeten Landes immer weiter. Im September ist die Zahl der Arbeitslosen im Land wieder einmal gestiegen, und das recht deutlich. Den Angaben vom Arbeitsministerium nach stieg sie im Monatsvergleich an um 79.645 Menschen. Seitens der Volkswirte hatte man nur mit einem Anstieg gerechnet von 57.000 Menschen. Rund 4,7 Millionen Spanier sind momentan ohne Arbeit. Zudem steckt das Land auch noch in einer recht tiefen Rezession und verzeichnet die höchste Arbeitslosigkeit innerhalb der gesamten EU. Bei den Jugendlichen unter fünfundzwanzig Jahren liegt die Arbeitslosenquote bei mehr als 50 Prozent.

Von einer deutschen ranghohen Quelle und auch einigen europäischen Diplomaten ist hinter vorgehaltener Hand zu hören, dass Bundeskanzlerin Merkel dem Bundestag immer neue Einzelentscheidungen ersparen wolle bezüglich der Hilfsanträge zum Euro. Der Grund ist die Skepsis in den eigenen Reihen, die zunimmt. Aus den Kreisen kann man hören, dass es keinen Sinn mache, alle anstehenden Entscheidungen bezüglich der Länder Zypern und Griechenland sowie dann wahrscheinlich ebenso Spanien jeweils einzeln zu schicken in den Bundestag. Nicht nur wegen des Inhalts sondern auch wegen der politischen Gründe mache es mehr Sinn, diese zu bündeln.

Ein Regierungssprecher erklärte in Berlin auf die Frage hin, ob Deutschland wohl Spanien dazu geraten habe zu warten mit dem Hilfsantrag, dass jedes Land ganz eigenständig entscheide. Deutschland selbst dränge weder in eine Richtung noch in eine andere. Eine Sprecherin von Mariano Rajoy, dem Ministerpräsidenten Spaniens, sagte, dass sie nichts wisse von einem Veto Deutschlands gegen diesen Hilfsantrag.

Diese Hoffnung darauf, dass es zu einem schnellen Hilfsantrag kommen könnte seitens Spanien, stützt momentan den Euro, so konnte man aus dem Handel hören. Der Euro kostete am heutigen Morgen 1,2914 Dollar. Da es heute keine Konjunkturdaten zu vermelden gibt, wird wohl das Thema Hilfen für Spanien weiter das gesamten Marktgeschehen beherrschen. Viele der Anleger warten sehnsüchtig darauf, dass Spanien endlich den Hilfsantrag stellt, dann denn kann die EZB auch das neue Anleihekaufprogramm für Spanien starten.

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