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Späteres Rentenalter – ein Vorschlag der EU

Hierzulande ist es nichts Neues mehr, hier hat bereits die Umsetzung einer Rente im Alter von 67 begonnen. Aber das ist noch längst nicht genug für die EU-Kommission. Diese plädierte nun noch dafür, dass man das Renteneintrittsalter immer stetig weiter erhöhen solle. Gleichzeitig solle dieses Alter auch an die Lebenserwartung gekoppelt sein.

Die EU-Kommission rät jetzt, und zwar wegen der insgesamt steigenden Lebenserwartung, die die Europäer nun haben dazu, das Renteneintrittsalter anzuheben. Die entsprechenden Vorschläge dazu machte nun die Behörde in Brüssel, und zwar in einem Weißbuch. Dieses wurde am Donnerstag vorgestellt. Den Unterlagen der Kommission zufolge sind Renten heute schon die Haupteinkommensquelle von rund einem Viertel der gesamten Bevölkerung der EU. Millionen Menschen drohe demnach die Altersarmut, wenn es nicht ein stabiles Rentensystem gebe.

EU-Kommissar Andor nannte die steigende Lebenserwartung als eine echte Herausforderung für die Rentensysteme Europas, aber auch die geringeren Geburtenzahlen und auch eine daraus hervorgehende schrumpfende Bevölkerung Erwerbstätiger zählen zu den weiteren Herausforderungen. Noch im Jahre 2008 war es so, dass vier Menschen im Alter von 15 bis 64, also im erwerbsfähigen Alter, auf einen Bürger der EU kamen, der 65 Jahre oder älter war. Bis hin zum Jahre 2060 wird dieses Verhältnis wohl sinken, und zwar recht dramatisch auf zwei zu eins.

Daher ruft die Kommission der EU die Staaten Europas auf, unter anderem das Renteneintrittsalter zu koppeln an die immer weiter steigende Lebenserwartung der gesamten Bevölkerung. Gleichzeitig sollten auch die Möglichkeiten auf eine frühere Pensionierung eingeschränkt werden. Eine weitere Empfehlung ist, dass das Arbeitsleben der Frauen, das für gewöhnlich im Durchschnitt kürzer ist, an das Arbeitsleben der Männer angeglichen werden sollte.

Es ist zwar so, dass die EU-Kommission den Mitgliedsstaaten der EU keine Reformen in der Rentenpolitik vorschreiben kann und darf, dennoch versucht Andor nun mit diesem Papier einige Vorschläge zu machen, die es den Ländern der EU möglich machen, die eigenen Rentensysteme für die Zukunft sicherer zu machen.

Die Rentenzahlungen setzen ganz besonders in den Zeiten, wo die Kassen einfach leer sind, die nationalen Haushalte sehr unter Druck, dies geht aus den Unterlagen der EU-Kommission hervor. Zur Zeit ist es so, dass die gesamten Rentenzahlungen durchschnittlich zehn Prozent vom BIP, dem Bruttoinlandsprodukt, ausmachen. Bis zum Jahre 2060 werde dieser Anteil den Erwartungen der Kommission nach auf 12,5 Prozent steigen.

Den Angaben nach gibt es hier aber auch noch zwischen den einzelnen Mitgliedsländern recht große Unterschiede, und das, obwohl die Länder der EU „ähnlichen demographischen Herausforderungen“ gegenüberstünden. So machen die Rentenzahlungen in Irland rund sechs Prozent des BIP aus, in Italien dagegen sind es allerdings 15 Prozent.

Somit ruft Kommissar Andor alle Sozialpartner der Länder der EU dazu auf, die Bedingungen, die an den Arbeitsplätzen herrschten, gerade auch an ältere Erwerbstätige anzupassen. Um auch ältere Menschen dementsprechend ins Arbeitsleben einzubinden, sollen auch Gelder fließen, die aus dem EU-Sozialfonds stammen.

 

Bildquelle: Ren´e Pescht  / pixelio.de

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