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Rutscht die Euro-Zone in die Deflation?

Angst vor Deflation wächstSchon seit einiger Zeit ist es so, dass man sich Sorgen darüber machen muss, dass die Euro-Zone bald in eine Deflation rutschen könnte. Im März diesen Jahres konnten die Verbraucherpreise gemessen mit demselben Monat des vergangenen Jahres lediglich ansteigen um 0,5 Prozent. Schon seit einigen Jahren war die Inflation nicht mehr so niedrig ausgefallen. Nun erwarten sich viele ein Handeln der Europäischen Zentralbank, die in dieser Woche zu ihrer monatlichen Sitzung zusammenkommt.

Die Anzeichen waren bereits da, am Freitag wurde bekannt, dass Spanien in die Deflation gerutscht ist, und auch hierzulande gibt es nur noch eine Teuerungsrate von 1,0 Prozent. Nachdem die Experten bereits geschätzt hatten, dass die Inflationsrate des Euro-Raums zurückgehen würde, trat dies auch ein, allerdings noch etwas mehr als erwartet. Seitens der Experten war man von 0,6 Prozent ausgegangen, allerdings wurden lediglich 0,5 Prozent erreicht. Dies wurde heute von der Eurostat, der Statistikbehörde, mitgeteilt. Zum letzten Mal wurde im November des Jahres 2009 eine solch niedrige Inflationsrate verzeichnet.

Noch im Januar hatte die Teuerungsrate bei 0,7 Prozent gelegen. Immer weiter entfernt sich die Rate nun von der eigentlichen Zielmarke, die die EZB im Blick hat. Die Notenbank strebt eine Inflationsrate an, die bei knapp unter zwei Prozent liegen soll.

Viele Verbraucher sehen diesen Rückgang bei der Teuerungsrate nicht als negativ, sondern eher als positiv an. Für die Verbraucher ist die Aussicht auf nicht so stark steigende Preise auch nicht schlecht. Anders sieht es aber in der Wirtschaft aus. Allein die Aussicht auf eine Deflation kann dafür sorgen, dass sowohl die Verbraucher als auch die Unternehmen erwarten, dass die Preise sinken werden. Dies führt dann dazu, dass man Entscheidungen bezüglich des Kaufs eines Produkts oder auch von Investitionen erst einmal aufschiebt um zu schauen, wann der günstigste Zeitpunkt für einen Kauf ist. Hauptgrund für die gesunkene Inflationsrate sind die Energiekosten, die sich um ganze 2,1 Prozent verbilligten.

Am Donnerstag dieser Woche wird die EZB wieder eine Zinssitzung abhalten und sich sicherlich auch mit der gesunkenen Inflationsrate befassen. Allerdings erwarten Experten nicht, dass die Notenbank erneut ihren Leitzins senken wird, da er sich sowieso bereits auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,25 Prozent befindet. Zudem geht Mario Draghi, Chef der EZB, davon aus, dass die Inflation für eine längere Zeit niedrig liegen können in der Euro-Zone. Dennoch geht er nicht davon aus, dass es allgemein zu einem größeren Preisverfall kommen wird.

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