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Keinerlei Risikobereitschaft bei den Anlegern

Kein Mut zum Risiko bei den AnlegernSchon seit einiger Zeit herrscht an der Börse eine große Verunsicherung, nur die Gründe dafür wechseln immer mal wieder. Momentan geht es um die Krise in Syrien, aber auch die Notenbanken geben immer wieder Anlass dazu. Während Syrien heute ein wenig in den Hintergrund rückt, drängt sich wieder die US-Notenbank Fed in den Vordergrund. Auslöser dafür ist die Veröffentlichung von neuen Jobdaten in den USA. Dementsprechend lauern die Anleger wieder in ihrer sicheren Deckung, niemand mag zu diesem Zeitpunkt etwas riskieren.

Wieder ist wie schon so oft Vorsicht angesagt. Der letzte Handelstag dieser Woche hat begonnen, und der Dax hat erneute keinerlei eindeutige Richtung zu bieten. Zuletzt lag er ganz leicht im Plus mit 0,1 Prozent, er steht somit bei 8.239 Punkten. Der MDax gab nach um 0,1 Prozent, er erreicht noch 14.599 Punkte. Beim TecDax konnte ein leichtes Plus verzeichnet werden, er legte zu um 0,1 Prozent und steht nun bei 1.052 Punkten.

Die Veröffentlichung des neuesten Arbeitsmarktberichts aus den USA steht bevor, und dies ist der Grund für diese Zurückhaltung. Die US-Notenbank hat ihre Geldpolitik sehr eng geknüpft an die Erholung am US-Arbeitsmarkt. Eine Drosselung des Anleihekaufprogramms bereits in diesem Monat ist durchaus möglich, sollten sich die Arbeitsmarktzahlen dementsprechend erholt haben. Seitens der Volkswirte wird damit gerechnet, dass die USA außerhalb der Landwirtschaft im Monat August durchschnittlich 180.000 Stellen schaffen konnten. Wenn diese geschätzte Zahl deutlich abweichen sollte, und zwar nach oben, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Notenbank bereits jetzt beginnen wird mit der Drosselung bei den Anleihekäufen.

Allerdings ist es so, dass es letztendlich immer von der Fed abhängt, wie weiter verfahren wird, und dass die Notenbank der USA immer für Überraschungen gut ist, hat sie bereits mehrfach gezeigt. Daher kann man einfach nur abwarten, welche Entscheidung getroffen werden wird seitens der Fed. In der Mitte diesen Monats wird ein Treffen stattfinden vom Offenmarktausschuss von der Fed, und hier könnte es doch schon etwas mehr Klarheit geben.

Einen herben Verlust musste der Nikkei-Index in Tokio hinnehmen. Er gab 1,5 Prozent ab, Grund dafür waren Gewinnmitnahmen insbesondere im Bereich der Papiere von Immobilienunternehmen und Bauunternehmen. Der Auslöser dafür sollten Berichte sein, nach denen es wohl so sei, dass nicht Tokio sondern Madrid der Favorit ist bei der Wahl für den Austragungsort der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2020. Zulegen konnte allerdings der Shanghai Composite, er gewann 0,6 Prozent dazu.

Erst kürzlich hatte es Spekulationen gegeben bezüglich eines eventuellen Rückzugs von Ferdinand Piech, dem Chef des Aufsichtsrats von VW. Die Anleger zeigten sich keinesfalls verunsichert, ganz im Gegenteil, die Aktie von VW konnte sogar noch zulegen um 0,3 Prozent. Diesen Spekulationen, die durch einen Medienbericht aufkamen, nahm VW jetzt den Wind aus den Segeln, indem das Unternehmen diesen Bericht zurückwies.

Bisher sind von der Fed noch keinerlei richtungsweisende Signale gekommen, anders sieht es auch bei der EZB. Wie dies auch bereits erwartet worden war, beließ die Europäische Zentralbank ihren Leitzins auf dem momentanen Rekordtief. Dadurch machte sich ein klein wenig Optimismus breit unter den Anlegern. Zudem äußerte Mario Draghi, der Chef der EZB, dass man diese Zinsen auch noch für einen „längeren Zeitraum“ belassen wolle auf diesem Niveau, oder auch einem Niveau, das noch darunter liege.

Auch wenn sie momentan etwas in den Hintergrund gerückt ist, spielt natürlich auch noch immer die Krise in Syrien eine sehr wichtige Rolle an den Märkten. In St. Petersburg findet momentan der Gipfel der G20 statt, allerdings hat es bisher keinerlei Annäherung gegeben bezüglich Syrien. US-Präsident Obama drängt dennoch weiterhin darauf, einen Angriff durchzuführen.

Dazu stehen auch noch einige Unternehmensdaten an. Im Fokus des Interesses werden sicherlich die Verkehrszahlen stehen von den Fluglinien. Erst am Mittwoch hatte die Fluglinie Ryanair eine Gewinnwarnung herausgegeben, die die Anleger in diesem Bereich geschockt hat. Es gab recht deutliche Verluste, ganz besonders war die Lufthansa betroffen.

Weitere schlechte Nachrichten sind auf dem Weg, so hat Air Berlin weniger Passagiere transportieren können im Urlaubsmonat als erwartet worden war. Im August sank die Anzahl der Fluggäste um ganze 5,3 Prozent, es wurden noch 3,38 Millionen Fluggäste gezählt. Dies teilte die Fluglinie am heutigen Freitag mit. Air Berlin ist bereits angeschlagen, nun wird versucht, im harten Konkurrenzkampf in diesem Bereich wieder mitmischen zu können, indem ein Sanierungsplan durchgeführt wird. Dennoch lassen die schlechten Zahlen vermuten, dass die Fluglinie es auch im Sommergeschäft nicht geschafft hat, aus den roten Zahlen zu kommen.

Es geht aber auch anders in diesem Bereich, das bewies die Air France-KLM, der Konkurrent aus Frankreich. Im August konnte die Airline 7,2 Millionen Reisende befördern, dies ist ein Plus in Höhe von drei Prozent.

Auch eine Ratingagentur hat sich wieder zu Wort gemeldet. Moody´s blickt wieder optimistischer auf das Bankensystem in Deutschland. Zum ersten Mal seit noch mehr als fünf Jahren hat die Ratingagentur nun den Ausblick geändert für die kommenden 12 bis 18 Monate, und zwar auf „stabil“ von zuvor „negativ“. Dies wurde am heutigen Freitag seitens der Ratingagentur mitgeteilt.

Zuletzt war es den Banken gelungen deutlich weniger Verluste zu machen, zudem wurde auch noch die Eigenkapitalbasis durch die Banken gestärkt. Sollte weitere Rückschläge kommen, sind die Banken nun dementsprechend gerüstet. Profitieren konnten die deutschen Banken aber auch von der guten Wirtschaftslage, und auch die geringe Ausfallquote im Bereich der Firmenkredite trug ihren Teil dazu bei. Weiterhin hieß es seitens Moody´s, dass die Banken auch einen guten Zugang hätten zum Geldmarkt und zum Kapitalmarkt.

Dies ist zwar eine gute Nachricht, die allerdings die Anleger wenig beeindruckt. Sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank müssen heute jeweils 0,4 Prozent abgeben. An die Spitze des Dax setzten sich heute die Versorger-Werte.

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