Der Dax kommt heute nicht so recht vom Fleck

Die Konjunkturaussicht für Spanien ist schlecht, und daher muss das Land, um sich neues Geld zu leihen, sehr hohe Renditen zahlen. Der Dax tritt auf dem Fleck, er pendelt sich ungefähr um den Schlusskurs vom gestrigen Montag ein.

Lediglich 0,1 Prozent notiert der Dax heute schwächer, so dass er bei 6.411 Punkten liegt. An den letzten beiden Handelstagen, also Freitag und Montag, war der Dax insgesamt abgerutscht um fünf Prozent. Gewinnen kann heute der MDax, er verzeichnet 0,4 Prozent mehr und kommt auf 10.463 Punkte. Wie der Dax tendiert auch der TecDax kaum verändert, er liegt bei 745 Punkten. Beim Euro ist es so, dass er sich noch immer im Bereich des gerade erst erreichten Zweijahrestiefs befindet, er liegt bei 1,21 US-Dollar.

Auch eine Ratingagentur macht wieder einmal Furore, spät am gestrigen Montagabend setzte Moody´s, die US-Ratingagentur, den Ausblick auf negativ für Deutschland, Luxemburg und die Niederlande. Und wieder wird in der Euro-Schuldenkrise ein neues Kapitel hinzugefügt. Viola Julien, Expertin von der Helaba, kommentierte dies mit den Worten, dass die Krise nun einen neuen Schweregrad erreicht habe. Zuletzt hatte sich erst die Lage in Spanien noch etwas verschärft. Am Markt mache sich die Sorge breit, dass Spanien vielleicht doch noch unter den Rettungsschirm gehen muss, und das entgegen all der bisher gemachten Beteuerungen, so Julien. Auch etwas Positives war zu verzeichnen, denn in der zweitgrößten Volkswirtschaft der gesamten Welt, China, konnte sich die Stimmung der Einkaufsmanager verbessern in der Industrie in diesem Monat. Hier konnte der höchste Wert erreicht werden, den es seit fünf Monaten gegeben hat.

In der Zwischenzeit erklärte Moody´s, dass es noch wahrscheinlicher geworden sei, dass das Land Griechenland nun doch die Zone des Euro verlassen werde. Es sei möglich, dass dies zu einer ganzen Kette führe von Schocks, die an den Finanzmärkten einschlagen werden. Diese könnte die Politik dann lediglich nur noch eindämmen. Zuletzt hatte der IWF noch offengelassen, ob er sich weiterhin beteiligen wird an den Hilfen, die nach Griechenland fließen, sollte das Land es nicht schaffen, die Zusagen zu erfüllen, und zwar termingerecht.

Bislang hat Griechenland bereits rund 150 Milliarden Euro bekommen von seinen internationalen Rettern. Momentan ist es die Aufgabe der Troika, bestehend aus IWF, EZB und EU-Kommission, zu überprüfen, ob sich Griechenland auf einem guten Kurs befindet bezüglich der Einhaltung der Reform- und Sparauflagen, und auch weitere Kredite erhalten zu können.

Die Konjunkturaussichten sind recht düster am Finanzmarkt, und daher kann sich auch Spanien momentan lediglich gegen recht hohe Zinsen frisches Geld leihen. Insgesamt konnte Spanien heute bei einem Verkauf von Anleihen mit einer kurzen Laufzeit gut drei Milliarden Euro einsacken, aber die Investoren wollten höhere Zinsen sehen, als dies zuletzt der Fall gewesen ist.

Es waren zwei Auktionen, und bei beiden war es so, dass die Renditen auf den zweithöchsten Stand anstiegen, den es gegeben hat seit der Einführung der Gemeinschaftswährung. Direkt vor dieser Emission Spaniens stiegen auch gleich wieder die Renditen an für die Staatsanleihen des Landes mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Zum ersten Mal seit dem Jahre 2001 überstiegen diese Renditen die der zehnjährigen Anleihen. Für gewöhnlich ist es so, dass Anleger für die Anleihen, die über eine kürzere Laufzeit verfügen, weniger Rendite erhalten, als dies für Anleihen mit langen Laufzeiten der Fall ist. Wenn sich diese Regel umkehrt, dann gilt dies als ein Zeichen dafür, dass das Risiko höher eingeschätzt wird an den Märkten für einen Zahlungsausfall.

China sorgt momentan für einen kleinen Lichtblick, denn die Wirtschaft des Landes nimmt wieder einiges auf an Fahrt. Der Einkaufsmanagerindex Chinas von der Großbank HSBC erholte sich in diesem Monat, er stieg von 48,2 Punkten auf 49,5 Punkte an.

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