Die deutsche Wirtschaft wird stärker ausgebremst durch die Euro-Krise als erwartet

So wie es momentan aussieht, wird die Euro-Krise wohl die Konjunktur Deutschlands etwas mehr abwürgen, als man dies bisher befürchtet hat. Seitens der Experten wurden die Prognosen nach unten korrigiert für das nächste Jahr 2013. Allerdings soll es wohl keine Rezessionsgefahr geben.

Laut den Erwartungen des DIW, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, wird die Wirtschaft Deutschlands wohl doch etwas stärker abgebremst durch die Schuldenkrise innerhalb der Euro-Zone, als man dies vorher erwartet hatte. Das Bruttoinlandsprodukt werde im Jahresdurchschnitt wohl nur um ein Prozent wachsen, so heißt es zumindest in der neuen DIW-Prognose, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Gestützt werde die Konjunktur in der Hauptsache von der inländischen Wirtschaft. Erst zum Ende des Jahres, also zur Jahreswende hin, werde auch die Exportindustrie wieder anziehen. Für das Jahr 2013 wird von den Ökonomen aus Berlin nur eine Wachstumsrate erwartet, die bei knapp zwei Prozent liegen könnte. Noch im April waren 2,4 Prozent veranschlagt worden. In beiden Jahren werde es so sein, dass die Arbeitslosenquote liegen werde bei rund sieben Prozent.

Ferdinand Fichtner, Konjunkturchef des DIW, sagte, dass die Krise im Raum des Euro nun die Wirtschaft in Deutschland einhole. Auch die gerade erst getroffenen Beschlüsse vom EU-Gipfel für die Förderung des Wirtschaftswachstums innerhalb des gemeinsamen Währungsraumes würden daran nichts ändern. Es werde weiterhin so sein, dass die Nachfrage nach deutschen Produkten aus dem Euro-Raum schwach bleibe, denn das Währungsgebiet stecke nun einmal in einer Rezession, die sehr ausgeprägt sei.

Weiterhin erwarten die Forscher, dass auch die Nachfrage aus den restlichen Industrieländern eher gedämpft bleiben werde. Die Regierung in den USA werde nach den Präsidentschaftswahlen, die im November stattfinden, wohl mit recht kräftigen Einsparungen reagieren auf die hohe Staatsverschuldung. Zunehmen werde die Konjunktur wohl lediglich in den sogenannten Schwellenländern wie Brasilien und China, und zwar aufgrund der Geld- und Finanzpolitik, die zunehmend expansiver wird. Dies dürfte dann ab der Jahreswende auch wieder die Exporte Deutschlands ein klein wenig antreiben.

Das Wirtschaftswachstum, was in diesem Jahr bisher erreicht worden ist, stützt sich momentan auf eine Nachfrage der privaten Haushalte, die sehr kräftig ist. Zwar seien die Deutschen auch etwas verunsichert, und somit legen sie auch wieder etwas mehr Geld zurück, dennoch dürften die Einkommen wohl in diesem Jahr recht kräftig steigen, und so würde auch wieder de Konsumnachfrage angeregt. Dies sagte Simon Junker, Experte des DIW. Gleichzeitig sei auch noch mit einer Inflation zu rechnen, die zurückgehen werde, und damit legt dann die Kaufkraft auch wieder deutlich zu.

Dennoch werde die Konjunktur recht spürbar schwächeln im Sommerhalbjahr 2012. Dies werde man auch am Arbeitsmarkt spüren können. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt, die vor allen Dingen zu Beginn diesen Jahres sehr gut ausgefallen war, werde sich bestimmt erst einmal nicht weiter fortsetzen, so Juncker. Es müsse sogar zeitweise mit einem Rückgang der Beschäftigung gerechnet werden. Dennoch werde die Arbeitslosenquote sowohl in diesem Jahr als auch im nächsten Jahr recht stabil bleiben bei etwa sieben Prozent. Insgesamt gesehen stehe die Wirtschaft in Deutschland noch immer sehr gut da, und eine Rezession aufgrund der Krise innerhalb des Euroraums sei auch nicht zu erwarten in Deutschland.

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