Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel erneut im Juli

Es ist mehr als offensichtlich, dass die Stimmung sehr getrübt ist in der Wirtschaft Deutschlands. Bereits zum dritten Mal hintereinander ist es so, dass die Unternehmen ihre eigene Geschäftslage aktuell und auch die weiteren Aussichten schlechter einschätzen.

Wegen der Schuldenkrise ist es so, dass die Stimmung vielen Unternehmen der Wirtschaft gar nicht so gut ist. Somit fiel der Ifo-Geschäftsklimaindex auf 103,3 Punkte ab, das sind 1,9 Punkte weniger als zuvor. Dies wurde seitens des Ifo-Instituts in München am heutigen Mittwoch mitgeteilt. Das Institut hatte eine Umfrage durchgeführt, 7000 Manager wurden hierfür befragt. Seit dem März des Jahres 2010 ist dies der schlechteste Wert. Seitens der Ökonomen war hier zwar mit einem Rückgang gerechnet worden, allerdings lag dieser erwartete Rückgang bei 104,7 Punkten. Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, sagte, dass die Eurokrise hierzulande zunehmend die Konjunktur belaste.

Noch nur die Aussichten für das nächste halbe Jahr wurden von den Firmenchefs schlechter beurteilt, auch die gesamte Geschäftslage sei weitaus schlechter, als man dies erwartet habe. Demnach fiel auch das Barometer für die Erwartungen um 1,6 Punkte, noch im letzten Monat hatte es bei 95,6 Punkten gelegen. Nachgegeben hat auch der Lage-Index, er fiel auf 111,6 Punkte, gab also 2,3 Punkte nach. Daher wird seitens des Institutes auch nur mit einem geringen Mini-Wachstum gerechnet. Klaus Wohlrabe, Experte des Ifo, sagte, dass das Bruttoinlandsprodukt sowohl im zweiten Quartal als auch im dritten Quartal lediglich zulegen werde um 0,1 Prozent. Dennoch schlage sich Deutschland recht gut, wenn man einen Vergleich anstellt mit dem Rest von Europa. Es könne durchaus auch noch schlimmer sein

Eine ganz besonders starke Eintrübung fand in der Industrie statt. Sinn sagte, dass die Kapazitäten eindeutig weniger ausgelastet werden durch die Unternehmen. Dennoch gibt es noch einen Hoffnungsträger, und das ist das Auslandsgeschäft, denn hier trübten sich die Exporterwartungen nur ganz leicht ein. Als Grund dafür wird hier der schwache Euro angegeben, dieser verbilligt die deutschen Exporte.

Ein kleiner Lichtblick dagegen ist die Entwicklung, die im Einzelhandel stattfand. Das Geschäftsklima konnte sich dort wieder einmal aufhellen, denn die Händler haben nicht nur ihre Lage, sondern auch die Erwartungen als günstiger eingeschätzt. Wohlrabe sagte, dass der Konsum weiterhin robust sei angesichts der ansteigenden Beschäftigung und auch der gut spürbaren Lohnzuwächse. Bisher sei der private Verbrauch offensichtlich noch nicht erfasst von der Krise. Mehr Pessimisten gibt es jetzt allerdings in der Baubranche, bei den Dienstleistern und auch unter den Großhändlern.

Carsten Brzeski, ING-Ökonom, sagte, dass es nun so aussehe, als ob die Unternehmen in Deutschland nun endlich angekommen seien in der Wirklichkeit. Er wertet den Ifo-Index als ein klares Zeichen der Warnung, dass auch das „stabilste Schiff“ kentern kann in einem starken Sturm. Auch seitens der Bundesbank war zuletzt gemahnt worden zur Vorsicht, hier wurde gesagt, dass die Perspektiven bezüglich einer weiteren Entwicklung der Wirtschaft geprägt sind von einer sehr großen Unsicherheit.

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