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Verbraucher gegen Unternehmen – keine Krisenstimmung bei den deutschen Konsumenten

Die Unternehmen befinden sich momentan in einer Krisenstimmung, ganz anders sieht es aber bei den Verbrauchern aus, denn diese sehen die Wirtschaft auch noch weiterhin im Aufschwung begriffen. Dies kann man daran sehen, dass der dafür zuständige Konsumklimaindex von den GfK Marktforschern sich stabilisiert. Inzwischen sei die Schuldenkrise so komplex, dass sehr viele Deutsche das Thema mittlerweile einfach ausblenden.

Zwar hatte die Verbraucherstimmung innerhalb von Deutschland eine kurze Schwächephase zu verzeichnen, dennoch stabilisiert sie sich gerade wieder. Die Bundesbürger sehen auch trotz der ganzen rezessiven Tendenzen, die es in Europa gibt, und trotz der Schuldenkrise mit der damit verbundenen Verunsicherung einen weiteren Aufschwung in der deutschen Wirtschaft. Dies wurde am heutigen Freitag vom GfK Marktforschungsunternehmen mitgeteilt. Mit 5,7 Punkten blieb das Barometer des Konsumklimas jetzt unverändert. Vorher war es allerdings zwei Monate hintereinander gesunken. Rolf Bürkl, Experte der GfK sagte, dass sich das Klima damit wieder stabilisiert und auch sehr robust in den Sommer starten kann.

Seitens der Verbraucher wurden die Konjunkturaussichten weitaus besser eingeschätzt, und sie wollen auch wieder mehr Geld ausgeben für teure Anschaffungen. Die Einkommenserwartungen bleiben auf einem recht hohen Niveau, und das auch trotz eines leichten Rückgangs.

Dennoch sieht es wohl so aus, dass die Deutschen nicht immun sind gegen die Gefahren, die ausgehen von einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone, so Bürkl. Die so positive Konsumkonjunktur könnte sehr schnell zum Stillstand gebracht werden, wenn sich die Ereignisse rund um Griechenland oder auch einige andere Länder des Euro zuspitzten oder vielleicht gar eskalierten.

Die Sorge bezüglich einer möglichen Eskalation der Krise geht schon jetzt in den Chefetagen um von der deutschen Wirtschaft. Zum ersten Mal hat sich das Ifo-Geschäftsklima im Mai wieder eingetrübt seit dem Oktober des letzten Jahres, und dies war sogar noch stärker, als man es erwartet hatte.

Dennoch schätzen die Verbraucher wohl die Konjunkturaussichten noch immer optimistisch ein, ein Grund könnte hier der recht kräftige Zuwachs sein der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal diesen Jahres, der starke 0,5 Prozent betrug. Bürkl sagte, dass auch die Wahlen in Griechenland und Frankreich bisher keinerlei negative Auswirkungen gehabt hätten. Bereits den dritten Monat hintereinander legte der Indikator jetzt zu, und das sogar diesmal um rund elf Punkte mehr, so dass er nun bei 19,6 Punkten steht. Die Konsumlaune der Deutschen wird nicht getrübt durch die Turbulenzen, die international im Gange sind.

Bürkl ist der Meinung, dass wohl ein großer Teil der Deutschen den Anschluss verloren habe an die recht komplexe Debatte rund um die Schuldenkrise in Europa. Die meisten Bundesbürger seien wohl bereits ausgestiegen aus der engeren Diskussion. Viele verstünden gar bei Themen wie beispielsweise den Eurobonds gar nicht mehr, worum es eigentlich geht, und dadurch schalten sie dann einfach ab.

Einen Teil der stärkeren Verluste aus dem Monat zuvor kann diese Anschaffungsneigung vom Mai wieder gutmachen. Nach einem Zuwachs in Höhe von 4,4 Punkten liegt dieses Barometer bei 32 Punkten und somit auch in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Eine Planungssicherheit erhalten die Verbraucher vor allen Dingen durch die immer besser werdende Beschäftigung, und diese Planungssicherheit ist ja gerade bei größeren Anschaffungen immer ein sehr wichtiges Kriterium, so Bürkl.

Allerdings gab es auch einen ganz kleinen Dämpfer, und das bei den Einkommenserwartungen. Her fiel der zuständige Indikator um einen Punkt, so dass er nun bei 32 Punkten steht. Die Verbraucher rechnen zwar mit einem steigenden Einkommen, dennoch ist und bleibt aber ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bezüglich der Entwicklung von der Kaufkraft die Inflation, so Bürkl. Zwar haben dieses Inflationssorgen jetzt etwas abgenommen, da auch die Benzinpreise wieder sinken, dennoch befürchten die Verbraucher, dass im Gegensatz zu den Jahren davor die Preise in Zukunft stärker steigen könnten.

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