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Offensichtlich spielen die Zentralbanken bereits das Leben ganz ohne Euro durch

So wie es momentan aussieht ist es wohl so, dass es bereits einige europäische Zentralbanken gibt, die bereits eine Vorsorge dafür treffen, falls es zum Aus des Euro kommen sollte. Mittlerweile wird wohl sogar schon das Drucken von nationalen Banknoten ins Auge gefasst.

Mehrere der europäischen Zentralbanken halten wohl die Wahrscheinlichkeit, dass die Euro-Zone auseinanderbricht, für sehr hoch, und zwar für hoch genug, dass man nun bereits Vorbereitungen trifft, um im Ernstfall gerüstet zu sein. Das „Wall Street Journal“ berichtet nun, und zwar unter der Berufung auf Äußerungen von Insidern, dass es wohl bereits Banker gibt, die sich nach Möglichkeiten umschauen, wie man denn im Falle eines Endes des Euro neue Geldscheine drucken könne. Als Beispiel wird hier die irische Zentralbank genannt, die nach Meldungen aus informierten Kreisen bereits zu diesem Zeitpunkt Überlegungen anstellen soll, ob sie vielleicht hier noch zusätzliche Druck-Kapazitäten benötigen würde, wenn sie denn innerhalb einer kurzen Zeit wieder eine nationale Währung einführen müsse. Zwar gibt es hier noch keinerlei offizielle Bestätigung für, aber dennoch liegt ja die Vermutung schon nahe, dass einige Banken solche Überlegungen schon anstellen könnten. Gerade Irland hatte ja auch besonders unter der momentanen Schuldenkrise gelitten, aber zum Glück hat sich Irland ja auch wieder gefangen.

Sollte es aber zu einer erneuten Eskalation der Krise kommen, dann werden die Reformbemühungen aber sicherlich erschwert werden. Der Euro wurde ja im Jahr 2002 eingeführt, und seit diesem Datum ist die Europäische Zentralbank dafür zuständig, dass die Geldscheine gedruckt werden. Dennoch verfügen auch die nationalen Zentralbanken über Möglichkeiten, Banknoten zu drucken, denn bei der EZB ist es üblich, einen recht großen Teil dieser Herstellung auch an die nationalen Zentralbanken zu delegieren.

Laut dem „Wall Street Journal“ ist es auch außerhalb der Euro-Zone so, dass hier Vorbereitungen laufen für ein eventuelles Ende der gesamten Währungsunion. Die Schweizer Nationalbank hatte erst kürzlich den Kurs ihres Franken gekoppelt an die Entwicklung des Euro, und momentan sieht es wohl so aus, dass die prüft, an welchen anderen Währungen man sich in Zukunft orientieren könnte.

Auch Montenegro, zwar kein offizielles Euro-Zonen-Mitglied, nutzt momentan den Euro als Währung, schaut sich aber jetzt auch bereits nach Alternativen um, so das „Wall Street Journal“.

Gleichzeitig betont das „Wall Street Journal“ aber auch, und zwar auf Berufung auf die Kreise der Zentralbanken, dass all diese Überlegungen nur vorsorglich seien und eine tatsächliche Auflösung der gesamten Währungsunion nicht erwartet werde.

JP Morgan, die US-Großbank, hat den Investoren und auch Unternehmen laut der Zeitung aber geraten, sich abzusichern gegen ein Ende des Euro, allerdings schätze sie die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall wirklich eintreffen könnte, lediglich auf zwanzig Prozent.

 

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de

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