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Offensichtlich sind Chefs unbeeindruckt von der Schuldenkrise laut Ifo-Index

Die Zeichen stehen sicherlich nicht auf eitel Sonnenschein, die Aussichten sind recht düster für die Konjunktur, und in der gesamten Euro-Zone droht die Rezession. Dennoch sieht es in den Unternehmen in Deutschland nicht so düster aus, wie das noch vor einem Monat der Fall war. Trotz der Schuldenkrise hat sich die Stimmung innerhalb der deutschen Wirtschaft im November leicht verbessert. Überraschend stieg der Ifo-Index, der ja der wichtigste Gradmesser ist für die Konjunktur in Deutschland, auf einen Wert von 106,6 Punkten, im Vergleich dazu lag er im Oktober bei 106,4 Punkten. Beobachter hatten dagegen mit einem starken Rückgang gerechnet.

Vor dem Hintergrund der ganzen internationalen Verwerfungen schlage sich die deutsche Wirtschaft momentan vergleichsweise recht gut, das ist die Meinung von Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Seiner Meinung nach resultiere dieser leichte Anstieg daraus, dass die Geschäftserwartungen der einzelnen Unternehmen weniger skeptisch sind. Die Geschäftslage im Moment bei den Firmen sei immer noch positiv. Laut dem Ifo-Konjunkturexperten Klaus Abberger sei die deutsche Wirtschaft nicht im freien Fall, und Deutschland schlage sich weitaus besser als der ganze Rest von Europa. Die Chancen, eine Rezession während des Winters vermeiden zu können, seien sehr gut. Sein Fazit ist, dass die Schuldenkrise bisher noch nicht durchschlägt auf die Realwirtschaft, und hauptsächlich ist der Finanzsektor betroffen. Monatlich werden vom Ifo-Institut rund 7000 Firmen befragt um herauszufinden, wie sie ihre eigene aktuelle Lage und auch ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr einschätzen.

Andreas Scheuerle von der Deka Bank kommentierte diese Zahlen so, dass die deutschen Unternehmen wohl vollkommen unbeeindruckt seien von all dem, was um sie herum passiert. Im Moment sei es so, dass sich die Schuldenkrise durchfrisst zum Kern von Europa, und sehr wichtige Absatzmärkte wie Spanien und Italien werden jetzt von den Märkten verstärkt unter Beschuss genommen. Auch die Auftragseingänge sind im Moment im Sinkflug. Doch auch dies alles kann die Unternehmen offensichtlich nicht belasten. Dennoch dürfe man nicht übersehen, dass die Zahlen doch nicht so gut sind, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Stimmung in der exportorientierten Industrie sei bereits getrübt. Das Geschäftsklima wurde durch den Bau und den Großhandel stabilisiert. Dennoch sei es nicht möglich, dass sich die Binnenkonjunktur auf längere Zeit gegen dieses Unwetter, das auf den Exportmärkten herrscht, stemmen könne.

Der Konsum sorgt im dritten Quartal gerade noch einmal für ein recht deutliches Wachstum vom Bruttoinlandsprodukt, auch kurz BIP. Das deutsche Wirtschaftswachstum wurde von konsumfreudigen Verbrauchern und auch regen Investitionen der Unternehmen im Zeitraum von Juli bis September angeschoben. Das BIP legte im Vergleich zum Vorquartal zu um 0,5 Prozent, das bestätigte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag nach seinen vorläufigen Berechnungen. Dennoch sind Experten skeptisch und sind der Meinung, dass sich die deutsche Wirtschaft auf eine starke Abkühlung zubewege. Dies würde durch sinkende Auftragseingänge im Bereich der Industrie belegt, so Christian Schulz, Berenberg Bank.

 

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de

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