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Notenbanker sind besorgt und erhöhen die Risikovorsorge

Die Schuldenkrise in Europa hat letztes Jahr bei vielen recht tiefe Spuren hinterlassen, und nicht anders sieht es auch aus in der Bilanz von der Deutschen Bundesbank. Zwar machte die Notenbank im letzten Jahr einen Gewinn in Höhe von 664 Millionen Euro, aber gleichzeitig wurde der Überschuss auch gedrückt durch die Risikovorsorge.

Die „Rückstellung für allgemeine Wagnisse“ wurde durch die Bundesbank erhöht, und zwar um 6,7 Milliarden Euro. Somit wird jetzt der Rekordwert erreicht von 14,4 Milliarden Euro. Jens Weidmann, der Präsident der Bundesbank, sagte bei der Bilanzvorlage, dass man somit den Risiken innerhalb der Bundesbilanz Rechnung getragen habe in angemessener Weise.

Risiken sehen die Währungshüter Deutschlands vor allen Dingen in der Geldpolitik Europas. Schon seit einigen Monaten flutet die EZB, die Europäische Zentralbank, die Märkte mit Geld, das sehr billig ist, und zudem hatte die Notenbank auch in der Vergangenheit bereits Anleihen der Krisenstaaten gekauft über die nationalen Notenbanken. Dieser Krisenkurs, den die EZB fährt, wurde bereits mehrfach kritisiert von Weidmann. Seiner Meinung nach ist diese Geldpolitik zu nahe herangerückt an die Staatsfinanzierung per Notenpresse, die verboten ist.

Diese Anleihekäufe, die recht umstritten sind, brachten aber auch recht hohe Erträge bei den Zinsen ein, und davon wiederum profitierte vor allen Dingen die Bundesbank, denn sie ist der größte Geldgeber von der EZB. Allein die Zinseinnahmen, die aus dem ersten Anleihekaufprogramm, dem SMP, hereinkamen, beliefen sich im Jahr 2012 auf ganze 1,1 Milliarden Euro. Davon entfallen allein 555 Millionen Euro nur auf die Anleihen Griechenlands.

Die Zinseinnahmen von der Deutschen Bundesbank erhöhten sich, und dies ist die wichtigste Quelle des Gewinns. Diese Zinseinnahmen wuchsen im letzten Jahr an auf 11 Milliarden Euro. Rein netto ergibt sich daraus dann ein Zinsertrag in Höhe von 8,3 Milliarden Euro. Vorher waren es 4,8 Milliarden Euro gewesen. Weidmann erklärte diesen Anstieg des Nettozinsertrags, der recht kräftig ausfiel mit 3,5 Milliarden, vor allen Dingen das gute Bilanzwachstum, das bedingt durch die Krise stark ausfiel.

Diese Rückstellungen von der Bundesbank, die wirklich historisch hoch sind, reißen ein großes Loch in Schäubles Bundeshaushalt hinein. Er hatte ursprünglich 1,5 Milliarden veranschlagt für die Ausschüttung der Notenbank. Der Gewinn der Bundesbank aus dem letzten Jahr ist der zweitniedrigste, den es seit 2003 gegeben hat. In den meisten Jahren zuvor war es so gewesen, dass die Bundesbank eine Milliardensumme überwies an den Bund, 6,3 Milliarden waren es beispielsweise im Jahr 2008, und im Jahr 2010 immerhin noch 2,2 Milliarden.

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