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Jetzt jagen in Griechenland die Pfandleiher auch noch das Tafelsilber der Griechen

Viele Griechen sind im Moment angesichts der Wirtschaftslage ihres Landes einfach sehr verzweifelt, was auch nicht sehr verwunderlich ist. Jetzt fangen sie sogar an, ihr gutes Tafelsilber zu versetzen. Das veranlasste die Regierung wiederum dazu, vor windigen Pfandleihern zu warnen. Die Bürger sollen vorsichtig sein, wenn sie in einem der vielen neuen Leihhäuser ihr Tafelsilber verkaufen wollen. Von der Verbraucherschutz-Behörde kam am Dienstag die Aufforderung an alle Familien, die sich in Geldnot befinden, das Gold und das Silber zunächst einmal zu Hause zu wiegen und auf jeden Fall erst einmal unabhängig schätzen zu lassen. Dann solle man verschiedene Angebote vergleichen. Mit Vorsicht sollen die Griechen grundsätzlich alle Angebote behandeln, die per Flugblatt und Werbung ganz besonders hohe Preise versprechen.

Angesichts der vorherrschenden Krise ist es kein Wunder, dass allein in Athen die Leihhäuser wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden schießen. Werbung wird natürlich auch eifrig gemacht per Flugblatt, die auch schon gerne einmal unter den Scheibenwischern der Autos klemmen. Sehr viele Griechen, hier vor allen Dingen die Staatsangestellten, müssen wegen der Sparpläne, die vereinbart worden sind sehen, wo sie Bargeld herbekommen. Sie müssen teilweise mit Einkommenskürzungen von bis zu einem Drittel leben.

Natürlich sind es nicht nur die Griechen selbst, die immer knapp bei Kasse sind auch die Staatsfinanzen sehen nicht so aus, wie man sich das gedacht hat, ganz im Gegenteil, alles ist viel schlimmer als überhaupt gedacht. Durch die verschärfte Rezession, die durch die Sparauflagen zustande kommt, ist das Haushaltsdefizit in Griechenland erneut angeschwollen. Auch die zusätzlichen Einnahmen, die durch Krisensteuern zustande kamen, wurden durch die Flaute in der Wirtschaft gleich wieder aufgefressen. Dies ging am Dienstag hervor aus den Daten des Finanzministeriums. Es sieht so aus, als ob Griechenland seine Sparziele für das laufende Jahr nicht erreichen wird. Möglicherweise werden zusätzliche Einschnitte nötig, damit wenigstens das Ziel 2012 erreicht werden kann.

Den Angaben zufolge hat sich das Defizit der Zentralregierung von Januar bis zum November hin um gut fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht, und liegt nun bei 20,52 Milliarden Euro. Gleichzeitig sanken auch die Steuereinnahmen, und zwar um rund drei Prozent. Und auch die Ausgaben legten zu, ebenfalls um drei Prozent. Die langsame Konjunktur macht sich vor allen Dingen bemerkbar bei den Sozialsystemen.

Erst im September hatte die griechische Regierung eine ganze Reihe von Krisensteuern eingeführt, allerdings erst, nachdem die Gläubiger damit gedroht hatten, Griechenland den Geldhahn endgültig zuzudrehen. Dennoch ist das Finanzministerium davon überzeugt, dass die eingeleiteten Krisenschritte doch noch Früchte tragen werden im Dezember.

 

Bildquelle: günther gumhold  / pixelio.de

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