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Die Industrie in Deutschland kann der schlechten Konjunktur noch trotzen

Es ist nicht zu übersehen, dass die deutschen Unternehmen immer mehr die Euro-Krise spüren. Trotz einiger Entlassungen sinkt die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich nur recht leicht, und sie liegt noch immer über dem Wert, den es im vergangenen Jahr gegeben hat. Die Beobachter rechnen auch für das nächste Jahr nicht mit einem Konjunktureinbruch der massiven Art.

Die deutsche Wirtschaft spürt die Wirkung der Euro-Krise immer stärker. Im Oktober musste die Industrieproduktion seit der großen Finanzkrise im Jahr 2009 den heftigsten Rückschlag hinnehmen. Daher wurden seitens der Unternehmen auch jetzt zum ersten Mal im gesamten Jahr Arbeitsplätze gestrichen. Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht, denn die Unternehmen in Deutschland stehen noch immer weitaus besser da, als dies noch im letzten Jahr der Fall gewesen ist. Zudem sind die Aussichten auch positiv, auch wenn nur recht verhalten.

Die Zahl der Beschäftigten sank im Oktober diesen Jahres verglichen mit dem September um 7745, das sind 0,1 Prozent, dies teilte das Statistische Bundesamt mit am heutigen Montag. Somit sei es so, dass die Anzahl der Beschäftigten noch immer nahe sei dem Vier-Jahres-Hoch, das im September erreicht worden war und welches bei rund 5,3 Millionen liegt. Dies belegt, dass es kaum eine Auswirkung gibt von der schlechten Auftragsentwicklung auf die Beschäftigung.

Verglichen zum Oktober des Jahres 2011 gibt es in der Industrie momentan 90.000 Beschäftigte mehr, das bedeutet 1,7 Prozent mehr. Demnach ist ein ganz besonders starker Anstieg zu verzeichnen bei der Beschäftigtenzahl im Bereich des Maschinenbaus, hier gibt es ein Plus von 3,5 Prozent. Den Angaben nach konnten aber auch die Autoproduzenten und gleichzeitig auch die Hersteller von Erzeugnissen aus Metall recht gute Zuwächse verzeichnen, diese lagen bei jeweils 2,6 Prozent.

Den Experten nach liegt hier der Grund darin, dass sich die Unternehmen für gewöhnlich zuerst einmal von den Zeitarbeitern verabschieden. Diese sind aber nicht erfasst in der Statistik. Auch die Anzahl der Arbeitsstunden, die geleistet wurden, legte zu, und zwar um 6,6 Prozent, erreicht wurden hier 706 Millionen. Dabei muss man aber auch bedenken, dass der Oktober in diesem Jahr zwei Arbeitstage mehr zählte. Insgesamt lagen die Löhne hier bei etwa 19 Milliarden Euro, dies bedeutet ein Plus in Höhe von 5,4 Prozent verglichen mit dem Monat zuvor.

Einige Beobachter sind der Meinung, dass sich die Aussichten für das bevorstehende Jahr aufhellen werden. Das IMK-Institut, das gewerkschaftsnah ist, hat schon seine eigene Wachstumsprognose verdoppelt. Nun trauen die Forscher aus Düsseldorf der Wirtschaft ein Anziehen zu um 0,8 Prozent. Dies wurde von ihnen begründet mit den Geschäftsaussichten für die Exporteure hierzulande, die besser seien. Gleichzeitig geht man davon aus, dass auch die Wirtschaft der USA wieder zulegen werde. Man gehe in dieser Prognose davon aus, dass sich weder in Europa noch in den USA die Lage der Ökonomie weiterhin verschlechtern werde, so Gustav Horn, Direktor des IMK-Instituts.

Auch von Dieter Hundt, dem Arbeitgeberpräsident, kamen Signale recht positiver Art. Er selbst rechne für das nächste Jahr mit einer Wirtschaft, die wachsen wird, und auch dem Anstieg der Löhne. Dies sagte Hundt gegenüber der „Rheinischen Post“. Er sagte, dass er überzeugt sei, dass man in Deutschland nicht erleben werde, dass es zu einer Rezession komme. Im nächsten Jahr werde sich seiner Meinung nach die gute Lohnentwicklung, die es in den Jahren 2011 und 2012 gegeben hat, weiterhin fortsetzen. Er sagte zudem, dass es auch den Mitarbeitern gut gehe, wenn es den Unternehmen gut geht.

Gleichzeitig regte Hundt aber auch an, die Kurzarbeiterregelung auch auszuweiten auf die Zeitarbeitsbranche für den Fall, dass es zu einer wirtschaftlichen Entwicklung käme, die sich abschwächt. Hierbei handele es sich um eine einfache Vorsichtsmaßnahme, da die Staatsschuldenkrise noch immer Risiken berge, die schwer vorhersehbar seien, so der Arbeitgeberpräsident. Dieser Vorschlag wurde seitens Hundt aufgenommen von Frank-Jürgen Weise, dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, der dies bereits angeregt hatte.

Die Kurzarbeit ist ein sehr beliebtes Instrument bei den Unternehmen, denn sie sind damit in der Lage, auf Auftragseinbrüche zu reagieren, die konjunkturell bedingt sind, ohne in der Zeit gleich einige Mitarbeiter entlassen zu müssen. Die betriebliche Arbeitszeit wird dabei einfach gekürzt, und das Kurzarbeitergeld wird gezahlt durch die Bundesagentur für Arbeit. Die Agentur erstattet dabei sechzig Prozent des Nettoeinkommens, das ausgefallen ist. Gibt es Kinder im Haushalt, dann sind es 67 Prozent. Da die konjunkturelle Entwicklung für das nächste Jahr recht unklar ist, wird die Bundesagentur für das Jahr 2013 mehr Geld bereitstellen für die Kurzarbeit.

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