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Das DIW-Institut rechnet mit einer kleinen Konjunkturdelle für Deutschland

So wie es momentan aussieht, könnte die deutsche Wirtschaft durchaus im Frühjahr in eine kleine Rezession rutschen. Dennoch sollte man nicht gleich verzweifeln, denn es ist durchaus möglich, dass es danach dann wieder recht schnell nach oben geht. Das wird aber nur so geschehen, wenn ganz bestimmte Risiken auf jeden Fall unter Kontrolle gehalten werden.

Nach der Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, auch kurz DIW, sieht es wohl so aus, dass Deutschland nach dieser kleinen Konjunkturdelle, die im Frühjahr kommen soll, wieder recht schnell auf einen Wachstumskurs gehen wird. Am Mittwoch teilte das DIW mit, dass für das gesamte Jahr 2012 wohl mit einem Plus von 0,6 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt zu rechnen sei. Nach den vorläufigen Schätzungen sei die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um rund drei Prozent angestiegen.

Das Institut rechnet weiterhin mit einem Aufholwachstum, das im Sommer des Jahres 2012 einsetzen soll. Daher soll es im Jahr 2013 wieder zu einem Wachstum kommen, das dann bei 2,2 Prozent liegen könnte. Dies sagte Ferdinand Fichtner, DIW-Konjunkturchef. Das sei aber nur wirklich möglich, wenn die Politik es in den nächsten Monaten schafft, die momentane Eurokrise auch wirklich überzeugend in den Griff zu bekommen.

Wenn sich diese Krise aber noch um einiges länger hinzieht im Euroraum, dann sei es wahrscheinlich, dass der Arbeitsmarkt wohl deutlich stärker betroffen sein wird. Dann sei es wirklich möglich, dass eine Negativ-Spirale drohe, die sich aus einer steigenden Arbeitslosigkeit und einer fallenden Nachfrage zusammensetzt, so Fichtner. Die Rezession werde zudem auch sicherlich um einiges stärker ausfallen, sollte auch Frankreich angesteckt werden von der Schuldenkrise.

Laut DIW haben die Beschlüsse, die auf dem Gipfel in Brüssel im Dezember getroffen wurden, wohl keinerlei entscheidenden Beitrag geleistet für eine unmittelbare Lösung der bestehenden Schuldenkrise. Dennoch sei es möglich, dass sie langfristig dazu beitragen, eine höhere Stabilität der gesamten Währungsunion zu erreichen. Durch diese Krise erhalte die deutsche Regierung Rückenwind in ihrem Bemühen um eine viel stärkere fiskalpolitische Koordinierung in ganz Europa, so Fichtner. Allerdings müsse man darauf achten, dass diese angepeilten Reformen nicht auch zu einer solchen Hängepartie werden.

Diese ganzen Probleme in der gesamten Weltwirtschaft und auch in der Eurozone bekommen hier vor allen Dingen die ganzen Exportfirmen zu spüren. Die deutsche Wirtschaft ist bekanntlich exportabhängig und könne sich daher einer Abschwächung der gesamten Weltkonjunktur gar nicht entziehen. Es ist gerade die Krise in der Eurozone, unter der die Exporte Deutschlands wohl am meisten leiden werden. Dies sagte der Experte des DIW Simon Junker. Aber auch die Inlandsnachfrage werde in Mitleidenschaft gezogen, auch wenn diese zuletzt sehr stark gewesen sei. Er geht davon aus, dass die Menschen einfach von der ganzen Krise verunsichert sind im Euroraum, und dass sie sich daher auch beim Konsum zurückhalten werden.

Auch die Unternehmen würden reagieren und ihre Investitionen zurückfahren in diesem recht unsicheren Umfeld. Das ist der Grund, warum vieles dafür spreche, dass Deutschland wohl in eine Rezession rutsche, wenn auch nur für eine kurze Zeit. Es sei den Unternehmen aber durchaus möglich, mit etwas mehr Kurzarbeit und auch dem Abbau von Arbeitszeitkonten, die oft recht gut gefüllt sind, die Folgen davon gut abzufedern. Bei den Erwerbstätigen sei im gesamten Jahresdurchschnitt wohl mit einem kleinen Plus zu rechnen, und nach Einschätzung des DIW werde die Arbeitslosenquote wohl leicht über der Marke von sieben Prozent verharren.

 

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de

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