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Bei den Finanzhändlern wird ein Abdriften unseres Euro erwartet

So wie es momentan aussieht, sind die Aussichten für unseren Euro wohl alles andere als rosig. Von den Händlern werden nun weitere Kursverluste erwartet, denn am Markt ist das Vertrauen in die Politiker verloren gegangen, dass diese in der Lage sein sollen, die Krise auch wirklich zu lösen. Schon in der letzten Woche war es passiert, dass der Euro gegenüber dem Dollar abgerutscht ist, und zwar auf den niedrigsten Wert, den es seit dem Januar gegeben hat.

Die Händler erwarten wohl keine Eindämmung der vorherrschenden Kursverluste durch die neuesten Maßnahmen, die die europäischen Politiker beschlossen haben, um die Krise beizulegen. Es ist zwar so, dass der Euro noch immer mit 1,31 Dollar über dem Durchschnittswert liegt, den er seit Beginn des Handels hat im Jahre 1999 hat, und zwar um rund acht Prozent. Leider ist es aber so, dass die Pessimisten der Meinung sind, dass es nach unten wohl noch jede Menge Spielraum gibt. Das sei nicht zuletzt deshalb so, weil Portugal, Irland und auch Griechenland um Rettungspakete ersuchen mussten, weil die Finanzierungskosten von Spanien und Italien am Bondmarkt nun ein gewisses Niveau erreicht haben.

Es gibt schon einige Unternehmen in Europa, die sich bereits jetzt darauf vorbereiten, dass es wohl einige Länder geben wird, die die Währungsunion bald verlassen werden, und auch Bankenzusammenbrüche werden vorausgesehen.

Die Ratingagentur Standard & Poor´s wurde durch das schwächere Wirtschaftswachstum und auch den ganzen Stress im Finanzsystem Europas dazu veranlasst zu warnen, dass auch die mit „AAA“ benotete Bonität von Frankreich und Deutschland herabgestuft werden könnte. Auch die Ratingagentur Fitch setzte gerade erst den Ausblick für Frankreich herunter, und zwar auf „Negativ“. Spanien und auch Italien landeten bei Fitch gar auf der Beobachtungsliste für eine Herabstufung des Ratings. Auch hier war die Begründung, dass Europa es einfach nicht geschafft hat, eine umfassende Lösung zu finden für die Krise.

Das allgemeine Misstrauen bekam der Euro in den vergangenen Handelstagen richtig zu spüren, denn er fiel in der letzten Woche unter eine Marke von 1,30 Dollar zurück, das erste Mal seit Januar. Er verlor gegenüber dem Dollar ganze 2,5 Prozent.

Die Volkswirte von Barclays schätzen mittlerweile, dass die Rezession in Europa bereits schon begonnen hat. Laut ihrer Einschätzung wird wohl das Bruttoinlandsprodukt der gesamten Euro-Zone im noch laufenden Quartal um 1,4 Prozent schrumpfen. Im ersten Quartal des nächsten Jahres werden es nochmals 0,6 Prozent sein. Danach käme eine Stagnation bis zum Ende des Junis, und dann werde es wohl erst wieder beginnen zu wachsen.

Nachdem die Staatsschuldenkrise nun auch auf Italien übergegriffen hat, sei es nicht mehr länger als hypothetisch anzusehen, dass es wirklich das Risiko des Auseinanderbrechens der Euros gebe. Dies sagte David Woo, der weltweite Leiter Zinsen und Währungen, und zwar bei der Bank of America/Merrill Lynch in New York. Hier geht man davon aus, dass der Euro noch bis zum April nächsten Jahres auf den Wert von 1,25 Dollar fällt.

 

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de

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