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Ansturm von Kunden bei der Telekom – Wende könnte in Sicht sein

Es scheint wieder aufwärts zu gehen für die Telekom, im zweiten Quartal diesen Jahres ist es dem Unternehmen gelungen, rund 1,5 Millionen neue Kunden zu gewinnen, und das auch in den USA. Obwohl dies nicht gerade günstig war für das Unternehmen, konnte der Vorstandschef dennoch einen Gewinn für das gesamte Jahr in Aussicht stellen, der leicht höher ist. Die Aktie konnte daraufhin gut zulegen.

René Obermann, der Chef der Telekom, hatte lange Zeit keine guten Nachrichten verkünden dürfen, jetzt hat sich das Blatt anscheinend gewendet. Zum ersten Mal war es dem Konzern wieder möglich, neue Kunden zu gewinnen. Gut sieht es sogar aus bei T-Mobile US, das bisherige Sorgenkind scheint ebenfalls auf dem aufsteigenden Ast zu sein. Obermann sagte bei der heutigen Präsentation der Zahlen des zweiten Quartals, dass man einen Kundenansturm erlebe, und das auf beiden Seiten vom Atlantik.

Es gibt verschiedene Gründe für die vielen neuen Kunden, zum einen hat dies etwas mit der Fusion zu tun, die in den USA mit MetroPCS, einem kleineren Rivalen, eingegangen wurde. Aber auch der Handynetzausbau sowie die Tatsache, dass das iPhone nun auch verfügbar ist bei T-Mobile US, tragen zu dem Kundenzuwachs bei beim Geschäft in den USA. Die Telekom steckt sehr viel Geld in dieses Wachstum. Daher wurde seitens des Unternehmens die Gewinnprognose auch nur ganz leicht heraufgesetzt. Allein im zweiten Quartal des Jahres ist es T-Mobile US gelungen, 688.000 Vertragskunden anzuziehen, dies bedeutet, dass das Unternehmen zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren ein Plus verzeichnen kann. Obermann sagte, dass man in den USA eine „gewaltige Trendwende“ vorlege, und dass man diesen Erfolgsweg auch weiterhin fortsetzen wolle.

Mitte des Jahres 2009 konnte die Zahl der Kunden in den USA auf ein absolutes Allzeithoch steigen, dies lag bei 27 Millionen. Danach verlor das Unternehmen allerdings ein Viertel des bisherigen Vertragskunden. Grund dafür war zum einen das Mobilfunknetz, das schlecht ausgebaut war. Zum anderen gab es das iPhone nicht bei T-Mobile US, sondern nur bei Verizon und Co. Das iPhone ist hierzulande auch sehr beliebt, in den USA aber noch weitaus mehr. Seit dem April kann die Telekom nun auch in den USA das iPhone anbieten. Die sonstigen Probleme sollen nun gelöst werden durch einen Netzausbau, der das Unternehmen vier Milliarden Euro kosten wird, und durch die Fusion.

Angekündigt wurden seitens Obermann zudem noch weitere Investitionen. Man sei für solch ein werthaltiges Wachstum bereit, mehr Geld in diesem Jahr in die Hand zu nehmen als man dies bisher geplant habe. In den zweiten sechs Monaten des Jahres will das Unternehmen noch bis zu 700.000 neue Vertragskunden anlocken. Dazu soll auch verstärkt Werbung eingesetzt werden.

Die Anzahl der Mobilfunkkunden stieg aber nicht nur in den USA an in den ersten sechs Monaten, sondern auch hierzulande. 5,7 Prozent sind mehr zu verzeichnen, so dass 37,5 Millionen erreicht werden. Allerdings ist es bei vielen dieser Kunden so, dass ihr Vertrag gar nicht direkt bei der Telekom oder auch bei der Tochter Congstar liegt, sondern bei ganz anderen Anbietern. Diese mieten aber das Telekom-Handynetz, und somit verdient die Telekom auch daran Geld. Gesunken ist allerdings wiederum die Festnetzkundenzahl, um 4,5 Prozent ging es hier nach unten, erreicht werden noch 21,9 Millionen.

Somit hat es einige Extraausgaben gegeben in den USA, und dementsprechend erhöht das Unternehmen nun auch nur recht zögerlich den Gewinnausblick auf 17,5 Milliarden von vorher 17,4 Milliarden Euro. Es hieß, dass der Konzern den Ausblick auch rein rechnerisch gesehen hätte anheben können auf 18 Milliarden, man habe aber angesichts der Offensive in den USA darauf verzichtet. Die Zahlen, die die Telekom heute verkündete, lagen über dem, was seitens der Experten erwartet worden war, und dies machte sich auch gleich an der Telekom-Aktie bemerkbar, diese legte gleich zu Beginn des Handels zu um noch mehr als vier Prozent.

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