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Lettland steht kurz von dem Antrag für die Aufnahme in die Euro-Zone

Bisher gibt es in der Euro-Zone 17 Mitglieder, im nächsten Jahr könnten es 18 sein. Lettland plant, der Euro-Zone beizutreten. Das ist deshalb recht bedenklich, weil die Situation des Landes in einigen Kennzahlen schon sehr der Lage ähnelt in den Krisenstaaten des Euro. Aber auch Polen ist am Beitritt interessiert und treibt die Bemühungen vorwärts.

Lettland gibt momentan richtig Gas, um der Euro-Zone beitreten zu können. Erst Ende Januar hatte das Parlament des Landes das Gesetz verabschiedet für die Einführung der Gemeinschaftswährung, nun will der Ministerpräsident des Landes, Valdis Dombrovskis, schon Anfang März den dafür notwendigen Antrag stellen. Dies berichtet nun der „Guardian“. Wenn alles nach Plan läuft, dann ist es durchaus möglich, dass Lettland schon im Jahr 2014 die Gemeinschaftswährung einführen könnte.

Der Ministerpräsident zeigt sich recht zuversichtlich, dass Lettland schon bald das 18. Mitglied werden wird in der Euro-Zone. Im Jahr 2012 hatte das Haushaltsdefizit recht deutlich unter der wichtigen Schwelle von drei Prozent mit seinen 1,5 Prozent vom BIP. Auch im Bereich der Gesamtverschuldung ist Lettland in der Lage, das Maastricht-Kriterium, das bei 60 Prozent liegt, mit 42 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt zu unterbieten.

Ein Beitritt in die Euro-Zone ist für die Letten einfach nur logisch. Ministerpräsident Dombrovskis sagte, dass bereits jetzt der Euro die Wirtschaft seines Landes dominiere. Rund achtzig Prozent aller Kredite seien bereits in Euro. Der Beitritt werde die finanzielle Stabilität des Landes und auch die wirtschaftliche erhöhen. Zudem werde der Euro auch sein Land attraktiver machen für Investoren aus dem Ausland, gleichzeitig würden auch die Zinsen gesenkt auf den Finanzmärkten.

Olli Rehn, EU-Währungskommissar, sagte, dass er gute Chancen sehe für einen Beitritt Lettlands zur Euro-Zone im Jahr 2014. Dennoch wolle er sehr gründlich prüfen, ob das Wirtschaftsmodell von Lettland auch nachhaltig sei. Der Bankensektor des Landes könnte hier eventuell ein Problem darstellen. Hier gibt es eine ähnliche Dimension wie im verschuldeten Zypern, und das Land benötigt nun einen Milliardenkredit von den Staaten des Euro.

Zudem gibt es in der Wirtschaft Lettlands auch ein recht hohes Leistungsbilanzdefizit. Den Schätzungen nach hat es im letzten Jahr bei 2,9 Prozent gelegen vom BIP, und damit weist es ähnliche Defizite auf wie Portugal und Spanien.

Wenn des Beitritt wirklich stattfinden würde, dann wäre Lettland nun das zweite baltische Land, das sich im Euro-Raum befindet neben Estland, das bereits im Jahr 2011 den Euro eingeführt hat. Auch Litauen will hier nicht dahinter zurückbleiben und plant ebenfalls den Beitritt in die Euro-Gruppe, allerdings erst für das Jahr 2015. Erst im nächsten Jahr will der litauische Ministerpräsident den Antrag dazu stellen.

Auch in Polen stehen die Zeichen auf Euro. Hier haben sich sowohl Donald Tusk, Ministerpräsident, als auch Jacek Rostowski, Finanzminister, dafür stark gemacht, dass der Euro recht schnell eingeführt wird. Allerdings will der Staatspräsident des Landes, Bronislaw Komorowski, eine Entscheidung darüber erst im Jahr 2015 nach den Wahlen, so dass hier das Eintrittsjahr wohl erst 2017 sein wird. Hier ist die Lage schon recht schwierig.

Bisher kann die Wirtschaftsnation, die die siebtgrößte ist innerhalb der EU, kein einziges der Beitrittskriterien erfüllen, die die Euro-Zone vorgibt. Zudem ist aus aktuellen Umfragen auch zu entnehmen, dass nicht einmal ein Drittel der gesamten Bevölkerung ihren Zloty aufgeben will für den Euro. Wie es aussieht, muss Polen zur Einführung des Euro die Verfassung ändern, und das ist schon recht unwahrscheinlich für die momentane Legislaturperiode. Die momentan vorherrschende Gesetzeslage legt der Regierung viele Steine in den Weg wenn es darum geht, den Euro einzuführen ohne die Zustimmung vom Präsidenten des Landes.

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