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G7 wollen nichts zu tun haben mit einem Währungskrieg

Japan und auch die USA nehmen ohne weiteres auch eine schwächere Währung in Kauf, und Frankreich ist für einen schwachen Euro, aber dennoch wollen sich die Länder bekennen zu freien Wechselkursen beim Treffen der G20. Unterdessen warnt Jens Weidmann, Chef der Bundesbank, vor Eingriffen.

Das Treffen von den zwanzig führenden Industrie- und Schwellenländern steht kurz bevor, und nun gab das US-Finanzministerium eine Warnung vor einer Manipulation der Wechselkurse heraus. Lael Brainard, Staatssekretärin, sagte gestern, dass der Wert der Währungen ermittelt werden müsse durch den Markt. Weiterhin sagte sie auch, dass sich die G20-Gruppe bekennen solle dazu, dass man nicht in einen Abwertungswettkampf treten werde. Es sei nicht Sinn der Haushalts- und Geldpolitik, die Währungen zu schwächen, um somit der Exportwirtschaft helfen zu können, so Brainard weiter.

Auch seitens des IIF, des internationalen Bankenverbands, wurde gefordert, dass die Finanzminister den Märkten sehr deutlich machen müssten, dass es eine Zusammenarbeit gebe unter den Staaten, und dass man sich nicht in einem sogenannten „Währungskrieg“ befände. Gibt es kein eindeutiges Signal, würden wohl die Wechselkurse aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin recht stark schwanken.

Als Auslöser für diese Debatte rund um dieses Wechselkurs-Dumping hatte die japanische Lockerung von der Geldpolitik gesorgt, diese hatte den Yen in den Keller geschickt. Durch eine solch schwache Landeswährung ist es den Unternehmen in Japan möglich, die eigenen Produkte auf dem Weltmarkt zu einem günstigeren Preis anzubieten. Gleichzeitig ist es auch so, dass die Gewinne, die im Ausland erzielt wurden von Unternehmen, die international tätig sind, sich viel stärker niederschlagen auf die Bilanzen.

Ganz besonders Frankreich beklagt sich, dass die Stärke des Euro dafür sorge, dass es Nachteile gebe für die Wirtschaft in Europa. Pierre Moscovici, der Finanzminister des Landes, wolle dieses Thema ansprechen beim G20-Treffen in Moskau an diesem Wochenende.

Angesichts der auftretenden Ängste vor einem weltweiten Abwertungswettlauf erwägt die Gruppe der G7 nun, eine gemeinsame Erklärung herauszugeben gegen solche Wechselkurse, die politisch gesteuert werden. Laut den Kreisen der G20 heißt es, dass diese Erklärung veröffentlicht werden könnte während des Treffens am Wochenende.

Die G7 bekennen sich in diesem Entwurf zu marktbestimmten Kursen an den gesamten Devisenmärkten, und sie wenden sich auch gegen eine solche Wechselkurssteuerung seitens der Politik.

Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank, warnte bereits vor den Folgen von einem solchen Wechselkurs-Dumpings, das staatlich betrieben wird. Wenn immer mehr Länder versuchten, ihre eigene Währung so zu drücken, sei es gut möglich, dass dies letztendlich münde in einen Abwertungswettlauf, und dieser werde wohl nur Verlierer kennen. Bei den geldpolitischen Entscheidungen seitens der EZB werde die Entwicklung des Wechselkurses natürlich berücksichtigt, wenn sie denn einen Einfluss habe auf die Preisentwicklung. Weiterhin sagte Weidmann, dass eine Wechselkurspolitik mit dem Ziel einer Schwächung der Gemeinschaftswährung letztendlich doch darauf hinauslaufen werde, dass es zu einer höheren Inflation komme.

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