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Druck wird erhöht auf Frankreich seitens der Ratingagentur S&P

Bisher ist es so, dass die Finanzmärkte auch weiterhin noch Vertrauen setzen in Frankreich. Trotzdem das Land ein recht hohes Defizit aufweist und die Wirtschaft des Landes schwach ist, bleiben die Zinsen noch erstaunlich niedrig. Dennoch ist es gut möglich, dass dieses Vertrauen schon in naher Zukunft auf dem Prüfstand stehen wird.

Seitens der Ratingagentur Standard & Poor´s wurde eine Warnung in Richtung Frankreich ausgesprochen. Sollte das Land seine eigenen Sparziele und Reformziele verfehlen, könnte es zu einer erneuten Herabstufung kommen. Wenn die französische Regierung verhindern möchte, dass es zu einer erneuten Verschlechterung kommt der Bonitätsnote, dann müsse sie ihre gemachten Zusagen bezüglich der Konsolidierung des französischen Haushalts auch einhalten. Dies sagte der für Frankreich zuständige Analyst von S&P, Marko Mrsnik. Er sieht die größten Risiken darin, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten eintrübten, und das sowohl der Arbeitsmarkt als auch der Sektor Dienstleistung keiner ausreichenden Reform unterzogen würden. Gleichzeitig sei es auch von Wichtigkeit, dass es die Regierung, wie bereits vorher geplant, schaffe, die Schuldenquote zu senken ab dem Jahr 2015. Bereits im Januar des letzten Jahres hatte die Ratingagentur Frankreich die bis dato geltende Bestnote von „AAA“ entzogen.

Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft in der gesamten Eurozone. Im Auftaktquartal diesen Jahres rutschte diese Volkswirtschaft allerdings hinein in die Rezession. Francois Hollande, der Präsident des Landes, hatte zuletzt des öfteren betont, den Willen zu den Reformen zu haben, allerdings verteidigte er auch gleichzeitig den Defizitabbau, der langsam vorangeht. Seitens der EU-Kommission ist bereits vorgeschlagen worden, dem Land noch zwei zusätzliche Jahre zu geben, um das Defizit senken zu können unter die geltende Höchstmarke in Höhe von 3 Prozent.

Recht beunruhigt über die gesamte Lage im Nachbarland Frankreich hat sich auch Nikolaus von Bomhard gezeigt, der Chef der Munich Re. Aus seiner Sicht ist es so, dass das Land nicht entschieden genug anginge gegen die Euro-Krise. In einem Interview sagte von Bomhard, dass sich bereits viele Staaten bisher eine „bittere Medizin“ verabreicht hätten, und auch in Italien sei man gerade dabei, sich Schritte zu überlegen, um aus der Krise herauszukommen. Weiterhin sagte er, dass Frankreich es bisher nicht einmal geschafft habe, den „Medizinschrank“ ernsthaft zu öffnen.

Generell sei es aber auch so, dass die Schuldenkrise in Europa noch längst nicht überstanden sei. Momentan seien die Finanzmärkte zwar beruhigt, dies sei den Maßnahmen zu verdanken, die die EZB unternommen habe, aber nun müsse die Politik auch die Zeit schnell nützen für Reformen. Der Meinung des Munich-Re-Chefs nach sei die Entwicklung in Frankreich deshalb so dermaßen wichtig, weil keiner genau wisse, wann dieses doch recht „flüchtige Vertrauen“ erneut kippen könnte.

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