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Deutsche Exporte werden durch die Euro-Krise abgewürgt

Jetzt ist es auch in Deutschland soweit, die Wirtschaft verliert an Fahrt. Im April sind die Exporte recht deutlich gesunken. Ganz besonders stark betroffen sind die Ausfuhren, die in andere Länder Europas gingen. Allerdings sind die Aussichten für die nächsten Monate recht schlecht, denn auch in anderen Ländern, die wichtige Absatzmärkte darstellen so wie China und Indien, schwächelt im Moment die Konjunktur.

Zum ersten Male im Jahr 2012 sanken die Exporte Deutschlands. Die Unternehmen verkauften im April rund 1,7 Prozent weniger, als es noch im Vormonat der Fall gewesen war ins Ausland. Dies teilte am heutigen Freitag das Statistische Bundesamt mit. In der Industrie, die exportabhängig ist, brachen im April die Auslandsaufträge weg, und zwar um 3,6 Prozent. Die Unternehmen setzten insgesamt im April diesen Jahres rund 87,1 Milliarden Euro um. Dennoch verbuchte die deutsche Exportwirtschaft im Vergleich zum Jahr zuvor ein kleines Plus, das bei 3,4 Prozent lag.

Als Hauptgrund für diese Delle im Wachstum wird die Schuldenkrise angesehen und auch die Rezession, die momentan in vielen europäischen Ländern herrscht. Die Ausfuhren in die Länder Europas sanken um 3,6 Prozent, aber dagegen legten die Exporte in die Länder, die außerhalb der EU liegen, zu, 10,3 Prozent waren hier mehr zu verzeichnen.

Dennoch ist es gut möglich, dass die Exporte nach China in der nächsten Zeit sinken werden, denn auch in den sonst üblicherweise boomenden Schwellenländern lief es zuletzt längst nicht mehr so gut. So wie es momentan aussieht, wird China wohl in diesem Jahr so extrem langsam wachsen, wie es zuletzt im Jahr 1999 der Fall gewesen ist. Auch in Indien sieht es nicht so gut aus, hier legte das Bruttoinlandsprodukt zuletzt so schlecht zu, wie es seit neun Jahren schon nicht mehr der Fall gewesen ist.

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland wird sich wohl insgesamt dadurch abflauen, denn es ist sehr stark abhängig von den Exporten. Im letzten Quartal des Jahres 2011 betrug der Anteil der gesamten Ausfuhren an der Wirtschaftsleistung insgesamt 50,6 Prozent.

Aber es sind nicht nur die Exporte, die zurückgegangen sind, auch die Importe fielen sehr stark im April, und das kam schon sehr überraschend. Im Vergleich zum Monat zuvor waren es 4,8 Prozent weniger. Dieser Rückgang war der stärkste seit rund zwei Jahren. Waren mit einem Wert in Höhe von 72,7 Milliarden Euro wurden insgesamt eingeführt, dies ist ein Prozent weniger als noch ein Jahr davor. Jürgen Michels, Analyst bei der Citigroup sagte, dass dieser starke Rückgang der Importe zusammenhängt mit dem schwächeren Ölpreis. Dies sei daher keinerlei Signal für eine Binnennachfrage, die schwächer ist.

Die Handelsbilanz Deutschlands, also die Differenz zwischen den Exporten und den Importen, wies einen Überschuss aus in Höhe von 16,1 Milliarden Euro, natürlich bereinigt.

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