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Chef der US-Notenbank Bernanke sieht in der Schuldenkrise Entspannung

Nach Ansicht des Chefs der US-Notenbank, Ben Bernanke, haben sich nun die Turbulenzen in der Schuldenkrise in Europa etwas gelegt. Dennoch hat er auch warnende Worte parat, denn seiner Ansicht nach wird die Erholung der gesamten Wirtschaft sicher kein Selbstläufer.

Am Mittwoch wird Bernanke angehört vor einem Kongress-Ausschuss bezüglich der Euro-Schuldenkrise. Geht man nach dem Redebericht, der schon vorab veröffentlicht worden war, ist die Zwischenbilanz sicher nicht so schlecht zu werten. Der Einschätzung Bernankes nach hat sich der Druck in Europa, das von Schulden geplagt wird, verringert in den letzten Monaten. Dadurch sei es dann zu einer Beruhigung gekommen an den Finanzmärkten, dies sei auch in den USA der Fall. Es sei aber notwendig, dass die Staats- und Regierungschefs Europas die Fiskalreformen, die vereinbart worden waren, auch wirklich umsetzen. Nur so sei es möglich, die momentane Ruhe zu sichern, die an den Märkten herrscht.

Nach wie vor seien die USA bereit, sich an der Stabilisierung des Finanzsystems zu beteiligen, wenn es in Europa wieder zu neuen Problemen kommen sollte. Bernanke sagte, dass die Federal Reserve die gesamten Situation weiterhin beobachten werde, und zwar ganz genau. Zudem werde man mit allen Finanzinstituten und auch den Partnern im Ausland zusammenarbeiten, damit die Widerstandskraft des Finanzsystems noch weiterhin verbessert werden kann. Wenn eine Situation entstehen sollte, die ein Eingreifen erfordere, sei die Zentralbank auf jeden Fall bereit, die Instrumente, die ihr zur Verfügung stehen, zu nutzen.

Es gibt aber auch unter den Bankern der Zentralbank einige, die davor warnen, weitere Lockerungs-Maßnahmen der Geldpolitik vorzunehmen. Der Präsident der Notenbank Minneapolis, Narayana Kocherlakota sagte, dass die Fed durchaus gezwungen sein könnte, von der momentanen Nullzins-Politik abzukehren, falls es dazu kommt, dass die Arbeitslosenquote im Land weiter sinkt und die Gefahr von einer steigenden Inflationsrate auftritt. Er ist der Meinung, dass dies ein Argument sei, um den Beginn für den Ausstieg aus dieser Nullzins-Politik in den Jahren 2012 oder auch 2013 zu sehen.

Er selbst erwarte, dass die Arbeitslosenquote der USA von momentan 8,3 Prozent noch in diesem Jahr sinken könnte auf ein Niveau von unter 8 Prozent, und im Jahr 2013 könnten gar 7 Prozent erreicht werden. Gleichzeitig gehe er aber auch davon aus, dass in den nächsten zwei Jahren auch die Inflation über der gesetzten Zielmarke liegen werde. Somit sei die Fed dann wohl gezwungen, die Geldpolitik einzugrenzen, die die Wirtschaft stimuliert. Bislang ist es allerdings noch der einzige, der diese Meinung vertritt.

 

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de

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