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Apple soll Steuertricks genutzt haben – USA entgehen Steuern

Schon etwas länger wird berichtet über die Steuerpraktiken des Unternehmens Apple. Nun werden diese auch zum Thema im Senat der USA. Man wirft dem Unternehmen vor, den Staat um Beträge in Milliardenhöhe gebracht zu haben. Nun möchte man die Bevölkerung darüber informieren.

Der Konzern Apple hat es geschafft, durch ein Geflecht aus Firmen, die vielfach angesiedelt sind im Ausland, Steuerzahlungen im Heimatland USA zu vermeiden. Durch dieses recht komplexe Geflecht soll das Unternehmen Steuern eingespart haben in zweistelliger Milliardenhöhe. Dies wurde zumindest durch einen Bericht festgestellt vom US-Senat. Dieser soll nun am heutigen Dienstag diskutiert werden in der Parlamentskammer. Der Vorwurf einer illegalen Handlung steht dabei nicht im Raum, viel eher werden hier Gesetzeslücken der USA verdeutlicht, die nicht nur Apple nutzt, um einiges an Steuern zu vermeiden.

Senator Carl Levin, Leiter des permanenten Senatsausschusses zuständig für Untersuchungen, sagte, dass man seitens Apple nicht damit zufrieden gewesen sei, Gewinne zu verlegen in ein sogenanntes Niedrig-Steuer-Paradies, man habe zudem noch den „Heiligen Gral der Steuervermeidung gesucht“. Apple habe Offshore-Firmen gegründet, diese verwalteten laut Levin dutzende Milliarden Dollar, und so konnte das Unternehmen den USA Steuereinnahmen entziehen.

Levin erklärte, dass die Anhörung am heutigen Dienstag nicht nur diesen Trick zeigen werde, sondern auch noch weitere Offshore-Steuervermeidungsstategien des Konzerns. Damit solle dem durchschnittlichen Bürger der USA gezeigt werden, wie solche Lücken im Gesetz die Steuerlast der Bürger und auch das Bundesdefizit erhöhten.

Ebenfalls diesem Ausschuss angehörig ist auch John McCain, republikanischer Senator. Er sprach von Steuerstrategien, die sehr fragwürdig seien, die genutzt würden von Unternehmen wie beispielsweise Apple, um Zahlungen von Steuern zu vermeiden in den USA. Seiner Meinung nach sei es besser, wenn der Großteil der kreativen Energie des Konzerns fließen würde in innovative Dienstleistungen und Produkte, und nicht in die Abteilung Steuer.

Auch Tim Cook, der Chef von Apple, wird bei dieser Anhörung anwesend sein müssen, er wird den Senatoren hierzu Antworten geben müssen. Sowohl Levin als auch McCain betonten diesbezüglich, dass sie Vorschläge unterbreiten wollten, wie man diese Steuerrecht-Lücken schließen könne.

Dem Bericht des Senates nach ist es so, dass Apple beispielsweise Rechte verlagert habe an geistigem Eigentum in Firmen, die in Ländern ansässig sind mit einer niedrigen Besteuerung. In einer Filiale seien Nettozuflüsse verbucht worden in Höhe von 30 Milliarden Dollar, sie habe sich aber geweigert, eine Angabe zu machen bezüglich des Steuerstandortes, so heißt es. Zudem habe sie für einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren gar keine Unternehmenssteuer gezahlt an „irgendeine nationale Regierung“.

Apple habe es dazu noch geschafft, mit der irischen Regierung eine Steuerquote auszuhandeln, die bei zwei Prozent liege. Üblich sei hier eine Rate von zwölf Prozent. In den Jahren zwischen 2009 und 2012 habe Apple somit einen Umsatz in Höhe von 74 Milliarden Dollar verlagert nach Irland. Dem Bericht nach soll es so sein, dass Apple über Barreserven verfügt in Höhe von 145 Milliarden Dollar. Von diesen 145 Milliarden sollen 102 Milliarden sich außerhalb der USA befinden, der Grund dafür ist eine Steuerersparnis.

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