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Wieder wird der Dax gedrückt – diesmal ist schlechte Laune in Frankreich daran schuld

er Trend von gestern setzt sich auch heute weiter fort. Die Stimmung an den Märkten ist gedrückt, und dafür sorgen die schlechten Quartalszahlen von den großen Konzernen. Diese schlechte Stimmung herrscht aber nicht nur in Deutschland, sondern auch bei den Unternehmern in Frankreich. Die sogenannte heiße Phase der momentanen Berichtssaison steht direkt bevor, und so wird der Dax dadurch belastet.

Heute gelang es dem Dax nur recht kurzzeitig, die Verluste zu kompensieren, die er heute morgen gleich zu Beginn des Handels erlitten hat. Die Stimmung bei den französischen Unternehmern ist überraschend sehr schlecht, und so wurde der Dax schon nach einem kleinen Ausflug nach oben wieder gebremst und gab 0,9 Prozent ab, so dass er bei 7.264 Punkten landete. Auch beim MDax und beim TecDax geht es abwärts, beide verloren je etwa ein Prozent.

Seitens mehrerer Händler wurde darauf verwiesen, dass der Geschäftsklimaindikator Frankreichs für den Monat Oktober gefallen ist auf ein Dreijahrestief, und das entgegen aller Erwartungen, die weitaus optimistischer gewesen waren. Laut Andreas Lipkow, Händler bei MWB Fairtrade, sei der negative Trend im Dax auch beschleunigt worden durch den Bruch der Marke von 7.300 Punkten. Keinen Einfluss auf den Markt hat dagegen die Herabstufung von fünf Regionen Spaniens, die seitens der Ratingagentur Moody´s vorgenommen worden war. Es hieß als Begründung, dass Katalonien wohl schon Ende des Monats August einen Betrag von rund fünf Milliarden Euro gefordert habe von der Regierung in Spanien.

Großartige Bewegungen werden seitens der Händler in Frankfurt nicht erwartet. Zurzeit warten die Investoren wohl darauf, dass die heiße Phase in der Berichtssaison beginnt. Ein Händler sagte, dass sich wohl niemand positionieren wolle, bevor nicht die ersten Unternehmen des Dax ihre Zahlen vorgelegt hätten. In dieser Woche sind vier Konzerne des Dax daran, ihre Zahlen vorzulegen, unter anderem am Mittwoch VW, und am Donnerstag Daimler.

Für ein Plus in Dax sorgen nur die Aktien von Continental, und das auch nur wegen des Sogs, der durch den Konkurrenten Michelin entstand, um 0,5 Prozent konnten diese Papiere zulegen. Michelin hatte im dritten Quartal insgesamt einige Reifen weniger verkauft, aber dank einer recht starken Nachfrage bei den etwas teureren Modellen konnte der Hersteller die Einnahmen dennoch steigern auf ein Plus von rund 6 Prozent, das ergibt 5,4 Milliarden Euro. In Paris kletterten daher die Aktien um 4,1 Prozent.

Alle anderen 29 Werte des Dax verzeichneten heute Morgen nur rote Zahlen. Den größten Verlust legten die Aktien von Adidas hin, sie verzeichneten ein Minus von 2,2 Prozent. Erst am Donnerstag zuvor hatten die Papiere von Adidas das absolutes Rekordhoch erreicht, das seit dem Börsengang zu verzeichnen war. Dieser fand im Jahr 1995 statt. Rund zwei Prozent mussten sowohl die Aktien von Bayer als auch von der Lufthansa nachgeben.

Insgesamt gesehen ist es so, dass sich alle Kunden sehr stark zurückhalten mit den Wertpapiertransaktionen. Dies kann man auch sehen an den Zahlen von der Direktbank DAB. Vom Monat Juli bis zum September hin sanken die ausgeführten Orders insgesamt um beinahe ein Drittel. So war auch dann der Provisionsüberschuss ganz stark rückläufig.

Einer Umfrage nach sinkt unter den Führungskräften Deutschlands die Zuversicht, dennoch ist es noch immer so, dass die Stimmung noch weitaus besser ist, als in den meisten Teilen der Welt. Sehr optimistisch äußerten sich 6 Prozent der Manager in Deutschland bezogen auf die nächsten zwölf Monate, eher leicht optimistisch zeigten sich immerhin 45 Prozent der Führungskräfte. Diese Umfrage war in Auftrag gegeben worden vom „Handelsblatt“, durchgeführt wurde sie von der internationalen Beratungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton. Eher pessimistisch sind nur 22 Prozent der Befragten eingestellt.

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