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Wieder neue Rekorde für den Dax

Auch heute geht die Rekordjagd der letzten Tage weiter an den Aktienmärkten. Die Kurse an der Börse in Japan konnten rund drei Prozent zulegen. Gleich zum Start des Handels am heutigen Freitag lag der Dax bei mehr als 8.300 Punkten. Es ist noch immer die Geldschwemme der Notenbanken, die dafür verantwortlich ist.

Schon am gestrigen Donnerstag hat der Dax zum dritten Mal hintereinander auf einem Niveau geschlossen, das er vorher noch nie erreicht hatte, gestern waren es 8.262,55 Punkte gewesen. Und auch heute geht diese Rally wieder weiter. Schon in der ersten Stunde des Handels war der Dax in der Lage, zuzulegen um 0,9 Prozent, er stand bei 8.358 Punkten. Dies ist der höchste Stand, den der Dax jemals in seiner Geschichte erreicht hat. Seit vergangenem Montag konnte der Dax zulegen um mehr als 2 Prozent.

Die Kauflaune war in Tokio sogar noch größer als hierzulande. Zum Schluss dieser Handelswoche wurden die Aktienmärkte in Japan beflügelt durch die Talfahrt, die der Yen hingelegt hat. Auch der Dollar konnte ein neues Vier-Jahres-Hoch erreichen heute, er steht bei 101,19 Yen. Beinahe drei Prozent konnte der Nikkei-Index zulegen, und er schloss dann auf dem absolut höchsten Stand, den er seit dem Januar des Jahres 2008 erreicht hat.

Zu den Gewinnern des Tages zählen heute auf jeden Fall die Aktien von den ganzen Exportfirmen, diese dürften am meisten profitieren vom Rückgang des Yen. Allerdings hat dies auch wieder eine negative Auswirkung gehabt, und zwar auf die Börsen in anderen Ländern Asiens, so wie in Südkorea. Die Investoren bangten um die Wettbewerbsfähigkeit in der Exportwirtschaft von den anderen Ländern Asiens.

In Tokio hoffen all die Aktionäre darauf, dass diese Hausse noch längst nicht zu Ende ist. Seitens der Experten wird vorausgesagt, dass der Yen bis hin zum Jahre 2014 durchaus noch weitere zwanzig Prozent seines Wertes verlieren könnte. Diese Meinung wird noch weiterhin bestärkt dadurch, dass das japanische Finanzministerium berichtete, dass die Lebensversicherer im Land zum ersten Mal seit vielen Monaten ihre Investitionen erhöht haben in Anleihen aus dem Ausland.

Eine Pause gab es dagegen für den Rally in den USA. Trotzdem die Arbeitsmarktdaten des Landes recht stark ausgefallen waren, gingen die Indizes aus dem Handel mit Verlusten. Damit wurde die Serie des S&P beendet, der fünf Tage lang hintereinander immer mit neuen Rekordwerten schließen konnte. Auch der Dow-Jones-Index gab gestern nach, 0,2 Prozent waren es hier weniger. Beim Nasdaq-Composite waren es 0,1 Prozent weniger, der S&P-500 verlor 0,4 Prozent.

Die Gründe für diese Rally liegen noch immer in der Geldschwemme der Notenbanken. Die Kampagne, die allen voran von der Fed gestartet worden war, ist wirklich beispiellos. Seitdem die Finanzkrise begonnen hat, hat sich die Geldmenge verdoppelt, und zwar allein in Japan, den USA, Großbritannien und der Euro-Zone. Die Geldmenge wurde von diesen Notenbanken erhöht auf mehr als fünf Billionen Dollar. Bis zum Ende des Jahres 2014 sind seitens der amerikanischen Fed und der Bank of Japan noch einmal 2,5 Billionen Dollar fest eingeplant. Eine solche Geldmenge hat es auf der Welt bisher noch nicht gegeben.

Auch die EZB hatte letzte Woche ihren Leitzins abgesenkt auf 0,5 Prozent von vorher 0,75 Prozent. Wie man sieht, ist es nicht mehr weit bis zur Nullzins-Politik, die von der Fed gefahren wird. Durch die niedrigen Leitzinsen wird versucht, die Unternehmen dazu zu motivieren, dass sie mehr riskieren und investieren. Allerdings ist es fraglich, ob dieses Geld auch wirklich dort landet, wofür es gedacht ist, denn ein Teil von diesem Geld wird auch an den Finanzmärkten versickern.

Es ist absehbar, dass dies nicht für immer so weitergehen wird, und je mehr Geld in den Markt gepumpt wird, desto schlimmer wird dann später auch das Erwachen sein. Diese Billiggeldpolitik der Notenbanken könnte beendet werden, wenn sich die Konjunktur der Euro-Zone und in den USA erholt, dann würden auch die Leitzinsen wieder angehoben.

Schon heute kann man sehen, wie empfindlich der Markt reagiert, sobald auch nur vage Vermutungen über einen Richtungswechsel der Geldpolitik aufkommen. Dies zeigt sehr deutlich, dass die Märkte absolut abhängig sind davon, was die Notenbanken entscheiden.

Die Kurse wurden aber auch gestützt von den Daten des Exports in Deutschland. Im März konnten die Ausfuhren zulegen um 0,5 Prozent verglichen mit dem Monat zuvor. Dieses Plus war bereits vorausgesagt worden von den Ökonomen, die von Reuters befragt worden waren.

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