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Wieder einmal schwächelt heute der Dax

Die Anleger des Dax beobachten ganz genau den G20-Gipfel. Sie erhoffen sich davon neue Erkenntnisse bezüglich der Zukunft der Gemeinschaftswährung Euro. Der Aktie der Commerzbank gelingt es heute, für Aufsehen zu sorgen. Der Grund ist der Geschäftsbericht.

Am letzten Handelstag dieser Woche ist der Dax noch immer auf dem Weg nach unten. Er verliert im heutigen Mittagshandel 0,15 Prozent und kommt bei 7.619 Punkten an. Auf die gesamte Woche gesehen muss er ein Minus einstecken von 0,5 Prozent. Die Anleger halten sich heute größtenteils zurück, der Fokus ist auf das Gipfeltreffen der G20 gerichtet. Größere Sprünge legte heute die Aktie der Commerzbank hin.

Ein Händler sagte, dass die Rezessionsdaten von der Euro-Zone vom gestrigen Donnerstag bereits ein richtiger Schock gewesen seien, und diese würden auch noch nachhallen. Zwar sei die ganze Abwertungsdebatte beim Treffen der G20 eher ein Thema, das für den Devisenmarkt relevant sei, aber dass der Euro mittlerweile 15 US-Cent teurer sei als dies noch im Sommer der Fall war könnte dann doch irgendwann ein Thema werden für die Exporteure. Japan forciert momentan eine Abwertung von seiner eigenen Währung, um die exportabhängige Wirtschaft des Landes zu unterstützen. Damit löste das Land eine Debatte aus.

Mitten im Kreuzfeuer von der Kritik stehen aber auch die USA. William De Vijlder, er verantwortet die Finanzanlagen der BNP Paribas Investment Partners, sagte, dass man schon darüber debattieren könne, wer denn nun das Feuer überhaupt gelegt habe. Wenn einer sage, dass die Japaner aggressiv geworden seien, hielte jemand anderes dagegen, was die USA denn dabei getan hätten, und auch wie es denn auf Seiten der Briten stehe werde angeführt. Dies setze sich immer weiter fort.

Heute notierte der Euro bei 1,3335 Dollar, somit verlor er 0,2 Prozent. Gegenüber dem Yen musste er sogar einen Verlust hinnehmen von 0,6 Prozent.

In den Fokus rückt mittlerweile auch die Parlamentswahl in Italien, die am Ende des Monats ansteht. Daher zog der Bund-Future, der als ein sicherer Hafen angesehen wird, an um bis hin zu 42 Ticks, er erreicht 143,01 Punkte. Verkauft wurden dagegen die zehnjährigen Staatsanleihen Italiens. Laut Robert Halver, Baader Bank, sei die Angst sehr groß, dass das „Schreckgespenst Berlusconi“ wiederkehren könne. Berlusconi hat vor, viele der bisherigen Reformen wieder rückgängig zu machen, und in den neuesten Meinungsumfragen zeigt sich, dass er sogar an Zustimmung gewinnen konnte.

Etliche Probleme gibt es bei der Commerzbank. Den vorläufigen Zahlen nach war das vierte Quartal sehr tiefrot getaucht. Für das gesamte Jahr konnte die Bank so gerade eben noch die Gewinnzone erreichen mit sechs Millionen Euro. Bei dem Konzern stehen momentan rund 6.000 Vollzeitstellen auf der Kippe. Zunächst brach die Aktie der Bank ein, und zwar um 1,5 Prozent, danach konnte sie aber wieder einen Sprung nach oben machen und erreicht ein Plus von 4,4 Prozent.

Dieser Anstieg gab vielen Händlern zunächst einmal ein Rätsel auf. Ein Händler verwies in diesem Zusammenhang auf eine ausgegebene Kaufempfehlung, die von den Analysten kam von Equinet. Darin steht, dass dies der richtige Zeitpunkt sei, um zu investieren in die Aktie der Commerzbank. Der Grund sei, dass sich das Marktumfeld der Commerzbank „signifikant verbessert“ habe in den letzten Monaten, und zwar auf Basis von den Erwartungen für die Jahre 2014 und 2015, so die Analysten.

Seitens von Händlern in London wurde dieser Anstieg anders begründet, sie sind der Meinung, dass Aussagen von Stephan Engels, Finanzvorstand, der Grund sind. Er hatte gesagt, dass die Eigenkapitalquote im Jahr 2013 „komfortabel über neun Prozent“ liegen werde. Ein Händler sagte, dass dies seitens des Marktes positiv gesehen werde. Die Bank bewege sich damit in die richtige Richtung.

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