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Weiterhin Kauflaune unter den Anlegern

Am heutigen Montag steht der Dax kurz vor der Marke von 6500 Punkten. Sogar die recht schwachen Konjunkturdaten aus dem Raum des Euro können die Anleger nicht abschrecken. Die Euphorie wegen des recht erfolgreichen Gipfels der EU überwiegt heute eindeutig in Frankfurt.

Der Wochenstart nach der Kursrally vom Freitag war heute recht freundlich am Aktienmarkt in Deutschland. Nach einer Eröffnung des Dax, die etwas leichter war, stieg er am Mittag an um ganze 1,3 Prozent, somit stand er bei 6499 Punkten.

Seitens der Händler wurden vor allen Dingen die Nachwirkungen des Gipfels der EU für diese Entwicklung verantwortlich gemacht. Gleichzeitig ist es auch so, dass viele der Anleger darauf setzen, dass auch die EZB mittels der Geldpolitik die Konjunktur noch zusätzlich anschieben könnte. Auch der MDax legte zu, hier waren es 0,13 Prozent, er liegt bei 10.357 Punkten, beim TecDax waren es 0,24 Prozent mehr, so dass er 746 Punkte erreichte.

Dennoch gibt es auch einige Anleger, die lieber vorsichtig bleiben. Einige dämpften bereits die Freude, die am Freitag geherrscht hatte, dazu zählte als einer der Ersten auch Bundesfinanzminister Schäuble. In einem Interview mit der ARD sagte er, dass die Finanzmärkte wohl weiter nervös bleiben werden.

Die Industrie Deutschlands musste unterdessen wieder einen erneuten Rückschlag einstecken, denn sie schrumpfte wieder einmal, es ist der vierte Monat in Folge. Dabei fielen die Wachstumseinbußen noch etwas gravierender aus als es noch im Mai der Fall gewesen war. Dies ist ersichtlich im finalen Markit/BME Einkaufsmanager-Index, der von dem Marktforschungsinstitut Markit herausgegeben wird. Dieser gab im Juni 0,2 Punkte nach, so dass es bei 45,0 Punkte lag. Dies ist der tiefste Wert, der seit drei Jahren erreicht worden ist. Seitens der Ökonomen hatte man mit einem Wert von 45,2 Punkten gerechnet.

Analyst Cameron Peacock, IG Markets, sagte, dass in den nächsten Tagen wohl die Entwicklung in der Marktpsychologie interessant werden wird, diese dürfte besonders beeinflusst werden durch die Notenbanken und deren Zinsentscheidungen

Bernd Fernow, Investmentanalyst bei der LBBW, sieht jetzt nach dem EU-Gipfel die EZB am Zug. Er sagte, dass die jüngsten Äußerungen wohl Hoffnungen geweckt haben auf eine Zinssenkung, die am kommenden Donnerstag stattfinden könnte. Die Börsen könnten sehr enttäuscht sein, wenn die EZB passiv bleiben sollte.

Die Kurse am Rentenmarkt konnten heute Vormittag recht deutlich in das Plus drehen, und somit gaben auch die Renditen für die zehnjährigen Anleihen von Spanien und Italien wieder recht deutlich nach. Die spanischen Renditen fielen von 6,34 Prozent auf 6,24, und die italienischen von 5,82 Prozent auf 5,70. Am Donnerstag wird Spanien wieder neue Anleihen versteigern mit Laufzeiten von drei Jahren, vier und auch zehn Jahren, der Wert soll insgesamt bei 2,5 Milliarden Euro liegen.

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