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Verunsicherung bei den Anlegern wegen der Griechenland-Entscheidung

Eigentlich sollte es längst zu einer Entscheidung gekommen sein in Griechenland, dennoch hat sich immer noch keine Nachricht ergeben, weder eine positive noch eine negative. Kein Wunder, dass sich die Anleger zum Start dieser Woche zurückhielten mit den Käufen, da ja auch noch das gesetzte Ultimatum für Athen im Raum steht. Auch die Banken geben wieder einen Anlass zur Beunruhigung bei den Aktionären.

Der Aktienmarkt in Deutschland hatte ja gerade erst eine Kursrallye hinter sich gebracht in der letzten Woche, am heutigen Montag startete er dann allerdings mit ein paar leichteren Verlusten. Zum Auftakt sank der Dax auf 6743 Punkte, das sind 0,35 Prozent weniger als zuvor. Die vergangene Woche konnte der Dax mit einem Wochenplus abschließen von rund vier Prozent. Dies war die siebte Gewinnwoche hintereinander, damit gab es für den Leitindex die beste Entwicklung, die er seit Anfang des Jahres 2007 hinlegen konnte. Am Montagmorgen sank der MDax für die mittelgroßen Werte ebenfalls, und zwar um 0,38 Prozent, er stand bei 10.374 Punkten. Ebenfalls verloren hat der TexDax, er fiel auf 769 Punkte, das sind ebenfalls 0,38 Prozent weniger.

Die Stimmung werde sehr getrübt durch die Lösung für Griechenland, die weiterhin fehle. Dies berichtete Analyst Stan Shamu, IG Markets. Frank Klumpp, Landesbank Baden-Württemberg, sprach hier von einer „Verschnaufpause“ im Hinblick auf die Entscheidung in Griechenland, nachdem man ja am Wochenende die US-Konjunkturzahlen mit Euphorie gewürdigt habe.

Für große Zurückhaltung sorgte vor allen Dingen das Ultimatum, das die internationalen Kreditgeber dem Land Griechenland gestellt haben. Laut diesem Ultimatum müssen die Koalitionsparteien von Griechenland bis zum Mittag des heutigen Tages mitteilen, ob sie bereit sind, die Sparauflagen akzeptieren, die eine Voraussetzung sind für weitere Finanzhilfen. Die drei griechischen Parteien hatten sich zwar am Wochenende darauf geeinigt, dass es Kürzungen geben soll des Bruttoinlandsprodukts in einem Umfang von 1,5 Prozent, aber auf ein Ja zu den ganzen wichtigen Forderungen, die es seitens der EZB und des IWF gibt, hat man sich immer noch nicht einigen können. Es ist auch so, dass ein Vertreter der Regierung die Existenz eines Ultimatums dementierte.

Auch bei den Banken sind die Aktionäre momentan sehr vorsichtig, denn die Kapitalpläne der ganzen Banken überzeugen so rein gar nicht. So kam es, dass die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank heute zu den größten Verlierern im Dax zählen. Abschläge von 2 beziehungsweise 2,6 Prozent mussten die Papiere hinnehmen. Einem Pressebericht nach hat die EBA, die europäische Bankenaufsicht, wohl Zweifel daran, wie die Banken planen, die Kapitallücken zu schließen, die beim letzten Stresstest ermittelt wurden. Gewinner war heute RWE, diese Papiere verteuerten sich um 1,9 Prozent, und zwar nachdem sie hochgestuft wurden durch HSBC.

Jetzt wieder zu den Verlierern im MDax zählten die Papiere von Sky Deutschland. In der vergangenen Woche hatte es dieser Titel geschafft, über 40 Prozent zuzulegen. Am heutigen Montag verloren die Aktien dann wieder bis zu 8 Prozent, und somit waren sie der schwächste Wert im MDax, und das mit Abstand. Ein Bericht des „Spiegel“ besagt, dass es wohl keine Bietergemeinschaft geben soll zwischen der Telekom und Dieter Hahn, dem Medienunternehmer. Durch diesen möglichen Alleingang bezüglich der Bundesligarechte durch die Telekom könnte es passieren, dass es zwischen Sky und der Telekom zu einem Bietergefecht kommen könnte, und das könnte dann zu einer recht teuren Sache für Sky werden, so ein Händler. Das ist wohl der Grund für den Rückgang bei den Aktien von Sky Deutschland.

 

Bildquelle: Michael Grabscheit  / pixelio.de

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