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Starke Belastung beim Dax

Er muss heute schon ganz schön Federn lassen, der Dax. Die Vorgaben aus Asien und den USA sind schlecht, und auch die Situation von Spanien trägt nicht gerade dazu bei, die Stimmung bei den Anlegern aufzuhellen.

Es ist vollkommen unklar, wie die weiteren Schritte aussehen werden, die die Regierung Spaniens unternehmen wird. Dies belastet natürlich den Dax, und so musste er gleich in der ersten Stunde des Handels einiges abgeben, und momentan notiert er 1,3 Prozent niedriger und erreicht 7.325 Punkte.

Die Regierung Spaniens hat sich ja bereits vor einiger Zeit eine Kreditzusage eingeholt von den Euro-Staaten, um den Bankensektor zu sanieren. Dennoch schreckt sie bis heute davor zurück, den vollen Hilfsantrag zu stellen. Für weitere Unruhe sorgten auch die gestrigen Proteste der Spanier gegen das Sparprogramm, die in Madrid stattfanden. Den Börsianern nach fürchten die Anleger, dass es möglich sei, dass die Pläne für die Sanierung des Haushalts doch erneut ins Stocken kommen könnten.

Es ist aber nicht nur die Schuldenkrise, die die Investoren belastet, auch die Angst davor, dass es zu einer recht deutlichen Konjunkturabkühlung kommen könnte, plagt die Anleger. Am Dienstag hatte der Chef der Federal Reserve Bank von Philadelphia, Charles Plosser, gesagt, dass wohl auch das gerade erst angekündigte Programm der Fed nicht dazu beitragen werde, dass sich die Wirtschaft wieder vollkommen erholt. Mitte diesen Monats hatte die US-Notenbank angekündigt, wieder Immobilienpapiere kaufen zu wollen, und das so lange, bis sich die Perspektiven wieder aufhellen am Arbeitsmarkt.

Das DIW-Institut schätzt, dass die Wirtschaft in Deutschland auch im Sommerquartal, das gerade ausläuft, nicht mehr wirklich gewachsen ist. Zwischen den Monaten Juli und September dürfte das BIP wohl lediglich gestiegen sein um 0,2 Prozent. Auch die Stimmung in den Firmen habe sich merklich eingetrübt, Grund dafür sei die Unsicherheit bezüglich der Euro-Krise. Ferdinand Fichter, der Konjunkturchef des DIW, sagte, dass sich die Unternehmen immer mehr zurückhielten mit Investitionen.

Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank, hat währenddessen erneut seine ablehnende Haltung bekräftigt zu dem Aufkaufprogramm für Staatsanleihen, das seitens der EZB geplant ist. Er selbst stelle sich die Frage, ob denn die EZB auch „demokratisch legitimiert“ sei zu diesem Aufkauf. Dies sagte Weidmann gegenüber der „Neuen Zürcher Zeitung“ in einem Vorab-Bericht von der Ausgabe vom Mittwoch. Seiner Meinung nach verteile dieses Programm Haftungsrisiken um zwischen der Euro-Zone und den Steuerzahlern. Dies dürften aber lediglich die Parlamente, und diese hätten dafür auch die richtigen Instrumente zur Verfügung mit den Rettungsschirmen. Außerdem ginge es auch darum, ob das Programm denn letztendlich mehr schade oder doch helfe. Seiner Meinung nach wäre es möglich, dass die Hilfe der EZB dafür sorgt, dass der Druck genommen wird von der Politik, den Reformprozess weiter voranzutreiben, und dann ist es möglich, dass die Überwindung der Krise nicht voranschreitet, sondern eher verzögert und erschwert werde.

Am Dienstag war es in Madrid zu Protesten gekommen gegen das Sparprogramm, das die Regierung Spaniens geplant hat. Die Polizei musste gegen die Demonstranten vorgehen mit Gummigeschossen und auch Schlagstöcken. Tausende Menschen hatten sich versammelt am Parlament, um gegen die geplanten Einsparungen zu demonstrieren. Am Donnerstag will der Ministerpräsident des Landes, Mariano Rajoy, diese verkünden. Als die Demonstranten versuchten, die Absperrungen niederzureißen, ging die Polizei gewaltsam gegen sie vor, ebenso wie auch bei der späteren Räumung. Verschiedene Gruppen hatten via Internet aufgerufen zu dem Protest.

Indikatoren, die maßgeblich sind, kommen heute lediglich aus den USA, hier stehen die Neubauverkäufe an für den August, die wöchentlichen Öllagerbestände und auch eine Auktion von US-Anleihen mit der Laufzeit von fünf Jahren.

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