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Megafusion Deutsche Börse mit NYSE Euronext – Brüssel will blockieren

Es soll eine richtig große Megafusion werden, aber so wie es momentan aussieht, steht sie offensichtlich vor dem Aus. Die Rede ist von der Fusion von der Deutschen Börse mit der NYSE Euronext. Laut der „Financial Times Deutschland“ ist es wohl so, dass 25 der 27 EU-Kommissare wohl diesen Zusammenschluss abschmettern wollen. Dies ist zwar nur ein Votum, dennoch kann es auch als Vorentscheidung gewertet werden, die sich gegen den Deal ausspricht.

Eigentlich hatte man mit dieser Fusion den ehrgeizigen Plan verfolgt, den größten Aktienhandelsplatz der ganzen Welt zu schaffen. Allerdings scheinen beide Handelsplätze diesen Plan jetzt wohl begraben zu müssen, denn laut Informationen der FTD will die EU-Kommission wohl diesen Zusammenschluss von den beiden Börsen verbieten.

Die eigentliche Abstimmung findet erst am 1. Februar statt. Dennoch gab es am Dienstag bereits ein Vortreffen, und hier haben sich von den 27 Kommissaren bereits 25 gegen diesen Zusammenschluss ausgesprochen, so die Zeitung. Diese Abstimmung gilt allgemein bereits als Vorentscheidung, so dass die Fusion wohl blockiert werden wird.

Durch diese Fusion wäre die stärkste und größte Börse auf der ganzen Welt geschaffen worden. Dieser Gigant hätte dann einen Kapitalwert gehabt von rund 26 Milliarden Dollar, 6400 Angestellte hätten dort gearbeitet, und in 16 Ländern hätte es Handelsplätze gegeben. Allerdings war es so, dass dieser Deal insgesamt innerhalb der EU immer mehr in die Kritik geraten ist.

Die „Financial Times“ hatte berichtet, dass Joaquin Almunia bereits Mitte Januar diesen geplanten Zusammenschluss recht heftig kritisiert hatte. Der EU-Wettbewerbskommissar argumentierte, dass diese große Börse dann ein Monopol hätte auf dem europäischen Derivatemarkt. Käme es zu diesem Zusammenschluss, dann würden beide noch mehr als neunzig Prozent der Derivate in Europa, die an der Börse gehandelt werden, auf sich vereinen.

Diese Argumentation wurde aber durch den Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Börse kritisiert. Laut Manfred Gentz blende Almunia ganz einfach aus, dass etwas mehr als neunzig Prozent aller Derivate, die weltweit gehandelt werden, außerbörslich gehandelt werden, es findet also ein Handel direkt zwischen dem Verkäufer und dem Käufer statt.

Diese Anzeichen lassen auch den Vorstandschef der NYSE Euronext kaum mehr Hoffnung auf ein Gelingen des Deals. Duncan Niederauer sagte gegenüber dem „Het Financieele Dagblad“, einer niederländischen Zeitung, dass man hier realistisch sein müsse, die Chancen seien schon recht klein.

Trotz dieser negativen Nachrichten konnten die Aktien von der Deutschen Börse recht kräftig an Wert zulegen, teilweise stiegen sie um mehr als 4 Prozent. Ein Händler sagte, dass die Meinung am Markt dahin tendiert, dass die Deutsche Börse wohl eigenständig viel erfolgreicher sein werde, als dies in dem Verbund mit dem US-Wettbewerber der Fall sein würde.

 

Bildquelle: Claus-P. Schulz  / pixelio.de

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