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Marke von 7.100 Punkten ist in Sicht

Nachdem der Dax die Marke von 7.000 Punkten endlich überschritten hat, rückt er sogar ganz langsam weiter vor in Richtung der Marke von 7.100 Punkten. Seitens der Anleger wird weiterhin gehofft auf ein Eingreifen seitens der Europäischen Zentralbank, und das recht bald. Spanien schafft es unterdessen, den Kapitalmarkt recht erfolgreich anzuzapfen, und muss dafür im Vergleich auch nur recht geringe Zinsen zahlen.

Heute erhält der Dax wieder einmal neuen Auftrieb durch die Hoffnung der Anleger darauf, dass die EZB nun bald Hilfen bereitstellt für die Euro-Staaten, in denen es kriselt. Der Dax kann weiter zulegen, und zur Zeit notiert er bei 7.076 Punkten, was einem Plus entspricht von 0,6 Prozent. Auch beim MDax ist ein Plus zu verzeichnen, hier sind es sogar 0,8 Prozent mehr, er erreicht somit 11.245 Punkte. Zwischenzeitlich konnte er einen Stand erreichen, der das letzte Mal im Juli 2007 erreicht worden ist. Von diesem Höchststand, der historisch ist, liegt er gerade einmal noch 200 Punkte entfernt. Beim TecDax ist ein Plus zu verzeichnen von 0,3 Prozent, so dass er bei 794 Punkten liegt.

Der Aktienstratege Ian Williams vom Brokerhaus Peel Hunt fand allerdings eher warnende Worte. Er sagte, dass man an die Ratssitzung der EZB, die für Anfang September geplant ist, keine so großen Erwartungen haben sollte, denn die Notenbanker werden aller Voraussicht nach weiterhin betonen, wie notwendig konstruktive Maßnahmen von den Regierungen seien, gleichzeitig würden sie auch wiederholen, dass man die Einzelheiten egal welcher Intervention zunächst erst noch ausarbeiten müsse.

Nicht viel anders sieht es auch aus bei den Analysten von der Barclays Bank, sie betonten in einem Marktkommentar, dass wohl der Teufel auf jeden Fall hier im Detail stecke. Es sei unwahrscheinlich, dass eine Hilfe der EZB, die begrenzt sei und zudem auch verbunden mit strengen Auflagen, die Belastungen finanzieller Art kurzfristig verringern könnte.

Währenddessen ist es Spanien gelungen, recht erfolgreich erneute den Kapitalmarkt anzuzapfen. Und dieses Mal muss das Land auch nicht mehr so hohe Zinsen an die Investoren zahlen, als dies zuletzt der Fall gewesen war. Staatsanleihen von rund 4,5 Milliarden Euro Wert wurden von Spanien verkauft. Bei den Papieren mit einer Laufzeit von achtzehn Monaten fiel die durchschnittliche Rendite auf 3,3 Prozent von vorher 4,2 Prozent, die bei der letzten Auktion im Juli fällig wurden. Bei den Papieren mit zwölfmonatiger Laufzeit sank die Rendite von 3,92 Prozent auf 3,07 Prozent. Bei beiden Papieren war es so, dass die Nachfrage das Angebot bei weitem überstiegen hat. Bei den Zwölf-Monats-Papieren war eine 4,0-fache Überzeichnung festzustellen, bei den 18-Monats-Papieren gab es eine 1,9-fache Überzeichnung.

Kurz bevor diese Auktion begann, konnte auch der Euro wieder etwas klettern, so dass er über die Marke springen konnte von 1,24 Dollar. In der Spitze konnte der Euro sogar mit 1,2418 Dollar notieren, das war so hoch, wie dies zum letzten Mal der Fall gewesen ist zu Anfang des August.

Ein Händler sagte, dass er momentan keine fundamentale Erklärung sehen würde für diese Bewegung des Kurses. Händler in London konnten technische Kaufsignale ausmachen, nachdem der Euro die sogenannte 55-Tage-Linie überspringen konnte bei 1,2390 Dollar. Es habe zudem auch noch eine Nachfrage gegeben von asiatischen Zentralbanken.

Interesse bei den Anlegern könnte heute auch der Auftragseingang erregen der Industrie Großbritanniens. Auch Unternehmensdaten stehen an, hier gilt die gesamte Aufmerksamkeit der Investoren wahrscheinlich den Geschäftszahlen, die von CA Immobilien, Ströer, Dell und Frauenthal kommen werden.

Momentan haben die Unternehmen sehr zu kämpfen mit den Rohstoffpreisen, die recht stark schwanken. Dadurch wird es sehr schwer, das Geschäft richtig zu kalkulieren. Jedes Jahr führt hier die Unternehmensberatung Inverto aus Köln eine Rohstoffumfrage durch, und zwar in Kooperation mit dem Handelsblatt und auch dem Agrarinformationsdienst AMI. Hierfür wurden auch dieses Jahr rund 150 Einkaufsleiter befragt, auch strategische Rohstoffeinkäufer sowie Geschäftsführer waren darunter. Das Ergebnis zeigt, dass die Rohstoffe das Geschäft heute ganz anders beeinflussen, als dies noch im Jahr zuvor der Fall gewesen ist. Im letzten Jahr war seitens der Firmen befürchtet worden, dass es zu Versorgungsengpässen kommen könnte. Nun sind es eher die Preisschwankungen, die für großes Kopfzerbrechen sorgen bei den Befragten, immerhin sagten dies 92 Prozent der Befragten. Verglichen dazu sind es gerade einmal 38 Prozent, denen Konjunkturrisiken Sorgen machen.

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