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Die Euro-Krise trübt wieder die Stimmung an den Märkten

Für eine gewisse Zeit hatte man sie fast vergessen an den Märkten, nun ist sie wieder da, die Schuldenkrise. Dies sorgt nicht gerade für eine gute Stimmung. Über sechs Prozent stieg die Rendite für Anleihen Spaniens, und auch der Euro fällt wieder ab, kurzzeitig lag er sogar bei unter 1,30 Dollar. Alle Anleger hoffen auch in diesem Falle mal wieder auf die EZB.

 

Die Furcht ist ganz eindeutig da, dass die Euro-Krise eskalieren könnte. Daraufhin breitete sich eine sehr miese Stimmung an den Finanzmärkten aus. Der Auslöser für diese Stimmung sind die Zweifel, die wieder aufkommen bezüglich der Finanzkraft von Spanien. Choi Chang Ho, Shinhan Investment & Securitie, sagte, dass Europa wohl der Brennpunkt sein wird für den Markt in der ganzen Woche. Hier nannte er vor allen Dingen die Ergebnisse von der Bond-Auktionen Spaniens. Auch der Euro fiel durch die Situation teilweise gar unter 1,30 Dollar. Die Devisenexpertin Antje Praefcke, Commerzbank, sagte, dass sich die Marktteilnehmer sich fühlen könnten „wie in einer Schiffschaukel“ am Devisenmarkt. Zuletzt hat es ein Phase der Beruhigung gegeben, und nun ist sie wieder gestiegen, die Unsicherheit der Anleger. So wurde dann auch der Euro unter großen Druck gesetzt.

Am Montag gab der Dax wieder einmal leicht nach, schon am Freitag war er ja gefallen, und zwar um mehr als 150 Punkte. Gerade bei den Finanzwerten machte sich die Furcht davor bemerkbar, dass es zu einer Verschärfung kommen könnte in der Schuldenkrise Spaniens. Die Deutsche Bank verbilligte sich um zwei Prozent, die Commerzbank gar um drei Prozent. Ein Händler sagte, dass es am Markt zu viel Angst gebe, als dass sich die Finanzwerte überhaupt erholen könnten.

Wegen seines hohen Staatsdefizits und auch wegen seines Bankensektors, der sehr angeschlagen ist, steht Spanien hier im Fokus. Dennoch will das Land keine Hilfe von außen, und auch seitens der EU wird Spanien nicht eingeschätzt als Kandidat für irgendwelche Rettungshilfen. Die EZB hatte zuletzt angekündigt, Spanien helfen zu wollen durch die Reaktivierung des Anleihekaufprogramms.

Der Chefökonom der Berenberg Bank, Holger Schmieding, sagte, dass die Euro-Krise nun wieder da sei nach ganzen drei Monaten, die insgesamt ruhiger gewesen seien, als man dies erwartet hatte. Er ist der Meinung, dass beim Tempo des letzten Renditeanstiegs durchaus Züge vorhanden seien von einer neuen Panik am Markt.

Momentan ist es so, dass sich die Finanzierungskosten Spaniens dem Niveau annähern, das Staaten wie Griechenland und Portugal dazu gezwungen hat, nach den Rettungspaketen zu fragen. Am Montag lagen die spanischen Anleihen ganze acht Basispunkte höher, sie lagen bei 6,02 Prozent. Das ist der höchste Stand, den diese Rendite seit dem ersten Dezember erreicht hatte. Als ein weiterer Test gelten die Ausgaben von zwei- und zehnjährige Anleihen, die am Donnerstag stattfinden wird. Hier kann man sehen, wie es mit dem Vertrauen der Investoren in Spanien aussieht.

Nach der Einschätzung von der Regierung ist wohl die spanische Wirtschaft zum Beginn des Jahres wieder geschrumpft, und somit findet sie sich erneut in einer Rezession wieder, bereits zum zweiten Mal seit dem Jahr 2009. Der Wirtschaftsminister des Landes, Luis de Guindos, sagte, dass wohl das erste Quartal diesen Jahres genauso aussieht wie das vierte Quartal des Jahres 2011. Das Interview mit der Tageszeitung „El Mundo“ wurde am Montag veröffentlicht. Im viertel Quartal des letzten Jahres war das BIP um 0,3 Prozent gesunken. Gibt es zwei Minus-Quartalen nacheinander, dann spricht man für gewöhnlich von einer Rezession. Der Minister sagte aber auch, dass man noch zuvor mit einem Rückgang gerechnet habe, der weitaus deutlicher sei.

Der Minister sagte, dass man mittelständischen Unternehmen wohl einen besseren Zugang geben wolle für Kredite, um somit die Konjunktur anzukurbeln. Zuletzt sei die eigentliche Kreditvergabe geschrumpft, und zwar um vier Prozent, und darunter leiden die Unternehmen, denn der Zugang zu frischem Geld ist sehr schlecht.

Die Sorgen rund um Europa machten auch den Anlegern in Asien zu schaffen. Auch der Nikkei-Index verlor, er büßte 1,7 Prozent ein. Ebenfalls deutliche Abschläge hatten auch die Börsen in den USA am Freitag hinnehmen müssen. Beim Dow-Jones waren es 1,1 Prozent, beim S&P 500 1,3 Prozent. Beim Nasdaq-Composite waren es sogar 1,5 Prozent.

Auch die Wall Street musste sich zuletzt so schwach zeigen, wie dies schon seit sehr langer Zeit nicht mehr der Fall war. Seit November waren dies die beiden schlechtesten Wochen gewesen. Nun blicken hier die Anleger ganz gespannt auf die Bilanzsaison, die nun ansteht. Alle 86 Firmen in den USA legen im Laufe dieser Woche ihre Ergebnisse vor. Hierzu zählen die Großbanken Citigroup und Goldman Sachs, die Montag beziehungsweise Dienstag dran sind, aber auch Intel und Coca-Cola.

 

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de

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