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Die Anleger warten heute auf die Europäische Zentralbank

Heute wird an den Börsen wieder ein klein wenig durchgeatmet, nachdem es gestern zu heftigen Verlusten gekommen war. Allerdings scheint dies eine recht trügerische Ruhe zu sein, denn heute am Nachmittag wird die Zinssitzung stattfinden von der EZB.

Der gestrige Handelstag war recht schwach gewesen, und somit konnte der Dax am heutigen Donnerstag morgens auch nur 0,1 Prozent zulegen, er erreichte 7.589 Punkte. Auch in der sogenannten zweiten Reihe sieht dies nicht anders aus, auch hier sind keine großen Kursbewegungen zu verzeichnen. Der MDax konnte ebenfalls um 0,1 Prozent zulegen, er steht bei 12.649 Punkten, und der TecDax verlor 0,4 Prozent, so dass er 877 Punkte erreichte.

Die meisten der Anleger wollen heute zunächst einmal die Entscheidung und die dazugehörige Pressekonferenz abwarten von der EZB, bevor sie sich wieder neu positionieren. Ein Börsianer sagte, dass heute wohl alle auf die Zentralbank warten. Zwar sei eine Zinsänderung eigentlich ausgeschlossen, dennoch wollten die Marktteilnehmer sehen, ob die EZB eine Äußerung abgeben wird zu dem Geplänkel von Frankreich und Deutschland bezüglich der Höhe vom Euro-Wechselkurs. Es könnte auch sein, dass bei dieser Pressekonferenz die Rolle von Mario Draghi im Drama um die Bank Monte-dei-Paschi zur Sprache kommt, er ist ehemaliger Gouverneur von der Notenbank und dazu Banken-Oberaufseher. Bis zum jetzigen Zeitpunkt hatte Draghi zu den aufgekommenen Vorwürfen, dass es in diesem Fall mitverantwortlich sei, nichts gesagt.

Die Krisenbank Italiens, die Monte die Paschi di Siena, hat doch größere Verluste gemacht mit Derivate-Geschäften, als das bisher bekannt geworden ist. Bei insgesamt drei Deals in den Jahre von 2006 bis 2009 sei ein Minus zustande gekommen in Höhe von 730,3 Millionen Euro. Dies hatte die drittgrößte Bank Italiens am gestrigen Mittwoch mitgeteilt.

Bisher war ein Verlust angegeben worden seitens der Bank, der bei 720 Millionen Euro liegt für die Geschäfte, an denen auch die Deutsche Bank, JP Morgan und das Geldhaus Nomura aus Japan beteiligt gewesen sind. Schon seit einiger Zeit ist diese Bank auf Hilfen vom Staat angewiesen, und nach diesem neuesten Skandal spielt sie auch eine große Rolle in der Wahl in Italien, die Ende des Monats stattfinden wird und als richtungsweisend angesehen wird.

Auf dem Tagesplan steht heute aber auch die Geldpolitik von der Europäischen Zentralbank. Einige der Anleger erhoffen sich nun neue Hinweise darauf, wie denn die Zentralbank nun in Zukunft weiter vorgehen werde. Um 13.45 Uhr wird heute die Zinsentscheidung bekanntgegeben werden, die Pressekonferenz wird eine dreiviertel Stunde später beginnen.

Im Vorfeld der Sitzung der Notenbank konnte sich der Euro etwas erholen von den Verlusten des Vortages. Er wurde am Morgen bewertet mit 1,3557 Dollar, das bedeutet ein Plus von 0,3 Prozent.

Aufgefallen sind heute vor allen Dingen die Aktien von Heidelberg Cement. Bei fast allen anderen Titeln des Dax herrschte heute eher ein Stillstand vor, diese Aktien dagegen traten einen Höhenflug an, mit einem Plus, das bei 5,1 Prozent liegt, setzten sie sich an die Spitze des Leitindex. Für eine gute Kauflaune sorgten die Geschäftszahlen für das letzte Jahr, die vorgelegt worden waren. Diesen Zahlen nach hat das Unternehmen die Absatzkrise kaum bemerkt in Europa. Die schlechte Nachfrage aus dem europäischen Raum konnte hier abgefedert werden durch eine starke Nachfrage aus den sogenannten Schwellenländern. Auch die Erholung von der Baukonjunktur, die in Nordamerika stattfindet, trug ihren Teil zu diesem Ergebnis bei.

Ebenfalls stark zulegen konnten auch die Papiere von Lanxess. Der Grund dafür sind Übernahmespekulationen, auch diese Aktien verteuerten sich ebenfalls bis hin zu 5,1 Prozent. Ein Händler sagte, dass Dow Chemical angeblich pro Aktie von Lanxess 70 bis 80 Euro bieten wolle. Er sagte weiterhin, dass dieses Gerücht aus London stamme. Seitens einiger Händler aus London wurde bestätigt, dass dieses Gerücht dort wirklich kursiere. Von Lanxess war hierzu keine Äußerung zu bekommen, und auch Dow Chemical Deutschland war nicht erreichbar für einen Kommentar dazu.

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