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Der Dax kann wieder etwas anziehen

Der Dax kann am heutigen Tag wieder ein klein wenig anziehen. Allerdings fällt der ZEW-Konjunkturindex heute weitaus schlechter aus, als man dies vorher erwartet hatte. Zwar reagieren die Anleger hier mit einer Gelassenheit, dennoch schaut man insgesamt weiterhin sehr kritisch nach Griechenland und Spanien.

Trotz dieser so schlecht ausgefallenen Konjunkturdaten kann der Dax heute ganz leichte Gewinne verbuchen. Momentan legt er noch weiter zu, und er notiert hier fester mit 0,5 Prozent, so dass er bei 6.277 Punkten liegt.

Seitens der Landesbank Baden-Württemberg wurden die Käufe von Anlegern, die noch vor der Wahl in Griechenland gesetzt hatten auf fallende Notierungen, gesehen als Kursstütze für alle Aufschläge. Die Stimmung an den gesamten Märkten werde aber dennoch gedämpft durch den Anstieg der Renditen für die spanischen Anleihen, der ein recht beängstigendes Niveau erreicht hat. Dies sagte Stan Shamu, Stratege bei IG Markets. Spanien musste, nur um sich für zwölf und für achtzehn Monate Geld zu borgen bei den Investoren, Zinsen anbieten in Höhe von einmal 5,074 Prozent und dann 5,107 Prozent. Im Vergleich dazu waren es im Mai gerade einmal 2,9 Prozent und 3,3 Prozent, die das Land bieten musste. Allerdings war auch die Nachfrage recht groß nach diesen Papieren. Dennoch ist es so, dass die Mittelaufnahme wohl nicht sehr lange durchzuhalten ist, wenn die Konditionen so bleiben.

Laut Experten von der Börse bangen diese durch die weiter eskalierende Schuldenkrise auch um den deutschen Aufschwung. Das ZEW-Barometer fiel jetzt im Juni um ganze 27,7 Punkte, nun liegt es bei minus 16,9 Punkten. Dieses Barometer ist zuständig für die Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate. Das ZEW mit Sitz in Mannheim teilte mit, dass dies der heftigste Rückgang dieses Indikators ist, den es seit dem Oktober des Jahres 1998 gegeben hat.

Ebenfalls in Atem gehalten wird der Markt durch den Versucht der Regierungsbildung in Athen. Es könnte sein, dass die neue Regierung Griechenlands vielleicht von EU, IWF und EZB etwas mehr Zeit fordern wird, um die Sparmaßnahmen umzusetzen. Bereits am Montag hatte Bundeskanzlerin Merkel eine Lockerung von diesen Sparmaßnahmen abgelehnt.

Ausgeblieben sind bisher aber neue Impulse, die vielleicht erwartet worden waren vom G20-Treffen, welches in Mexiko stattfindet. Seitens der G20 werden die Europäer gedrängt, dass sie ihre Schuldenkrise lösen sollen, dafür sollen alle politischen Maßnahmen ergriffen werden, die notwendig sind. In einem Kommunique-Entwurf fordern die G20, dass Europa nun „alle notwendigen politischen Maßnahmen“ zu ergreifen habe, um die Probleme, die seit zwei Jahren bereits andauern, in den Griff zu bekommen. Die Staaten des Euro müssten den momentanen Teufelskreis durchbrechen, der aus den Banken, die angeschlagen sind, und dazu den ausufernden Staatsschulden bestehe.

Im Fokus der Anleger werden heute die Verbraucherpreise aus Großbritannien stehen, und auch die Wohnbaugewinne aus den USA.

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