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Der Dax erholt sich vom Rutsch des Vortages

Am heutigen Donnerstag zeigte sich der Leitindex Dax um einiges fester als noch am Tag zuvor. Dennoch bleiben recht große Abwärtsrisiken bestehen durch den Sog, der durch die Euro-Schuldenkrise entsteht. Im Fokus der Anleger werden am heutigen Nachmittag auf jeden Fall die US-Konjunkturdaten liegen.

Deutlich fester konnte sich heute der Dax präsentieren. Zwar rutschte er nach einem recht freundlichen Start zunächst auch wieder zeitweise hinein ins Minus, zuletzt konnte er aber mit einem Plus von 0,56 Prozent notieren, er stand somit bei 6316 Punkten. Durch die Eskalation in der Schuldenkrise Europas war der Dax noch am gestrigen Mittwoch abgerutscht um 1,81 Prozent. Auch der TecDax konnte heute zulegen, er gewann 0,64 Punkte und notiert somit bei 756 Punkten. Dagegen sank der MDax, er verlor 0,02 Prozent und landete bei 10.206 Punkten.

Wenn es bei diesem Niveau bleiben würde und der Dax auf diesem Stand schließen könnte, dann hätte er nur im Mai allein ganze sieben Prozent verloren, und das sogar, nachdem es im ersten Quartal so richtig gut angefangen hatte. Viele Händler erhoffen sich neue Impulse heute von der Hauptversammlung, die die Deutsche Bank heute durchführen wird. Daher zeigen sich deren Aktien im Moment fast vollkommen unverändert, sie liegen bei 28,80 Euro.

Im festen Griff ist auch der Euro wieder am heutigen Donnerstag, die Sorgen bezüglich der Finanzstabilität von Europa halten ihn auf einem niedrigen Kurs. Seit Beginn diesen Monats hat der Euro bereits mehr als acht US-Cent abgeben müssen. Noch am Morgen notierte der Euro bei 1,2391 Dollar. Der Analyst der Commerzbank, Ulrich Leuchtmann, beurteilte die Situation so, dass der Euro wohl weiter unter Druck bleiben wird, solange die Risikoaufschläge, die für spanische Anleihen fällig werden, noch weiter so explosionsartig ansteigen, ganz ohne dass den Teilnehmern des Marktes klar wird, welcher Art die Antwort aussehen wird der Politik auf diese Entwicklung. Daher sei es wahrscheinlich, dass die Erholungsphasen eher beschränkt blieben.

Am Morgen waren erneut die Renditen angezogen für die spanischen Anleihen, und in der Spitze lagen sie bei 6,779 Prozent. Die italienischen Anleihen dagegen lagen bei bis zu 6,219 Prozent. Als sicherer Hafen werden ja immer gerne die deutschen Papiere angesehen, hier fiel die Verzinsung und erreichte ein absolutes neues Rekordtief, das bei 1,242 Prozent lag.

Neben den ganzen Entwicklungen, die in Spanien vor sich gehen, haben die Investoren nun auch noch Irland im Blick. In Irland wird es heute im Laufe des Tages dazu kommen, dass die Bürger abstimmen über den EU-Fiskalpakt. Laut den Umfragen geht die Tendenz zu einer breiten Zustimmung für diesen Pakt. Gerade Deutschland sieht dies als eine Voraussetzung an, um ein Ja zu geben für den ESM, den Euro-Rettungsfonds.

Bewegung in die Kurse kann auch kommen durch einige US-Daten, hier stehen unter anderem die Erstanträge für die Arbeitslosenhilfe und der ADP-Arbeitsmarktbericht an. Gäbe es hier eine negative Überraschung, die recht deutlich ausfällt, dann könnten wieder Spekulationen aufkommen darüber, dass es zu einer weiteren Lockerung komme der Fed, der US-Notenbank.

Generell haben die Ökonomen aber eher wenig Hoffnung darauf, dass es bald dazu kommen könnte, dass in Europa eine konjunkturelle Besserung eintritt. Chris Williamson, Markit, sagte, dass der gesamte Abschwung im Raum des Euro im Mai noch mehr an Fahrt aufgenommen habe. Daher hätten die Analysten von den internationalen Finanzhäusern auch die Gewinnschätzungen nach unten korrigiert für die Unternehmen in Europa, und das um rund zehn Prozent. Bei der Industrie waren es gar 15 Prozent. Demnach müssten auch die deutschen Konzerne, beispielsweise Siemens, BASF und auch VW für dieses Jahr mit Gewinnrückgängen rechnen von noch mehr als 10 Prozent.

In den USA sieht es dagegen ganz anders aus, hier wird den 500 größten US-Konzernen ein Plus des Ergebnisses prognostiziert von 23 Prozent.

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