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Dax verliert über 100 Punkte

Auf der ganzen Welt befinden sich momentan die Aktienmärkte auf dem Weg nach unten. Der Grund für die fallenden Kurse ist hierzulande die Verunsicherung darüber, wie die zukünftige Geldpolitik der Fed, der US-Notenbank, aussehen wird. Heute werden außerdem neue Konjunkturdaten im Mittelpunkt stehen, die aus der Euro-Zone kommen.

Unruhe in die Aktienmärkte in Europa brachte nicht nur die Diskussion darüber, dass es vielleicht zu einem vorzeitigen Ende kommen könnte von der sehr lockeren Geldpolitik der USA, auch die anstehende Wahl in Italien lässt die Investoren nicht gerade gut schlafen. Bereits im frühen Handel fiel heute der Dax um ganze 1,5 Prozent ab, er erreicht lediglich noch 7.612 Punkte. Beim EuroStoxx50 ist ein noch größerer Verlust zu sehen, er muss 1,8 Prozent abgeben und fällt auf ein Zweieinhalb-Monats-Tief, das bei 2.592,87 Punkten liegt.

Dass die Anleger recht nervös sind, das kann man heute auch an den Volatilitäsindizes VStoxx und VDax erkennen, denn diese sind ja zuständig für die Nervosität unter den Anlegern. Beiden stiegen an, in der Spitze sogar je um rund neun Prozent. Mit 21,53 und 18,03 Punkten lagen sie so hoch, wie dies zuletzt vor zwei Wochen der Fall gewesen war.

Am gestrigen Mittwochabend was das Protokoll veröffentlicht worden von der letzten Zinssitzung der Fed, der US-Notenbank. Daraus geht hervor, dass einige der Notenbanker wohl recht skeptisch sind den Erfolg betreffend des bisher gefahrenen Kurses. Nun ist es durchaus möglich, dass die Fed ihr Anleiheprogramm, das milliardenschwer ist, entweder drosseln könnte, oder auch gar komplett stoppen, und zwar noch bevor es zu der erhofften Wende gekommen ist am Arbeitsmarkt. Dies sind Spekulationen von einigen Analysten. Sorgen machen auch die Wahlen, die am Sonntag und am Montag in Italien stattfinden werden, zumindest innerhalb der Euro-Zone.

Auch der Dow-Jones-Index musste 0,8 Prozent abgeben, beim S&P500 sind es 1,2 Prozent. Beim Nasdaq-Composite wurden beim Börsenschluss 1,5 Prozent weniger verzeichnet.

Auch die Vorgaben aus Asien waren heute recht schwach. Diskutiert wurde dort vor allen Dingen eine Straffung der Geldpolitik Chinas. Der Grund dafür ist, dass die Zentralbank Chinas in dieser Woche einiges mehr an Liquidität ziehen konnte aus dem Banken-Kreislauf bei der Feinsteuerung vom Geldmarkt, als dies vorher erwartet worden war. Dies schätzen zumindest einige Analysten so ein. In Shanghai fiel die Börse ab um ganze 3,2 Prozent. Der Hang-Seng-Index musste in Hongkong 1,7 Prozent abgeben, und der Nikkei-Index in Tokio musste mit einem Minus von 1,4 Prozent schließen.

Es gibt nur recht wenige Titel die in der Lage sind, sich gegen diesen allgemeinen Trend zu stellen. Nachdem die Bilanz für das Jahr 2012 veröffentlicht worden war, konnten die Aktien von der Allianz anziehen um 0,6 Prozent, so dass sie bei 104,95 Euro lagen. Ein Händler sagte, dass die Zahlen solide gewesen seien. Allerdings könne es auch einige Anleger geben, die enttäuscht seien, weil die Allianz die Dividende nicht erhöhte sondern unverändert ließ.

Großer Verlierer ist im SDax die Aktie von Grenkeleasing, diese musste 4,9 Prozent abgeben. Das Unternehmen stockt das Kapital auf.

Eine erneuten und dazu recht heftigen Rückschlag musste die Euro-Zone hinnehmen auf ihrem Weg hinaus aus der Rezession. Aus einer Umfrage des Markit-Instituts unter 5000 Unternehmen, die heute veröffentlicht wurde, geht hervor, dass die Privatwirtschaft innerhalb des Währungsraums die Talfahrt im Monat Februar ganz überraschend noch weiterhin beschleunigte. Somit sank der Einkaufsmanagerindex auf 47,3 Punkte ab, das sind 1,3 Punkte weniger. Die Analysten, die von Reuters befragt worden waren, lagen mit ihren Einschätzungen in einer ganz anderen Richtung, hier hatte man mit einem Anstieg des Indexes gerechnet auf 49,0 Punkte. Das Barometer liegt jetzt wieder recht klar unter der Marke von 50 Punkten, ab der ja ein Wachstum angezeigt wird. Chris Williamson, Chefökonom beim Markit-Institut, sagte, dass dies darauf hindeute, dass die Wirtschaftsleistung der Euro-Zone im ersten Quartal des Jahres 2013 erneute schrumpfen werde, und das zum viertem Mal hintereinander.

Heute stehen weiterhin die wöchentlichen Erstanträge an für die Arbeitslosenhilfe aus den USA, dazu noch Frühindikatoren und der Industrieindex Philly Fed für den Monat Februar. Ebenfalls auf dem Plan steht die Veröffentlichung der Verbraucherpreise für den Januar. Seinen Monatsbericht wird das Bundesfinanzministerium vorlegen. Unternehmensberichte stehen unter anderem an bei Wal-Mart, AIG, Axa und Hewlett Packard.

Nach der Delle in der Konjunktur vom Ende des Jahres 2012 nimmt nun die Wirtschaft in Deutschland wieder etwas an Fahrt auf. Das Finanzministerium schrieb in seinem Monatsbericht, der am heutigen Donnerstag veröffentlicht wurde, dass sowohl von der Industrie positive Signale kämen als auch vom privaten Konsum. Angeführt als Beispiel wurde hierfür das Auftragsplus der Industrie. Für weitere Impulse dürften auch die Ausgaben sorgen der Verbraucher im ersten Quartal diesen Jahres.

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