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Auch heute keine Panik beim Dax zu spüren

Die Zeit für Zypern wird wirklich knapp, und gleichzeitig fällt auch der Ifo-Index. Niemand würde es nun verwundern, wenn es zu einem Kurssturz kommen würde, aber dieser bleibt momentan aus. Die Anleger legen überraschend eine sehr große Gelassenheit an den Tag, und sie verkaufen auch nur recht zögerlich. Allerdings gibt es einige Einzelwerte, die abschmieren.

In Zypern spitzt sich die Lage zu, und der Ifo-Index ist auch gefallen. Für gewöhnlich ist dies immer der Punkt, an dem die Anleger in leichte Panik verfallen. Dieses Mal scheint es aber anders zu sein, denn der Dax fiel im heutigen Vormittagshandel lediglich um 0,2 Prozent und erreicht 7.916 Punkte. Die Anleger verhalten sich demnach recht ruhig. Allerdings hat der Dax auf die gesamte Woche gesehen noch etwas mehr als 100 Punkte abgeben müssen.

In der momentanen Krise rund um Zypern scheint sich ein interessantes Phänomen zu zeigen. Viele der Ökonomen und auch der Kommentatoren zeichnen momentan einige Untergangsphantasien, aber die Investoren dagegen zeigen sich eher optimistisch. Der Grund ist recht einfach, denn trotz aller Krisen in der Politik gibt es zur Zeit fast keine andere Möglichkeit als Aktien. Heinz-Werner Rapp, zuständiger Vorstand für die Anlagestrategie bei Feri, sagte, dass die Märkte im Moment nicht überbewertet seien. Beispielsweise liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei den US-Aktien um Moment beinahe exakt auf dem zehnjährigen Mittelwert. Die Gewinnrendite für die Aktien ist momentan im Verhältnis zu den Zinsen so hoch, wie dies schon seit mehr als 25 Jahren nicht der Fall war.

Für einen weiteren Schub sorgt auch die Finanzkrise. Durch die lockere Geldpolitik von den Notenbanken wird eine Nachfrage erzeugt bei den Sachwerten. Eine ganz ähnliche Situation wie in den siebziger Jahren während der Inflation zeigt ein Blick auf den historischen Kurschart vom amerikanischen S&P500 Index. Genau in der Dekade war es so, dass die Kurse stagnierten, um dann in den folgenden achtziger Jahren eine richtige Rally zu beginnen. Rapp sagte, dass der Blick auf diesen Chart darauf hindeuten könne, dass es zu einem baldigen Ausbruch kommen können nach oben.

Die Depots der professionellen Käufer seien schon längst völlig neu ausgerichtet worden. Rapp erklärte, dass Family-Offices in den Aktienmarkt wechseln mit sechs bis hin zu zwölf Monaten. Immobilien oder auch Goldpositionen würden dann nicht mehr weiter aufgestockt, und auch Anleihen beäuge man sehr kritisch. Weiterhin sagte er, dass institutionelle Investoren etwas langsamer seien wegen der rechtlichen Vorschriften, aber dennoch würden auch diese nun langsam nachziehen.

Friedrich Heinemann vom ZEW warnte allerdings, dass die Staatspleiten weiterhin ein großes Risiko blieben. Es gebe bisher keinen Präzedenzfall, daher sei es schwer, die Reaktion der Märkte vorauszusagen für diesen Fall. Daher sei es besser, wenn Anleger nicht investieren würden in Bankaktien.

Am Vormittag wurde bekannt, dass der Ifo-Index überraschend gefallen ist. Dennoch gab es am Markt keinerlei Reaktion dazu. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist um 1,0 Punkte gefallen und erreicht noch 106,7 Punkte. Somit ist die Serie gerissen, denn zuletzt konnte der Index vier Anstiege in Folge verzeichnen. Dennoch sieht der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, keinen Grund dafür, pessimistisch zu werden. Die Wirtschaft Deutschlands behaupte sich innerhalb eines schwierigen Umfelds mit einer guten Binnenkonjunktur, so Sinn.

Die Ökonomen, die von Reuteres befragt worden waren, hatten eher damit gerechnet, dass der Index zulegen kann auf 107,6 Punkte. Ökonom Oliver Rakau, Deutsche Bank, sagte dazu, dass Deutschland nicht unbeeinflusst sei von der gesamten Euro-Zone, man sei nicht immun. Sollte Zypern pleite gehen sei damit zu rechnen, dass die Krise doch wieder stärker hochkochen würde, und dies wäre negativ für die Exportaussichten von Deutschland. Man gehe allerdings nicht davon aus, dass es zu einer Pleite Zyperns komme.

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