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Anleger trauen sich noch immer nicht hervor

Im Mittelpunkt im Börsengeschehen in Frankfurt stehen wieder einmal die Quartalsberichte, die von den Unternehmen veröffentlicht werden, hier ist vor allen Dingen die Commerzbank in den Fokus gerückt. Zudem gibt es wieder einmal neue Spekulationen darüber, dass die lockere Geldpolitik der USA schon bald ein Ende haben könnte.

Die meisten Quartalszahlen der Unternehmen sind positiv aufgenommen worden, dennoch befindet sich der Dax auch am heutigen Donnerstag noch immer auf dem Konsolidierungskurs, den er bereits in den letzten Tagen gehabt hat. Der Start in den Tag war recht freundlich, dennoch bewegt sich der Dax lediglich auf der Stelle.

Auch bei etlichen anderen Börsen in der Welt sieht es nicht anders aus. An der Wall Street sind bereits seit drei Tagen Verluste angesagt, der Grund ist wieder einmal die Angst davor, dass die Fed, die Notenbank der USA, doch noch ganz unerwartet und auch schnell aussteigen könnte aus der lockeren Geldpolitik. Am Mittwoch musste der Dow-Jones-Index mit einem Minus in Höhe von 0,3 Prozent aus dem Handel gehen, er schloss bei 15.470 Punkten. Der S&P 500 gab 0,4 Prozent ab und erreicht 1.690 Punkte. Beim Nasdaq gab es einen Verlust in Höhe von 0,3 Prozent, er steht bei 3.654 Punkten. Ebenfalls keinerlei Erholung gab es für den Nikkei Index in Tokio.

Auch die Konjunkturdaten, die aus China kamen und recht positiv ausfielen, konnten keinen weiteren Schwung bringen an der deutschen Börse. Unerwartet stark waren die Exporte Chinas im Monat Juli gestiegen, im Jahresvergleich war eine Steigerung um 5,1 Prozent zu verzeichnen. Bei den Importen konnte sogar ein Plus verzeichnet werden in Höhe von 10,9 Prozent. Analysten, die von Reuters befragt worden waren, hatten lediglich einen Anstieg bei den Exporten von 3 Prozent vorausgesagt, bei den Einfuhren hatten sie sogar nur 2,1 Prozent mehr vermutet.

Eine ganze Welle von Quartalszahlen sorgten dafür, dass es bei den Einzelwerten viel Bewegung gab. Die Aktie der Commerzbank konnte bis zu 10,7 Prozent zulegen, sie erreicht 7,33 Euro, und dies ist der höchste Stand, der seit dem Ende des Junis erreicht werden konnte. Somit setzten sich die Aktien mit einem guten Abstand an die Spitze des Dax. Den Händlern nach ist es so, dass die Quartalszahlen nun doch nicht so schlecht ausgefallen sind, wie man dies vorher befürchtet hatte. Im zweiten Quartal des Jahres konnte die Commerzbank einen Nettogewinn erwirtschaften in Höhe von 43 Millionen Euro.

Die Deutsche Telekom sorgte ebenfalls für zufriedene Gesichter, nachdem die Mobilfunktochter in den USA fusionierte mit einem Rivalen konnte das Unternehmen seine Gewinnprognose ganz leicht hochschrauben. Sogleich konnten die Aktien zulegen um 3,5 Prozent. Zu den Verlierern des heutigen Tages zählen die Aktien von Adidas, diese verbilligten sich um 3,2 Prozent. Im zweiten Quartal des Jahres hatte Adidas weniger verdient, als man sich erwartet hatte, und dementsprechend wurde auch die Umsatzprognose gesenkt. Einen Verlust von mehr als 6 Prozent hat im TecDax SMA Solar hinnehmen müssen. Durch die Krise im Solarbereich hatte es für das Unternehmen im ersten halben Jahr einen Umsatzeinbruch gegeben und auch rote Zahlen.

Aber nicht alle Quartalsberichte waren in den letzten Tagen gut aufgenommen worden, einige waren auch recht enttäuschend ausgefallen. Zudem gab es auch fast kein Unternehmen, das mit Zahlen aufwarten konnte, die sich über den Erwartungen befanden. Eigentlich ist eher das Gegenteil der Fall, viele der Unternehmen aus Dax und MDax konnten nur schlechte Umsätze vermelden und dementsprechend schwache Gewinne. Diese wirkten sich natürlich gleich negativ aus auf den Kurs der jeweiligen Aktien im Dax. Ein Börsianer sagte dazu, dass man nicht den Eindruck habe, dass ein Aufschwung bei der Konjunktur vor der Tür stehe, wenn man sich die Zahlen der Unternehmen anschaue.

Auch die Angst vor dem baldigen Ende der lockeren Geldpolitik macht vor der Börse in Deutschland nicht halt. Die Aussagen von Dennis Lockhart, dem Chef der Notenbank von Atlanta, dass die Fed vielleicht schon im nächsten Monat damit beginnen könnte, die Käufe von Anleihen zurückzufahren, sorgten wieder einmal für Verunsicherung.

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