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Anleger sind verunsichert wegen Zypern

Die Bankkunden in Zypern werden zu einer Zwangsabgabe verpflichtet, und die Folgen dieser Abgabe belasten momentan die Börsen. Dadurch wird auch der Dax in das Minus gedrückt. Die Aktien von Thyssen-Krupp werden belastet durch die geplante Erhöhung des Kapitals.

Momentan macht sich an den europäischen Börsen eine Unsicherheit breit bezüglich der langfristigen Folgen, die die Zwangsabgabe haben könnte, die die Bankkunden in Zypern auferlegt bekommen haben. Am Vormittag verliert der Dax 0,6 Prozent, so dass er noch 7.961 Punkte erreicht. Der MDax muss 0,3 Prozent und der TecDax 0,6 Prozent abgeben. Auch der EuroStoxx50 verliert 0,6 Prozent.

Zwar hat die Regierung Zyperns nun angekündigt, die Kleinsparer verschonen zu wollen, aber selbst wenn dies der Fall wäre, bliebe weiterhin die Angst im Markt, dass dieses Modell in Zukunft auch übertragen werden könnte auf andere Krisenstaaten innerhalb von Europa, so die Börsianer. Christian Schmidt, Analyst bei der Helaba, sagte, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass ein nachhaltiger Verlust des Vertrauen sowohl in den Euro als auch in die Einlagensicherheit von der Euro-Zone eintreten werde.

Der Euro kann sich heute ein klein wenig erholen von dem Drei-Monats-Tiefs, das er am gestrigen Montag hinnehmen musste, wo er bei 1,2880 Dollar lag. Dennoch bleibt er auch heute ganz deutlich unter der Marke von 1,30 Dollar mit 1,2931 Dollar.

In Zypern soll heute am späten Nachmittag abgestimmt werden im Parlament über das geplante Rettungspaket. Zuletzt konnte man hören, dass die Abgeordneten wohl der Zwangsabgabe auf die Bankeinlagen, die ja gefordert wurde, nicht zustimmen werden. Erst am Wochenende war es Zypern gelungen, sich mit dem IWF, der EU und der EZB zu einigen auf ein Hilfspaket, das eine Höhe von zehn Milliarden Euro hat. Laut Bundesfinanzminister Schäuble muss Zypern dann noch sieben Milliarden Euro selbst aufbringen, und zwar über die Bankenabgabe und auch Steuererhöhungen. Geplant ist nun allerdings, die Kleinanleger nicht so stark zu belasten, daher sollen alle Guthaben, die niedriger sind, doch verschont werden. Ursprünglich war geplant gewesen, alle Einlagen mit der Zwangsabgabe zu belegen.

Aber nicht nur Zypern steht heute am Markt im Mittelpunkt, auch der ZEW-Konjunkturindex wird sicher Beachtung finden. Seitens der Experten wird eine Stabilisierung dieses Konjunkturbarometers prognostiziert, und das sogar auf einem recht hohen Niveau. Erwartet werden auch noch recht robuste Daten, die aus dem Bausektor kommen sollen aus den USA. Zur Veröffentlichung stehen heute am frühen Nachmittag dann auch noch die Wohnbaubeginne an für den Monat Februar.

Bei den Einzelwerten sieht es so aus, dass vor allen Dingen die Aktien von Thyssen-Krupp die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Der Grund sind die Gerüchte, die zur Zeit am Markt kursieren eine Kapitalerhöhung betreffend, die kurz bevor steht. Bisher hat es kein klares Dementi gegeben seitens des Unternehmens. Im „Handelsblatt“ wird berichtet, unter Berufung auf Kreise des Konzerns, dass es möglich ist, dass noch im laufenden Geschäftsjahr 2012/2013 neue Aktien ausgegeben werden könnten im Wert von über einer Milliarde Euro. Dirk Schlamp, Analyst der DZ-Bank, schrieb in seinem Kommentar, dass eine solche Kapitalerhöhung durchaus Sinn mache angesichts der angeschlagenen Bilanz des Konzerns. Als Reaktion darauf gingen die Aktien des Konzerns in den Keller und verloren 6,2 Prozent.

Ganz oben im Dax finden sich heute Siemens, BMW und Beiersdorf wieder. Gewinner im MDax sind die Aktien der Metro, denn hier folgten die Anleger einer Kaufempfehlung, herausgegeben von der UBS, und griffen beherzt zu bei den Papieren des Unternehmens. Somit stiegen die Aktien dann um 3,8 Prozent.

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