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Absturz beim Dax – er fällt unter die Marke von 6.000 Punkten

Talfahrt beim Dax, und das noch sehr rasant, und sie geht immer weiter. Bereits jetzt flüchten die Anleger aus den Aktien, und auch der Ölpreis sowie der Euro fallen gleich mit. Der Grund ist, dass es wohl so aussieht, als ob Spanien seine Bankenkrise nicht alleine bewältigen kann.

Auch am heutigen Montag setzt der Dax seine Talfahrt, die schon eigentlich ein Sturz ist, fort. Zum Mittag hatte er bereits 1,3 Prozent verloren, und somit rutschte er unter die Marke von 6.000 Punkten. Er konnte nur noch mit 5.973 Punkten notieren. Zum ersten Mal seit dem 9. Januar diesen Jahres ist der Dax unter diese Marke gefallen. Mitte März hatte der Dax sein Jahreshoch erlebt, und seit diesem Zeitpunkt büßte er noch mehr ein als 17 Prozent. Auch die Nebenwerte steuerten in die gleiche Richtung. 1,7 Prozent verlor der MDax, er lag bei 9.702 Punkten, und um den gleichen Wert gab auch der TecDax nach, somit lag er bei 718 Punkten. Auch an allen anderen Börsen in Europa sah es nicht anders aus.

Auch die sogenannten Volatilitätsindizes VStoxx und VDax gingen sprungartig in die Höhe, 5,3 Prozent und 7,7 Prozent waren es hier mehr. Dies sind die Indizes, die die Nervosität messen, die bei den Investoren vorliegt. Zuletzt lagen sie mit ihren Ständen so hoch wie jetzt im letzten Dezember, und zwar zu Anfang des Monats.

Es ist gerade einmal zwei Monate her, da stand der Dax noch über der Marke von 7.000 Punkten. Das erscheint heute schon fast utopisch, wenn man sich einmal die riesigen Probleme anschaut, die es in sehr vielen Ländern in Südeuropa gibt. Trotz dieser gesamten Verluste, die es gegeben hat, ist es den Experten wohl noch immer nicht günstig genug. Joost van Leenders, BNP Paribas Investment Partners sagte, dass es bezogen auf die Risiken jetzt noch zu früh sei, um erneut Aktien zu kaufen. In diesem Zusammenhang verwies er auf den so krisengeschüttelten Bankensektor in Spanien mit dem großen Sorgenkind Bankia. Diese Bank benötigt wohl mehr Geld, als es selbst von Pessimisten befürchtet worden war.

Einem Bericht des „Spiegel“ nach wollen sowohl Bundeskanzlerin Merkel als auch Finanzminister Schäuble das Land Spanien dazu bringe, doch Hilfen zu beantragen aus dem Rettungsfonds der EU. Beide schätzen die Situation so ein, dass die viertgrößte Volkswirtschaft innerhalb der Euro-Zone wohl nicht in der Lage sei, diese Schieflage von den Banken ganz allein beheben.

Zeitweise war es so, dass die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen Spaniens am vergangenen Freitag anstiegen auf bis zu 6,58 Prozent. In diesen Sog geriet auch Italien hinein, denn auch dort stieg die Rendite an, so dass sie sich wieder der Sechs-Prozent-Marke annäherte. Allerdings kamen am Freitagnachmittag die schlechten Daten an aus den USA, und da gaben dann auch die Renditen wieder nach in Italien und Spanien, sie schlossen insgesamt unter dem Niveau des Vortages.

Die Anleger flüchten sich wieder einmal in die sicheren Häfen, und damit wurde wieder einmal die Rendite gedrückt auf die zehnjährigen Bundespapiere, sie lag bei 1,17 Prozent. Wegen der Sorgen um die Konjunktur markierten auch die zehnjährigen Staatsanleihen der USA bei einem absoluten Rendite-Rekordtief, das bei 1,45 Prozent lag.

Somit ergibt sich insgesamt nur recht wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung für den Aktienmarkt. Der Wochenausblick von der Landesbank Berlin besagt, dass die Aktienmärkte innerhalb der Euro-Zone wohl auf kürzere Sicht in einem recht schwierigen Fahrwasser blieben. Hier könnten auch die gelisteten Unternehmen nicht sehr viel machen. Sowohl die Quartalszahlen als auch die Hauptversammlungen der größeren Konzerne des Dax sind bereits vorbei. Erst in eineinhalb Monaten kommen hier die neuen Zahlen. Aus den Unternehmen käme sonst nicht wirklich viel, das überraschend ist, und so glichen die Aktienkurse momentan eher einem Spielball in der Politik.

Daher ist es in dieser Woche die Zinsentscheidung von der EZB am Mittwoch, auf die ein ganz besonderes Augenmerk gelegt wird. Die Experten rechnen hier zwar nicht damit, dass es zu einer Zinssenkung kommen wird, aber dennoch werden in der Rede, die Präsident Draghi halten wird, konkrete Vorschläge erwartet, wie man denn nun vorgehen will gegen diese sehr prekäre Lage in ganz Südeuropa. Diese Rede wird wohl auch sehr entscheidend sein dafür, wie es auch weitergehen wird mit dem Euro. Seit dem Ende des Aprils ist der Kurs gefallen, und das recht massiv. Für einen Euro müssen momentan nur noch 1,2349 Dollar gezahlt werden, gerade einmal einen Monat zuvor waren es noch 1,32 Dollar gewesen. Der Euro hatte auch als einzigster unter den recht schlechten Arbeitslosendaten zu leiden aus den USA und der Euro-Zone, die schlechter waren, als man dies erwartet hatte.

Seit einigen Wochen fällt auch bereits der Ölpreis, dieser wird gedrückt durch Spekulationen, die sich auf eine rückläufige Nachfrage beziehen. So tief hatte Öl zuletzt notiert im Januar 2011.

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