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Den deutschen Banken fehlen für die Rekapitalisierung rund 5,5 Milliarden Euro

Der Willen der Staats- und Regierungschefs der ganzen Eurozone ist eindeutig, damit die Banken für eine Eskalation in der momentanen Schuldenkrise gerüstet sind, sollen diese ihr Kapital rechtzeitig aufstocken. Bei den deutschen Geldhäusern sieht es dabei wohl recht gut aus, es ist davon auszugehen, dass die Banken hierzulande dabei recht glimpflich davonkommen werden, es wird wohl keine allzu gewaltige Kapitalaufstockung nötig sein. Christian Brand, Präsident des Landesbanken-Verbandes VÖB, beziffert den Bedarf an neuem Kapital bei rund 5,5 Milliarden Euro. Das sei ausreichend, damit die Banken auch bei einer eventuellen Zuspitzung dieser Krise gewappnet sind. Am Montag teilte er in Frankfurt mit, dass dies absolut überschaubar sei, denn man habe zuletzt über weitaus höhere Beträge spekuliert.

Bereits am Sonntag konnte die Nachrichtenagentur Reuters aus den Finanzkreisen in Erfahrung bringen, dass allein schon die Deutsche Bank bis zum Juni nächsten Jahres ungefähr zwei Milliarden Euro benötigen wird. Aufstocken müssen werden wohl auch die DZ Bank und die Commerzbank. Ob und welche Landesbanken es treffen wird oder kann, das war zunächst nicht festzustellen. Einige dieser Banken mussten während dieser Finanzkrise ja bereits gestützt werden. Außen vor gelassen wurden wohl offensichtlich die kleineren Landesbanken, diese wurden wohl als nicht sonderlich systemrelevant eingestuft. Von den Banken war bislang noch keine Stellungnahme zu bekommen.

Auf dem Gipfel in Brüssel hatten sich ja die Staats- und Regierungschefs der EU generell auf einen bestimmten Kapitalisierungsplan verständigt, der die 60 größten Geldhäuser von Europa betrifft. Vorgesehen ist, dass diese Häuser vermutlich bis zum Juni nächsten Jahres auf eine sogenannte Kernkapitalquote kommen, die neun Prozent betragen soll. Benötigt werden dafür wohl rund 100 Milliarden Euro. Vorgesehen ist auch, dass sie diese Mittel selbst aufbringen sollten, und zwar durch einbehaltene Gewinne, Kapitalerhöhungen oder auch den Abbau der Risikopositionen. Wenn dies nicht möglich ist, dann soll der Steuerzahler einspringen. Am heutigen Mittwoch werden die Spitzenpolitiker dann wieder einmal zusammenkommen, und dann sollen diese Beschlüsse endgültig gefestigt werden. Man hatte hierfür extra den Gipfel zweigeteilt, damit auch wirklich eine ausreichende Beteiligung der ganzen nationalen Parlamente möglich ist.

Ähnlich wie in Deutschland ist es auch bei den Banken in Frankreich. Alle sind hier sehr stark engagiert im sehr hoch verschuldeten Griechenland, aber auch hier wird es wohl nur einen Kapitalbedarf von rund zehn Milliarden Euro geben. Dies kündigte der Notenbankchef von Frankreich, Christian Noyer, am Montag an. Dies sei auch problemlos ohne eine staatliche Hilfe möglich.

Am schlimmsten betroffen sind, wenn man nach den Analysten geht, die Banken, die sich in den eigentlichen Schuldenstaaten befinden. In Griechenland wurde von Experten ein Bedarf von rund 30 Milliarden Euro errechnet, in Spanien läge man bei 15 Milliarden. Mit dieser geplanten Kapitalaufstockung sollen die Banken dann in der Lage sein, eine eventuelle Pleite von Griechenland und natürlich auch deren Folgen zu überstehen.

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