Nach hohen Gewinnen am Donnerstag verliert der Dax wieder

Noch am gestrigen Donnerstag konnte der Dax recht hohe Gewinne verbuchen, die er aber heute nicht halten konnte. Zudem sind auch die Experten noch immer skeptisch. Zudem wird der Kurs auch noch belastet durch Gewinnmitnahmen.

Der letzte Handelstag der Woche begann eigentlich recht gut für den Dax, dennoch konnte er dieses Plus nicht halten, und er drehte sogar noch ins Minus. So notierte der Leitindex um 0,35 Prozent niedriger, er steht somit bei 6.559 Punkten. Seitens der Börsianer wurde dies erklärt durch Gewinnmitnahmen. Gestern hatte der Leitindex ganze 2,75 Prozent zulegen können.

Gerade erst hat der Präsident der EZB, Mario Draghi, ein klares Bekenntnis abgegeben zum Euro, und so hatte er wieder neue Hoffnungen an den Märkten geweckt, dass die EZB wieder stärker eingreifen könnte bei der Schuldenkrise in Europa. Ein Händler sagte, dass Draghi nun die Geister gerufen habe, und nun müsse seitens der EZB auch etwas kommen. Es sei wahrscheinlich, dass die EZB zunächst einmal sowohl spanische als auch italienische Staatsanleihen kaufen werde.

Diese Hoffnung wurde wieder eingetrübt durch die Deutsche Bundesbank, denn ein Sprecher erneuerte die Auffassung der Bank, dass man diesen Anleihekäufen seitens der EZB eher skeptisch gegenüberstehe. Nächsten Donnerstag wird sich die EZB wieder zu einer Sitzung zusammenfinden, dann soll über die Zinsen entschieden werden in der Euro-Zone. Seitens der Analysten wird damit gerechnet, dass Draghi dann im Anschluss bei der Pressekonferenz wohl diese Andeutungen, die er gerade gemacht hat, konkretisieren wird.

Auch Frankreich meldete sich heute zu Wort. Pierre Moscovici, Finanzminister Frankreichs, nahm den EZB-Präsidenten Draghi ganz persönlich in die Pflicht. Er vertraue darauf, dass Draghi auch genau das tun werde, was wirklich nötig ist. Dies sagte er im französischen Fernsehen. Dies hieße, dass man so handeln muss, dass auf jeden Fall die Märkte schnell beruhigt werden, und auch, dass es eine Entspannung geben kann bei den Zinssätzen, die für Italien und Spanien fällig werden.

Eine Studie von Morgan Stanley besagt, dass Draghi hier wirklich sehr viel in der Hand hat. Durch aggressive Eingriffe der EZB könnte es durchaus zu einer scharfen Rallye kommen, und finden diese nicht statt, dann ist es möglich, dass man sich einem Zerfall der Euro-Zone nähere.

Viele Experten sind recht skeptisch auf kurze Sicht gesehen. Benjamin Stone, ein Aktienmanager des Fondshauses MFS, meint, dass er davon ausgehe, dass der Euro wohl letztendlich doch scheitern werde. Wenn Spanien oder vielleicht auch Italien eventuell aus der Währungsunion austreten sollten, dass ist es wahrscheinlich, dass die Finanzmärkte recht massiv gestört werden könnten. Auch der Citi-Chefökonom, Willem Buiter, sagte, dass man dort bleibe bei dem düsteren Ausblick, den man für die Zone des Euro hätte.

Die Aufmerksamkeit der Investoren wird sich heute Nachmittag wieder gen USA richten, denn dort wird dann die Schätzung veröffentlicht für das BIP des Landes für das zweite Quartal. Zuletzt hatte die Börsen die Frage beschäftigt, wie stabil wohl das Wachstum der Wirtschaft in den USA sein wird, und ob es nötig ist, dass die Fed, die US-Notenbank, weitere Schritte einleitet, damit der Wirtschaft unter die Arme gegriffen wird.

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