Dax kann die Verluste am Vormittag eingrenzen

Heute Vormittag war es dem Dax möglich, seine Verluste doch wieder etwas einzugrenzen. Vorher hatte das Protokoll der Notenbank der USA von gestern dafür gesorgt, dass es an den europäischen Märkten zu einem starken Abverkauf kam. Im Mittelpunkt stehen nun für die Anleger wichtige US-Daten.

Am Morgen hatte es ein sehr massive Abwärtsbewegung gegeben beim Dax, diese konnte er aber wieder eingrenzen im Laufe des Vormittags. Zuletzt notierte der Dax 0,44 Prozent im Minus bei 6425 Punkten. Vorher hatte sich eine Enttäuschung über die Fed breitgemacht unter den Anlegern, die auch für eine gewisse Ernüchterung sorgte. Dadurch kam es zum Abverkauf an den Märkten Europas. Auch der MDax musste Federn lassen und fiel um 0,41 Prozent, er stand bei 10.403 Punkten. Beim TecDax waren es gar 1,16 Prozent weniger, er landete bei 743 Punkten.

Cameron Peacock, Analyst von IG Markets sagte, dass die Fed, die US-Notenbank, keine Signale gegeben habe für eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik, die unmittelbar bevorstehen könnte, und das wiederum belaste nun die Börsen. Am Abend zuvor hatte die Notenbank der USA das Protokoll veröffentlicht von ihrer jüngsten Sitzung. Daraufhin sank der Eurokurs stark ab, teilweise bis auf ein neues Zweijahrestief herab. Seither bleibt er auch auf diesem Niveau stehen.

Die Anleger dürften heute auch weiterhin sehr vorsichtig handeln, bevor die weiteren Daten vorm Wochenende anfallen, so wie die Daten bezüglich des Wirtschaftswachstums in China. Ralph Herre, Investmentanalyst bei der LBBW, sagte, dass am Markt nun Ernüchterung eingekehrt sei.

Omer Esiner, Commonwealth Foreign Exchange, sagte, dass man keinerlei klare Anzeichen sehe dafür, dass die US-Notenbank einem weiteren Programm von Anleihekäufen etwas näher gekommen sei, als dies schon bei der letzten Sitzung der Fall gewesen war. Ein weiteres Kopfzerbrechen bereite den Investoren auch die Lage in der globalen Konjunktur, und natürlich wiederum die Schuldenkrise.

Andrew Wilkinson, Miller Tabak & Co., sagte, dass momentan eine Unsicherheit herrsche bezüglich des Wohls der Weltwirtschaft, und die meisten Anleger hoffen wohl auch dazu auf eine viel schnellere Lösung in der Schuldenkrise, als die Politiker in der Lage sind, sie anzubieten. Daher mangele es momentan auch an der Bereitschaft, vielleicht einmal neue Handelsstrategien in Angriff zu nehmen und auszuprobieren.

Der Leitzins wird seitens der Notenbank Japans auch weiterhin belassen im Korridor zwischen null Prozent und 0,1 Prozent. Diese Entscheidung war am Donnerstag bekannt gegeben worden und zuvor auch bereits erwartet worden. Sie fiel zudem auch einstimmig aus. Nach wie vor vertrat die Zentralbank die Auffassung, dass die Wirtschaft Japans wohl ihren eigenen moderaten Erholungskurs weiterhin fortsetzen wird.

Um die Wirtschaft zu stützen hatte die brasilianische Notenbank ihren Leitzins bereits auf ein neues Rekordtief gesenkt. Am Mittwoch hatte sie mitgeteilt in Brasilia, dass der Zinssatz reduziert wird um 50 Basispunkte, so dass er auf 8,0 Prozent fällt. Dies geschieht nun schon zum achten Mal hintereinander. Auch hier hatten die Experten bereits mit diesem Schritt gerechnet. Auch diese Entscheidung, dass an der Zinsschraube gedreht wird, wurde einstimmig getroffen. Brasilien ist die größte Volkswirtschaft in Südamerika, und sie ist dazu sehr berühmt für die hohen Leitzinsen. In den achtziger und neunziger Jahren hatte es eine traumatische Phase dort gegeben, in Kombination mit einer sprunghaften Inflation. Kurz vor der Jahrtausendwende hatte es dann ein Rekordhoch gegeben von 45 Prozent.

Am Morgen hat der Euro weiterhin verloren an Wert, und das trotz Renditen, die fielen. Von 1,2236 Dollar am Vorabend rutschte die Gemeinschaftswährung ab in New York auf 1,2213 Dollar. Nun sei es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis es soweit komme, dass der Euro die Marke von 1,20 Dollar testen werde, die zuletzt unterschritten worden war um Sommer des Jahres 2010, so die Händler. Enttäuscht waren die Anleger auch von dem Protokoll der letzten Fed-Sitzung, denn sie hatten eigentlich gesetzt auf recht klare Signale, die auf eine dritte Runde bei den Anleihekäufen ankündigen sollten.

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