Die Anleger bleiben heute weiterhin in Deckung

Auch heute bleiben die Investoren in Deutschland weiterhin in der Deckung, denn sie warten mit Spannung auf die Entscheidung, die das Bundesverfassungsgericht treffen wird. Auch das Finanzminister-Treffen steht im Fokus.

Heute geht der Blick der Investoren einmal nicht in Richtung der verschuldeten Euro-Länder, sondern nach Karlsruhe. Zudem bleiben sie auch weiterhin noch vorsichtig. Der Handel startete heute ganz leicht positiv, allerdings notierte er im Vormittagshandel dann wieder um 0,4 Prozent tiefer, somit lag er bei 6.360 Punkten. Erst gestern musste der Dax zum Handelsschluss einen Verlust hinnehmen von 0,4 Prozent, 6.387 Punkte konnte er lediglich erreichen.

Cameron Peacock, Analyst bei IG Markets, sagte, dass sowohl die globalen Wachstumssorgen als auch die nicht ausreichenden Antworten, unter anderem von den Zentralbanken, die Börsen auch weiterhin lähmten. Einen weiteren Beitrag zu den Wachstumssorgen weltweit steuerte auch die chinesische Handelsbilanz zu.

Auch die Vorgaben, die aus Übersee kommen, geben nicht gerade einen Anlass zum Jubeln. Beim Dow-Jones-Index gab es zum Handelsschluss ein Minus im Bereich von 0,3 Prozent, er schloss bei 12.736 Punkten. Der S&P-500-Index musste einen Abschlag hinnehmen von 0,2 Prozent, er verließ den Handel mit 1352 Punkten. Ebenfalls einen Verlust hinnehmen musste der Index von der Technologiebörse Nasdaq, auch hier waren es 0,2 Prozent, er schloss bei 2931 Punkten. Auch der Nikkei-Index verlor in Tokio 0,4 Prozent.

In den USA wurde die Bilanzsaison eingeläutet, und zwar durch das Unternehmen Alcoa, welches einen Quartalsverlust verkünden musste. Dieses Unternehmen gilt aufgrund der weitreichenden Verwendung des Materials Aluminium als ein echter Gradmesser für die Konjunktur. Sowohl bei Autos als auch im Flugzeugbau wird Aluminium eingesetzt.

Das Treffen der Finanzminister aus den Euro-Ländern wird heute auch im Fokus der Anleger liegen. Die Finanzminister konnten sich bereits einigen auf einige Eckpunkte bezüglich der Finanzhilfen für die spanischen Banken. In der Nacht zum Dienstag hin hatte Bundesfinanzminister Schäuble nach einem Treffen von der Eurogruppe gesagt, dass es darüber wohl eine politische Verständigung gebe. Deutschland und auch viele andere Staaten könnten dann jetzt die Entscheidungsverfahren einleiten in ihren eigenen Parlamenten. So könne man dann letztendlich am 20. Juli endgültig grünes Licht geben.

Auch das Bundesverfassungsgericht steht im Fokus an den Börsen, denn es wird heute verhandeln über einige Eilanträge betreffend einen Stopp des Rettungsschirms ESM und des EU-Fiskalpakts. Dies sind beides tragende Säulen, die wichtig sind für die Strategie der Länder des Euro, um die Schuldenkrise zu bewältigen. Zunächst geht es bei diesen Eilanträgen lediglich darum, ob Bundespräsident Gauck diese Ratifizierungsgesetze überhaupt unterschreiben darf, bis in der Hauptsache eine Entscheidung gefällt wurde. Erst in einigen Wochen wird mit einer Entscheidung gerechnet in der Frage, ob der Fiskalpakt und der ESM verstoßen gegen das Grundgesetz. Finanzminister Schäuble wird in Karlsruhe an den mündlichen Verhandlungen teilnehmen.

Eine Kapitallücke, die bei den EU-Banken festgestellt worden war, scheint wohl weitestgehend gestopft zu sein. Das Kapital, was fehlt, hätten die Finanzinstitute wohl erhalten aus öffentlichen oder privaten Quellen. Dies geht aus einem Dokument hervor, welches am Montag veröffentlicht worden war. Es war vorbereitet worden für das Treffen der Finanzminister am heutigen Dienstag. Es gebe noch einige Länder, in denen die Bilanzen von den Banken wohl noch „repariert“ würden, aber die Arbeiten daran schritten voran.

Bis zum Sommer sollen die größten Banken Europas ihr Eigenkapital aufstocken um 115 Milliarden Euro insgesamt. Mit einer recht groß angelegten Aktion versucht die EBA, die EU-Bankenaufsicht, Vertrauen, das verloren gegangen ist in diese Branche, wiederherstellen. 13,1 Milliarden Euro fehlen allein schon bei sechs recht großen Banken Deutschlands. Erst im letzten Dezember hatte man die Kreditinstitute einem Stresstest unterzogen.

Ein sehr großes Sorgenkind ist die Bankenwelt Spaniens. Die Renditen für die Anleihen des Landes blieben auch heute über der als kritisch geltenden Marke, die bei sieben Prozent liegt. Die Renditen am Rentenmarkt gingen dagegen nur ganz leicht zurück, diese lagen bei 7,018 Prozent, am Montag waren es 7,063 Prozent gewesen.

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