Zu Beginn der neuen Handelswoche startet der Dax mit einigen Verlusten

Die neue Börsenwoche hat begonnen, und der Dax legt ein paar Schlangenlinien hin. Seitens der Analysten werden auch momentan keinerlei große Sprünge des Dax erwartet. Die EU-Finanzminister könnten heute vielleicht noch weitere Impulse liefern.

Der Dax notierte am frühen Vormittag um 0,4 Prozent schlechter, so dass er bei 6386 Punkten lag. Noch am Freitag hatte der Dax beinahe zwei Prozent verloren, geschlossen hatte er bei 6410 Punkten. Beim MDax waren es heute morgen 0,10 Prozent mehr, so dass der Index auf 10.459 Punkte stieg. Auch der TecDax konnte heute wieder zulegen, und zwar um 0,06 Prozent, so dass er bei 757 Punkten landete.

Letzte Woche hatte es eine regelrechte Berg- und Talfahrt gegeben, daher ist es absehbar, dass einige weitere größere Sprünge wohl zunächst am Aktienmarkt ausbleiben werden. Jetzt startet wieder die Quartalssaison, und die Analysten glauben, dass die Unternehmen wohl wegen der schwindenden Wirtschaftsentwicklung hier doch eher enttäuschen werden. Gleichzeitig sei es auch möglich, dass sehr schlechte Daten auch die Hoffnung füttern auf weitere Hilfen der Notenbanken, hier ganz besonders der amerikanischen Notenbank, der Fed. Dies könnte die Kursverluste wieder ausgleichen.

Von Seiten der BNP Paribas sieht man aber auch durchaus noch weitere Kursgewinne im Bereich des Möglichen. Allerdings leitet man daraus nicht ab, dass es zu breiten Investitionen in die Aktien kommen wird. Joost van Leenders, ein Anlagestratege bei der BNP Paribas Asset Management, sagte, dass man eher dazu neige, de Stärke des Marktes zu nutzen für Verkäufe, anstatt hier die Aktien zu übergewichten.

Christian Schmidt, Analyst bei der Helaba, sprach hier von einer Verunsicherung, die anhält an den Aktienmärkten. Dazu sei es auch noch so, dass die anhaltende Schwächephase der Gemeinschaftswährung Euro ebenfalls einen gewissen Druck ausübe. Insgesamt gäbe es in dieser Woche einige Termine, die durchaus das Potential dazu haben, dafür zu sorgen, dass der Markt unruhig wird.

Dirk Oppermann, Chartanalyst der DZ-Bank, sieht hier gute Chancen für einen Abschluss einer sogenannte Bodenbildung, nach dem jüngsten Sprung über ein 6500-Punkte-Marke, der sehr rasant gewesen war. Diese zeichne sich aber bereits sein gut zwei Monaten ab. Seit dieser Zeit ist es so, dass der Dax ohne Richtung immer auf und ab pendelt, aber er falle dabei nicht, wie in den Monaten zuvor, auf ganz neue Tiefs. Daraus resultiert das Signal, dass der Verkaufsdruck nun wohl nachlässt.

Oppermann sagte, dass sich die Situation mit dem Sprung über die Marke von 6450 Punkten um einiges aufgehellt habe. Allerdings sieht er auch seine positive Prognose wieder infrage gestellt, sollte der Dax wieder fallen unter das Niveau dieser Bodenbildung, das bei 6400 Punkten liegt, und erst recht, wenn er dazu noch die 200-Tage-Linie, die er just erst erobert hatte, wieder unterschreitet. Diese Linie verläuft bei etwa 6300 Punkten.

Gewinner sind heute Morgen auf jeden Fall auszumachen, dazu gehören Lufthansa, Commerzbank, die Deutsche Telekom und auch Eon. Die Papiere all dieser Konzerne legten zu um jeweils etwa 0,4 Prozent. Die Aktien von Eon reagierten hier auf eine Einschätzung der UBS, die sehr positiv war. In einem Analystenkommentar dieser Bank hieß es, dass man glaube, dass Eon hier noch mehr herausholen könne mit Blick auf die gemachten Gewinne.

Schwung könnte heute auch noch aufkommen, und zwar dann, wenn sich die Finanzminister treffen der Euro-Gruppe. Bei diesem Treffen sollen die Beschlüsse des letzten EU-Gipfels umgesetzt werden. Dabei sollten die Hilfen für die Banken Spaniens kein großes Problem darstellen. Nicht begrüßt werden wird von allen Ländern allerdings die Lockerungen, die bei den Bedingungen für den ESM geplant sind bezüglich der möglichen Käufe von Staatsanleihen.

Auch aus der Exportwirtschaft Deutschlands kommen momentan wieder sehr positive Signale, denn dank der momentan steigenden Nachfrage aus der ganzen Welt konnten die Ausfuhren im Mai noch einmal sehr gut anziehen, und das trotz der Euro-Krise. Nachdem der Vormonat etwas schlechter gewesen war, konnten die Ausfuhren ein Plus verzeichnen von 3,9 Prozent. Dies teilte das Statistische Bundesamt am heutigen Montag mit in Wiesbaden. Seit dem März des letzten Jahres ist dies das ein monatliches Plus, das am stärksten war. Bei den Einfuhren war gar ein Plus zu verzeichnen von 6,3 Prozent, dies war so deutlich, wie es schon seit gut zwei Jahren nicht mehr der Fall war.

Bei den Marktteilnehmern wird sich wohl der Fokus der Aufmerksamkeit heute auf den Start der Berichtssaison in den USA legen, der nach Handelsschluss stattfinden wird. Hier wird Alcoa mit seinen Zahlen die diesmalige Berichtssaison für das zweite Quartal einläuten.

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