Italien kommt relativ glimpflich davon bei der heutigen Staatsanleihe-Auktion

Eigentlich war das an Spanien gegebene Milliardenversprechen dazu gedacht, die Ansteckungsgefahr zu verringern, die Italien drohte. Dennoch musste Italien heute bei der Staatsanleihe-Auktion den höchsten Zinssatz zahlen seit dem letzten Dezember. Trotzdem reagierten dazu die Märkte sehr gelassen.

Nun hat es Italien geschafft, die erste Staatsanleihe-Auktion nach dem Hilferuf von Spanien ist vorbei. Dabei hatte das Land keine Probleme, Abnehmer zu finden für die Papiere, die ein Volumen hatten von 4,5 Milliarden Euro. Den Großteil dieser Emission machten Dreijahresläufer aus, für Investitionen in diese Papiere verlangten die Anleger heute eine Rendite, die bei 5,30 Prozent lag. Das war weniger, als am Markt zuletzt verlangt worden war. Dennoch waren die Zinsen auch höher, als dies bei der letzten Auktion der Fall gewesen war, welche diese Dreijahresläufer betraf, und die im März stattgefunden hatte. Bei der letzten Auktion hatten sich die Investoren noch zufrieden gegeben mit 3,91 Prozent.

Dennoch reagierten die gesamten Märkte recht gelassen auf dieses Ergebnis. Am Sekundärmarkt gingen die Renditen von den dreijährigen Staatsanleihen Italiens gleich nach der Auktion zurück auf 5,40 Prozent von vorher 5,51 Prozent. Am Sekundärmarkt werden Papiere gehandelt, die bereits umlaufend sind. Bei den Anleihen ist es auch so, dass solch sinkende Renditen auch einhergehen mit ansteigenden Kursen, sie deuten hin auf ein Anziehen bei der Nachfrage. Dagegen rentierten die Zehnjahresläufer fast gar nicht verändert, sie lagen bei 6,29 Prozent. Diese Zehnjahresläufer werden für gewöhnlich verwendet als Referenz.

Peter Chatwell, Zinsstratege bei der Bank Credit Agricole sagte, dass er es als einen Erfolg werte, dass der Zinssatz, der bei dieser Emission gezahlt werden muss, zurückgeblieben ist hinter den Renditen, die es auf dem Sekundärmarkt gibt. Er sagte, dies sei „sehr, sehr eindrucksvoll“. Die Nachfrage nach den dreijährigen Staatsanleihen Italiens war sehr gut, sie überstieg das Angebot immerhin um den Faktor 1,6.

Im letzten November hatten die Refinanzierungskosten von Italien einen absoluten Höhepunkt erreicht. Zu der Zeit musste Italien einen Zinssatz zahlen von 7,89 Prozent auf die Dreijahreskredite. Dies war der höchste Satz, den es seit der Einführung des Euro gegeben hat.

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