Die Konjunkturdaten aus Griechenland sind dramatisch

So wie es momentan aussieht, geht es der Wirtschaft in Griechenland wohl noch schlechter, als man das bisher befürchtet hatte. Im Jahre 2011 brach die Wirtschaftsleistung schon fast dramatisch ein, und zwar um fast sieben Prozent. Sowohl die Regierung als auch die griechische Zentralbank hatten eher mit einem Rückgang gerechnet, der weitaus geringer ausfallen sollte.

Im Jahre 2011 ist die Wirtschaftsleistung des Schuldenstaats Griechenland weitaus stärker eingebrochen, als dies erwartet worden war, das Bruttoinlandsprodukt ging in dem Jahr um ganze 6,8 Prozent zurück im Vergleich zum Jahr davor. Dies teilte die griechische Statistikbehörde mit. Schon im Jahr 2010 war die Wirtschaft um 4,5 Prozent geschrumpft.

Bisher war die Zentralbank Griechenland noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaft lediglich um rund vier Prozent zurückgehen werde im Jahr 2011. Sogar der aktuelle Haushaltsentwurf weist nur einen Rückgang der Wirtschaft um 5,5 Prozent aus. Die aktuellen Zahlen enttäuschten dagegen alle Prognosen.

Die Finanzexperten sind der Meinung, dass die Ursache für diese schon recht heftige Talfahrt die momentan betriebene Kürzungspolitik ist. Diese würgt ihrer Meinung nach die Wirtschaft ab. Die Regierung Griechenlands muss allein in diesem laufenden Jahr eine Summe von mehr als drei Milliarden Euro einsparen. Gerade erst hatte das Parlament in Athen dem neuen, sehr drastischen Sparpaket zugestimmt, allerdings unter dem starken Druck der Geldgeber.

Dann sollen die Ausgaben Griechenlands noch einmal um rund 1,5 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt gesenkt werden. Nur im Jahr 2012 sollen demnach 150.000 Stellen abgebaut werden im Bereich des öffentlichen Dienstes. Als Folge der neuen Maßnahmen ist es jedoch durchaus möglich, dass die Binnenkonjunktur noch weiter einbricht.

Das Statistische Amt teilte noch dazu in der vergangenen Woche mit, dass es auch mit der Arbeitslosigkeit in Griechenland nicht sehr gut bestellt ist, denn sie steigt immer weiter an. Im November hatte die Arbeitslosenquote die Marke von 20,9 Prozent erreicht, und dadurch wurde zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte des Landes die Marke von einer Million Menschen ohne Job überschritten. Diese Grenze gilt als psychologisch sehr wichtig. Zwei Jahre zuvor sah es im gleichen Monat ganz anders aus, denn da lag die Quote bei 13,9 Prozent. Ein Jahr später, und zwar im Oktober, waren es auch schon 18,2 Prozent.

Die Zahlen aus Athen sind mehr als alarmierend, dennoch gibt es weitere scharfe Bedingungen, die die Mitglieder aus der Euro-Zone an weitere Notkredite für das Land knüpfen. Demnach ist es so, dass die Athener Regierung einen Nachtragshaushalt erstellen muss. Alternativ muss sie drastische Einsparungen sicherstellen, und zwar durch andere Gesetze. Dies sieht eine Absichtserklärung vor, die am Mittwoch alle Vertreter aus der Euro-Zone unterzeichnen sollen. Dazugehörig sind hier unter anderem 300 Millionen Einsparungen bei den Militärausgaben, 1,1 Milliarden Euro im Bereich der Gesundheitsversorgung, und auch 400 Millionen Euro an geringeren Investitionen als bisher geplant. Dieses Papier liegt der Nachrichtenagentur dapd vor.

Noch dazu wird die Auszahlung einer sogenannten ersten Tranche auch durch die Euro-Länder davon abhängig gemacht, ob im Land eine Gewerbesteuer für die Selbstständigen eingeführt wird, und ob die Tarifsenkungen auch durchgesetzt werden. Mit dieser Erklärung verpflichtet sich die griechische Regierung auch dazu, mit allen Mitarbeitern der Troika in vollem Umfang zusammenzuarbeiten. Zudem muss sie ihnen Zugang gewähren zu allen relevanten Daten und auch Informationen.

Durch Kürzungen im griechischen Haushalt will die Regierung es schaffen, dass die zusätzlichen Einsparungen in Höhe von 325 Millionen, die verlangt wurden, auch wirklich zusammengebracht werden können. Dies ist der Teil des Sparpakets von drei Milliarden Euro, der bisher noch nicht erfüllt worden war für dieses Jahr.

Es gibt aber noch eine weitere Forderung, die bisher ungeklärt ist und von den europäischen Kassenhütern stammt. Die beiden Vorsitzenden der beiden großen Parteien des Landes müssen zusichern, dass das Sparprogramm auch eingehalten werden wird, wenn es zu Neuwahlen kommt. Im April wird es wohl vorgezogene Wahlen in Griechenland geben.

 

Bildquelle: Hiasä  / pixelio.de

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